10.05.2019
17:10 Uhrbearbeitet:
10.05.2019
19:01 Uhr
Hey Dani,
Zunächst mal ein großes Kompliment, dass Du so tapfer bleibst.
Es ist völlig okay, diese Art der Durchhänger zu haben. Du kannst es, wenn das vielleicht hilft, als Strategie der Sucht sehen. Du vergisst die negativen Dinge des Rauchens und denkst nur noch an die vermeintlich positiven Glimmstängel zurück. Natürlich "will" man dann gerne rauchen, vermisst "das Tolle" an den Zigaretten usw.
Mir haben in solchen Situationen folgende Gedanken geholfen - und sie tun es immer noch:
1. Der Mensch, der da gerade so genüsslich an der Zigarette zieht, setzt seinen Körper gerade einer Flut von Giftstoffen aus. Giftstoffen, die in erst schwächen, dann krank machen und schließlich töten.
2. Der Mensch, der dort gerade raucht, raucht, weil er süchtig ist. Er raucht weil er abhängig ist. Und ich durchbreche mit meinem Nein zur Zigarette genau diese Abhängigkeit.
3. Wenn ich jetzt nachgebe, werde ich mich danach selbst verurteilen für meine Schwäche. Ich würde meine ganze Arbeit der letzten Zeit kaputt machen und vielleicht käme ich sogar nie wieder davon los.
4. Nichtrauchen ist kein Opfer, dass ich bringe. Es ist ein Geschenk, dass ich mir mache. Es ist meine Freiheit.
Vielleicht noch eine kleine Geschichte: als ich anfing mit dem Nichtrauchen und zum ersten Mal mit meinen Arbeitskollegen rausging habe ich den "neidischen" Blick einer Kollegin gesehen. Sie sagte, dass sie nicht aufhören könne (meinte damit eigentlich, dass sie noch nicht so weit ist), weil ~dies das Ananas, übliche Ausreden der Raucher~. So, wie sie mich ansah, wusste ich, dass sie mich um meinen Entschluss und die Umsetzung desselben beneidet. Und ich sah, dass sie sehr traurig war, weil sie sich selbst nicht dazu in der Lage sah, es mir gleich zu tun.
*Kleiner Nachtrag: Sie tat mir in diesem Moment extrem leid!*
Vielleicht denkst du daran, wie sehr Raucher Nichtmehrraucher und Nichtraucher beneiden, wie sehr Du das vielleicht selbst so empfunden hast. Dann wird irgendwie klarer (also mir ging es so), dass ich keinen einzigen Grund habe, einen Raucher zu beneiden.
Ich hoffe, dass ich nicht die falsche Art der Motivation mit diesem Post gewählt habe und ich wünsche Dir unendlich viel Kraft, diese schwierige Phase zu überstehen.
Herzliche Grüße,
Melanie