Liebe Wilma,
meinerseits vielen Dank für's bei mir vorbeischauen. Hast mir gestern was dagelassen, wozu ich gerne was sagen würde:
[quote="Wilma"]
Heute - war alles nicht so einfach. Nicht, dass du denkst, ich wollte eine rauchen. Nein - so war es nicht.
Habe mich dabei erwischt, dass ich Kollegen und auch andere Menschen - sehr intensiv, beobachtete, wie sie rauchten.
Und ich hatte Schweißausbrüche....
Wie in den ersten Tagen...:|
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Ich könnte mir vorstellen, daß dies Teil des Auseinandersetzungsprozesses ist. Denn: 38 Tage rauchfrei ab Ausstieg sind schon mal eine tolle Leistung mit ein paar Meilensteinen, drei Wochen, ein Monat, also schon mal richtig was geschafft. Aber: so ganz abgeschlossen ist der Entwöhnungsprozess mit 38 Tagen noch nicht. Der körperliche vielleicht, aber der psychische ist noch im Gange. So, und nun kämpft also in Dir die Sucht gegen Deinen Willen. Nicht bewußt, also Du artikulierst in Deinem Kopf keine Dialoge oder ähnliches, aber da passiert ein Ringkampf. Also schaust Du Dir die Menschen an, die rauchen, um zu prüfen, wie wirkt das auf mich, wie schaut das aus, spricht mich das wirklich so an, will ich das - also ich denke ganz einfach, diese Beobachtung gehört zum Verinnerlichen, daß Du Dich dem entziehst, dazu. Nur: Wie gesagt, im Moment ist es noch ein Ringkampf - der kann schon mal schweißtreibend sein (und wir wissen ja, daß auch psychische Vorgänge körperliche Erscheinungen auslösen können). Ich denke also, das Symptom ist zwar das gleiche, aber die Ursache eine andere.
Nimm es als Teil des Befreiungsprozesses als gegeben hin Wilma. Solange Du keine andere Ursache dafür ausmachen kannst (dann allerdings solltest Du mal den Hausarzt befragen, das möchte ich hier doch noch ausdrücklich betonen), es wirklich nur von der Beobachtung von Rauchern ausgelöst wird, wird es wieder verschwinden.
Und schließlich: diesen Ringkampf hast Du ja wohl gewonnen oder nicht? Hast Dich nicht von den umstehenden Rauchern zum Rauchen anstecken lassen, richtig? Also eine tolle Leistung, eine Runde, die an Dich ging! Stärkt Dich weiter. Darüber freu ich mich mit Dir und für Dich.
Vielen Dank für Deine Offenheit Wilma. Sie kann Dir selber nur zugute kommen, aber auch uns allen hier.
Hoffe Dein Tag heute war entspannter. Ich wünsche Dir einen schönen Abend,
die Miez
Lydia