Liebe Waika,
so sehr ich mich für Dich und mit Dir über 250 gewuppte Tage freue... so sehr leide ich mit Dir, daß Du immer noch für die blöde Zigarette "Gefühle hegst" und Dich gequält fühlst. Und es war die beste Idee, es hier zu erzählen und Dir Beistand zu holen!
Ich hätte da vielleicht einen kleinen Umdenkanstoß für Dich... Du schreibst uns, wenn die Diagnose COPD nicht stünde, wärst Du schon umgefallen, richtig? Daraus lese ich für mich, daß Du nach wie vor nicht rauchst, weil Du das Gefühl hattest, aufhören zu müssen - nicht zu wollen.
In erster Linie ist es ja mal gut, richtig und in Anbetracht dessen ja auch die größte Leistung und der dickste Stärkebeweis von allen, daß Du das durchgezogen hast. Dafür werde ich Dir auch immer meinen größten Respekt zollen.
Ich glaube jedoch, daß aus diesem Grund die mentale Abnabelung von der Sucht in den Hintergrund getreten ist. Das bedeutet, die muß möglicherweise noch erfolgen, damit Du auch Dein glückliches Nichtmehrraucherleben findest.
Vielleicht magst Du Dir einmal vor Augen halten, welche positiven Aspekte Dir am Nichtmehrrauchen noch einfallen? Dein Duft- und Geschmackswahrnehmung, Dein Eigengeruch möglicherweise, Deine Attraktivität (Haut/Haare/Zähne/Nägel), Deine Ersparnis, Dein Zeitgewinn vielleicht, oder was Du halt als angenehm erlebst oder erleben könntest? Dann versuch mal, Dich darüber zu freuen. Ich mein, ich empfinde es als toll, daß ich mir sicher sein kann, keine Rauchgerüche mehr auszudünsten! Ich freu mich da! Auch über meine ungelben Hände - das war ja vielleicht eklig. Versuche doch mal, als toll zu sehen, was auch toll ist.
Und vielleicht magst Du auch mal versuchen, bestimmte Erlebnisse positiv zu besetzen - also quasi das Umgekehrte zu tun, was man zum Zweck der Entwöhnung getan hat, nämlich Situationen zu entkoppeln. Koppel doch jetzt mal Situationen an angenehme Dinge, Düfte, Geschmäcker oder Genuß. Pack Dir ein Parfum ein und versprühe es leicht, wenn Du in eine bestimmte Situation kommst, in der Du früher geraucht hast oder die Du einfach anderweitig "besetzen" möchtest. So als Beispiel. Es kann auch eine bewußte Atemübung sein (wie schön die entspannt!) oder mal ein Schokoriegel...
Verstehst, bisher hast Du möglicherweise eher nicht mehr geraucht, weil Du das Gefühl hattest, daß es sein mußte (wenn auch mit bemerkenswert supergroßem Erfolg, muß ich schon sagen, alle Achtung Waika!), vielleicht müssen wir jetzt nur ein wenig nachhelfen, daß Du auch willst, was Du da erreicht hast. Bist Du bei mir? Denkst Du Du könntest Dich auf so ein Gedankenexperiment einlassen?
Ich bin in jedem Fall immer noch der Meinung, Du hast das Richtige getan. Darin bestärke ich Dich uneingeschränkt.
Stehe Dir jederzeit zur Weiterverfolgung dieses Fadens zur Verfügung! Bis dahin grüßt Dich
Lydia