27.09.2020
22:56 Uhrbearbeitet:
12.10.2020
14:04 Uhr
Hallo Okta,
hast Du wirklich, bis auf Heroin alles andere an Drogen ausprobiert?
Dazu muss ich Dich ein anderes Mal etwas fragen, wenn wir überhaupt einen Draht zueinander finden.
[Markenname vom rauchfrei-Team entfernt, Freiname: Vareniclin] zu nehmen um den Ausstieg etwas zu erleichtern finde ich richtig, gerade wenn man schon einige frustrierende Versuche hinter sich hat. Ich habe zu Anfang Nikotinkaugummis benutzt einfach um erstmal ohne das Handling mit einer Zigarette klar zu kommen. Wie lange nimmt man [Markenname vom rauchfrei-Team entfernt, Freiname: Vareniclin] ein?
Die Idee, sich an Deiner Freundin zu orientieren, wie sich eigentlich ein Mensch fühlt der Nikotin als Droge gar nicht kennt und nicht braucht, gefällt mir gut. Aber an diesen Punkt werden wir vermutlich nicht mehr kommen, uns so zu fühlen. Mir fehlt das Rauchen nicht und obwohl mir der Rauchausstieg nicht leicht fiel, habe ich diese schwierige Anfangsphase geschafft und bin nun rauchfrei. Aber ich vergesse nicht, dass ich mal geraucht habe und ich weiß noch heute wie es sich anfühlte, wie es geschmeckt hat aber auch wie es gestunken hat und wie süchtig ich danach war.
Ich werde wohl kein Nichtraucher werden, aber ich bleibe ein Nicht-mehr-raucher.
Wenn wir diese Sucht aufgeben wollen, weil sie uns krank macht und uns immer in der Abhängigkeit halten wird, dann müssen wir auch bereit sein das vermeintlich schöne Gefühl daran aufzugeben.
Nur durch das freiwillige Aufgeben der Sucht können wir etwas später die Freiheit erkennen, die wir ohne Drogen erleben können. Wir müssen erst alles ablegen bevor wir das neue Leben anprobieren können und dazu braucht es ein Vertrauen darauf, dass es schön sein kann; und genau das lebt Deine Freundin.
Ich habe etwas kopiert, was Claudia - venezianischer Karneval, vor einiger Zeit gepostet hat
und ich dachte das passt hierher.
[b]Man nehme an, man sei zu einer Gesellschaft geladen, die sowohl eine höchst anregende Unterhaltung als auch viel guten Wein verspricht. Man nehme weiter an, daß man sowohl guten Wein liebe als auch gute Unterhaltung. Schließlich noch, daß der Wein einen nicht anregt, sondern müde macht - und so die Freude am Gespräch verdirbt. Da entscheidet man sich denn, wenn man das Gespräch vorzieht, zu einem wenig schönen Verzicht: man trinkt nicht. Auf solch einer Askese ist das Glück der Epikuräer erbaut. Es ist nicht der Verzicht auf Glück - sondern der Verzicht auf ein Glück für ein anderes, das einen glücklicher macht.[/b]
Ludwig Marcuse, Philosophie des Gluecks
Nun denke bitte nicht, dass ich das Rauchen als ein "Glück" bezeichnen würde auf das ich verzichte. Eher: "ich entscheide mich gegen die kurzfristige Befriedigung meiner Sucht und wähle die Zufriedenheit ohne Drogen zu leben".
Ich wünsche Dir viel "ich will ..." und "ich kann ..."
LG von Paul