02.05.2026
16:37 Uhrbearbeitet:
02.05.2026
16:44 Uhr
Hallo Isa,
du hast schon richtig viel geschafft.
3 Wochen ohne Nikotin!
Das ist schon eine besondere Leistung.
Jetzt ist es so, dass dein Gehirn 30 Jahre Nikotin, einen süchtig machenden Stoff, zugeführt bekam.
Es hat sich ein Suchthirn entwickelt, das die ganze Zeit nur daran denken kann, wieder Nikotin zu bekommen. Das ist jetzt stinksauer auf dich, weil du immer noch nicht rauchst.
Anfangs versuchte es, mit Hilfe der auch noch vorhandenen körperlichen Entzugserscheinungen dich wieder zum sofortigen Rauchen zu verleiten mit „Komm, rauch wieder eine. Dann geht es dir sofort besser.“
Das hat nicht funktioniert.
Jetzt wird eine andere Masche versucht: „Du bist ja so traurig, so antriebsarm. Komm, rauch wieder eine. Dann geht es dir sofort wieder besser.“
Das Suchthirn hat es jetzt mit seiner bohrenden Stimme geschafft, dich in diese traurige Stimmung zu bringen und fühlt sich schon auf der Siegerstraße. „Morgen habe ich sie soweit zermürbt. Dann bekomme ich endlich wieder mein Nikotin. Juchhu.“
Nur lügt das Suchthirn dich an, wenn es dir verspricht, dass es dir mit der Zigarette wieder besser geht.
Leider kannst du mit so einem verbohrten, Argumenten gegenüber verschlossenen Suchthirn nicht über die Vorteile des Nichtrauchen diskutieren.
Also verjage es, sobald es sich auch nur nähert.
Wenn der Gedanke aufkommt „ich bin so traurig.“, dann ist das nicht dein Gedanke, sondern der deines Suchthirns.
Sage ihm sofort z.B. „Hau ab, mir geht es gut.“ Und denke an all die Dinge, die sich durch das Nichtrauchen positiv geändert haben. Du kannst besser riechen, hast du geschrieben. Verscheuche die Stimme, gehe raus, schließe deine Augen und nehme 10 Minuten lang ganz all die unterschiedlichen Gerüche bewusst wahr, freue dich bewusst über die Wahrnehmung "Wow, ist das toll. Ich rieche gerade Jauche vom Bauern, Holzkohle beim Nachbarn ...".
Verscheuche die Stimme und mache etwas, was dir gut tut, was du gerne machst.
Vielleicht hilft dir diese Sichtweise auf dich und dein Suchthirn, deine Suchtstimme besser mit deiner momentanen Stimmung klarzukommen.
Je öfter und vehementer ich diese Suchtstimme in mir zum Schweigen verdammte, sobald ich nur irgendwie ans Rauchen, an Unruhe, an frühere Rauch-Situationen usw. zu denken anfing, desto leiser und weniger ist sie mittlerweile geworden.
Und durch alternative Verhalten zum Rauchen (z.B. ein neues Ritual nach dem Frühstück) entfernt sich nun auch allmählich der Gedanke an die Zigarette.
Es wird also besser und es lohnt sich, weiterhin nicht zu rauchen.
Lass dich von deiner Suchtstimme nicht runterziehen.
Du bist ein wertvoller Mensch, der ein Recht darauf hat, nicht rauchen zu müssen.
Gsnz liebe rauchfreie Grüße
Kyra