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Liebes :lesenalsablenku
Manche Dinge verändern sich nie. Das ist toll.
So viele Clubs von damals gibt es nicht mehr. Cookies, WMF, Watergate, Tacheles, Greenwichbar… was weiß ich. Aber manche Kneipen verändern sich nie.. Möbel Olfe gibts noch … voll schräg wars da … zurück in die Vergangenheit … und Würgeengel gibts auch noch… sah voll aus… gute Stimmung im „El Angel exterminador“. Super Film von Buñel. Manchmal fühle ich mich wie in dem Film. Eine unsichtbare Glocke hält mich gefangen. Ja mein Kopf hinkt noch hinterher. Und oft weiß er nicht , in welche Richtung er muss und dreht sich im Kreis. Ein gläsernes Brett vorm Kopf.
Ja die guten Momente sind jetzt doppelt schön. Und die schrägen? Schlagen mir noch immer die Zigarette als Lösung vor. So ein Unsinn, dumm aber wahr.
Es ist nicht bums, so , ohhh Überraschung du bist ein erwachsener Nichtmehrraucher … ich bin immer noch beides gleichzeitig.
Die, die sich wahnsinnig darüber freut nicht mehr zu rauchen.
Die, die es genießt die saubere, reine Luft zu atmen.
Kein kratzen im Hals, keine Atemnot.
Voller Stolz, Mitleid und Abstand blicke ich auf diese andere Welt. Die der getriebenen.
Doch dann stecke ich wieder in diesem Kasten und mein Hirn macht mir vor es gäbe nur diese eine Lösung, diesen einen Weg.
So ist es wohl… zum Entzug gehört eben auch zu lernen mit der Sucht zu leben. Geduld mit Ihr und mir zu haben.
Ein Jahr noch. Dann wird der Würgeengel von mir lassen!?
Oder…
wenn ich erst mal ein Jahr hinter mir habe …
beides eben nur Halbwahrheiten.
Ich bin ungemein glücklich. Ich bin fitter, huste nicht mehr, habe viel mehr Zeit und Energie. 99 % der Zeit ist es ein Selbstläufer.
Die restlichen 1 % schreibe ich hier.
Ich habe Kraft bekommen durch den Stop.
Ich habe Selbstbewusstsein gewonnen.
Unmengen an Selbstbewusstsein.
„Für mich!“: schöner Titel für einen Jahresrückblick.
Obwohl „für mich“ hab ich in schlimmen Momenten echt nicht gedacht.
Eher „Für die Kleine, für die Kleine“ oder
„Gott gibt mir Kraft. Du heilst mich, du stärkst mich!!!“
Dennoch habe ich realisiert, dass ich es vielleicht nicht für mich mache aber wie sehr ich davon profitiere.
Ich hoffe, dass ich immer weiter begreifen werde, wie sehr die Rauchfreiheit wirklich ein Geschenk AN MICH ist.
Und wie sehr ICH es wert bin.
Nur wenn ich mich wertschätze, kann ich auch gut zu mir sein.
Und genau DAS ist ja das schöne hier :
Ich darf ganz viel ich, ich, ich ich ICH sagen. Ein streicheln meines ichs. Heulen, Jammern, Stottern, Stolpern alles erlaubt. Raus lassen die Dinge, die Energie. Es ist mein Weg. Meine Bühne. Meine Art.
Meine ganz eigene Rauchfreiheit.
Wie der Frühling. Mal Naß mal sonnig. Aber vor allem schön frisch und bunt.
:lesenalsablenku