20.02.2018
23:55 Uhrbearbeitet:
21.02.2018
00:01 Uhr
Ihr Lieben, so, jetzt kommt vielleicht mein Roman :D
also, wo war ich stehen geblieben.
Ach so, ja, ich wollte mit der lieben Angelika noch ein wenig philosophieren.
@Angelika: Du schreibst: "Gefühlt ist es komplette Ablehnung dessen, was nicht zu mir gehört, sondern durch die Zigarettenindustrie in manipulativer Weise mir eingeredet hat."
Und ich denke, dass hier genau der Dissens liegt. Ich will es mal an meinem Beispiel versuchen zu erklären, wie, warum und wann ich angefangen habe zu rauchen und was die Zigarettenindustrie dazu beigetragen hat.
Als ich angefangen habe Zigaretten zu rauchen war ich 25 Jahre alt. Ich hatte den Wehrdienst verweigert und hatte gerade meine Ausbildung zum Rettungssanitäter beim Zivildienst absolviert. Meine damalige Freundin kam nicht damit klar, dass ich plötzlich so ein Zivi bin und plötzlich andere Wege gehe als die, die sie für richtig hielt. Sie wollte keinen solchen Luschi zum Freund und hat mir den Laufpass gegeben. Auf der Rettungswache im 24-Stunden-Dienst-Rythmus war es tierisch langweilig. Die meisten (Feuerwehr)-Kollegen haben sich die Zeit mit Rauchen verkürzt. Ich hing in dieser Zeit mit Leuten rum, die sich an und ab mal einen Joint reinzogen. Mir war langweilig, ich wollte dazu gehören und ich wollte das Gefühl haben mich innerlich von den Werten meiner Ex zu unterscheiden. Mein Problem: Wenn ich nicht rauche bleibt es langweilig, komme ich nie in den Genuß einmal high zu sein und kann meiner Ex nicht zeigen wie egal sie mir mit ihrer besch... Einstellung zu meinen Werten geworden ist.
Alles dies sind erst einmal meine eigenen Überlegungen - zusammengewürfelt aus Beobachtungen meiner näheren Umwelt.
Ich gebe Dir ja recht, ja, da sind die gleichen Botschaften der Zigarettenindustrie enthalten so wie Du sie ja auch genannt hast: "Zigaretten als etwas hilfreiches anzusehen, was mit Freiheit, Freundschaft, positivem Lebensstil zusammenhängt" usw.. Aber wenn ich der Ansicht bin, dass die Zigarettenindustrie mir hier etwas in manipulativer Weise eingeredet hat, dann bin ich fremdbestimmt zum Raucher geworden, dann habe ich damit ja eigentlich nichts mit zu tun.
Das ist mir zu destruktiv. Ich wollte einfach dazugehören und ich glaube das ist einer der meisten Gründe warum die meisten Menschen mit dem Rauchen anfangen.
Warum reite ich darauf rum dies klar stellen zu wollen? Zum einen meine ich, wird viel zu viel an den falschen Fronten gekämpft. Man sucht sich Gegener aus, gegen die so manche nur immer wieder verlieren können, weil es diese Gegner so gar nicht wirklich gibt (Monster, Teufelchen, Marlboro-Cowboy...) Zum anderen: Würde ich da eine Fremdbestimmung (Werbung) sehen, gegen die ich hilflos bin, kann ich mich doch nur dieser Fremdbestimmung hingeben oder muss sehr viel Energie zeitlebens aufwenden um diese Lügen als solche zu erkennen. Zu anstrengend!
Ich bin es gewesen der angefangen hat, der es genossen hat, und der jetzt aufhören will. Ich übernehme allein die Verantwortung für mich von Anbeginn bis zum Ende. Alles was ich mir antue tue ich mit einer guten Absicht dahinter.
Es ist schwierig zu beschreiben. Aber es ist im Moment für mich der Schlüssel um das Kapitel Rauchen in meinem Leben nun abschließen zu können. Wie schon in meinen ersten Beiträgen erwähnt war es ein innerer Freund der mir den Gefallen tat und mich zum Rauchen verführte, weil ich es wollte. Jetzt will ich Aufhören und wieder ist da mein innerer Freund und hilft mir dabei.
Irgendwie fällt es mir erstaunlich leicht die Finger von den Kippen zu lassen. Da ist immer mal der Schmacht, die Gedanken sind auch ständig da. Aber mit dieser Entspanntheit hätte ich nie gerechnet.
Auch traue ich dem Braten noch nicht so ganz. Das ist auch der Grund warum ich noch nicht in "Ich habe aufgehört" umgezogen bin sondern mein Wohnzimmer noch unter "Ich bereite mich vor" bewohne. Es ist aber auch eine Ausnahmesituation: Noch habe ich Urlaub, meinen Ausstiegstag hatte ich mir anders vorgestellt und mußte quasi bis gestern meine Frau in ihrem Laden vetreten, was ich so in dieser Anzahl an Stunden und Tagen noch nie gamacht hatte. Ich bin viel hier im Forum unterwegs und beschäftige mich so ganz anders als den Rest des Jahres. Evtl. werde ich die kommende Woche noch einmal meinen Urlaub verlängern - auch um meine Rauchfreiheit zu festigen denn ich weiß, dass es eine echte Herausforderung sein wird, wenn ich wieder arbeiten werde. Wenn ich also eine Woche auf der Arbeit rauchfrei bestanden habe werde ich mir ein neues Wohnzimmer in "Ich habe aufgehört" zulegen.
@Berghex: Danke für Deine Glückwünsche, Ja, die 7 sieht echt schon toll aus. Ist schon eine magische Zahl :D
@Stefanie: Belohnung - mmmh, bin da leider total unkreativ. Ich hoffe ich bekomme es zeitlich hin. Dann würde ich gerne mal wieder die Kunsthalle in der Nachbarstadt besuchen. Ja, ich glaube das wäre etwas. Danke dafür das Du mich an die Belohnung erinnert hast. :)
@Sabine: Jedes mal wenn ich Deinen Avatar (den hast du ja schon einmal geahbt) sehe denke ich: "Das Mäuschen hat doch eine Zigarette in der Hand" :wink:
@angie: Danke fürs "vorbeidüsen" und Deine Glückwünsche. Du meinst der körperliche Entzug geht so schnell vorbei? :-?
@angelika: Ich habe den Text jetzt kopiert. Und wenn er dann gleich online ist, dann hat alles geklappt :wink:
Und Du hast wohl zeitgleich geschrieben, als ich noch meinen Roman verfasst habe. Darum jetzt noch ein Nachtrag: Ja, das hast Du richtig erkannt. Ich kann es mir noch nicht so richtig gut vorstellen ohne Ziggi stressige Telefonate mit Kunden oder Kollegen führen zu können. Da hab ich echt noch Bammel vor.
Ende