Hallo Rachel,
es ist toll, dass du dir Gedanken zu deiner Nikotinsucht machst und aufhören möchtest.
Und dass du Angst davor hast, wie es dir gehen wird, wenn du keine mehr rauchen darfst, ist allzu verständlich. Zu lange ist die Zigarette bereits Bestandtteil deines Lebens, so dass du dir gar nicht vorstellen kannst, ohne sie auszukommen.
Die Tatsache, dass du nächste Woche wieder zu arbeiten anfängst, kann natürlich eine sehr gute Motivation sein.
Nur setze dich da bitte nicht unter Druck, weil dann das Grfühl von Versagen kommt, wenn es nicht im ersten Anlauf gelingt.
Was wäre schlimm daran, wenn du dich in Ruhe auf deinen Rauchstopp vorbereitest, dann mit einem besseren zuversichtlichen Gefühl anfängst und die ersten Wochen im Beruf noch rauchst?
Wichtig ist es, die Rauchgewohnheiten durch neue dir gut tuende Verhaltensweisen zu ersetzen, damit du das Nichtrauchen nicht als Verzicht empfindest.
So habe ich zwei Wochen lang notiert, wann ich rauche, in welcher Situation in welcher Gefühlslage. Danach stellte ich aus dieser Aufzeichnung typische Rauchsituationen fest - die Morgenzigarette, die Wegezigarette, die Werbepausenzigarette, die Tagesabschlusszigarette usw.
Im nächsten Schritt überlegte ich mir Alternativen - Finger und Fingernägel nach dem Frühstück mit einer Creme massieren, unterwegs auf Geräusche achten oder meine Schritte zählen oder bewusst atmen, in den Werbepsusen was lesen, handarbeiten, puzzeln, oder rumlaufen, vor dem Schlafengehen bewusste Gesichtspflege.
Dir fallen bestimmt auch tolle Alternativen ein, die du anstelle des Rauchens machen könntest.
Dann habe ich mir einen Termin gesetzt und am Abend vorher ganz bewusst meine letzte Zigarette geraucht. Dabei dachte ich bei jedem Zug daran, wovon ich alles ab dem nächsten Tag befreit sein werde. Nach der Zigarette habe ich die noch borhandenen Zigaretten in der Mülltonne langsam mit einem bewussten Lächeln zerbröselt.
In der ersten Zeit habe ich auch mit Pflastern gearbeitet und Nikotinkaugummis für den Notfall parat gehabt.
Gedanken ans Rauchen habe ich sofort verjagt
"Hau ab" waren die erste Zeit wohl meine meist gedachten Wörter 😂. Ich dachte mir Alternstiven aus zu "Hau ab", je komischer, desto besser.
Und ich diskutierte nicht mit der Suchtstimme. Denn die Sucht will nur eins, wieder rauchen, der sind Argumente gegens Rauchen völlig egal.
Abends ging ich immer stolz und freudig ins Bett und machte autogenes Training oder Atemübungen, um zur Ruhe zu kommen. Morgens grinste ich erstmals so richtig nach dem Aufwachen, fühlte den Stolz des Vorabends nach und freute mich auf den Tag.
(Ach ja, ich mache das alles immer noch.)
Auch habe ich mir bereits vor meinem Rauchstopp überlegt, was ich mir nach einer rauchfreien Woche zur Belohnung vom ersparten Gekd kaufen möchte. Allein die Vorfreude darauf half mir auch des öfteren, die Suchtgedanken erfolgreich zu verscheuchen.
Vielleicht ist das auch für dich ein Weg?
Sinnvoll ist es auch, dass du in einem der Züge mitfährst.
In jedem Monst startet ein neuer Zug, begleitet von 2 erfahrenen Lotsen, die beim Rauchstopp aktiv unterstützen.
Jeder, der in dem Monat mit dem Rauchen aufhört, kann in den Zug einsteigen, also dort schreiben, und findet Menschen, die in der gleichen Phase sind. Dort kannst du alles schreiben, was dich bewegt, kannst dich auskotzen, dich loben, Tipps erhalten, aber auch selbst Tipps geben, jemand anderem Mut machen.
Es tut einfach nur gut zu wissen, dass man nicht allein ist.
Puh, es ist jetzt etwas viel Text geworden, aber ich wollte dir einen möglichen Weg zum Nichtmehrrauchen im Gesamtpaket vorstellen, da die einzelnen Elemente ineinandergreifen.
Zuversicht, Vorfreude, Glaube an sich selbst sind schon Bausteine, die den Rauchstopp sehr erleichtern können.
Daher wünsche ich dir diese Gefühle für einen erfolgreichen Beginn.
Liebe zuversichtliche rauchfreie Grüße Kyra