Hallo Asbachgirl (und alle in dieser schönen Lyrikfalle:lol:),
wir sind uns hier noch nicht direkt begegnet.
Ich hoffe, ich verschrecke Dich nicht - scheint eines meiner Attribute zu sein8)
Dein Gedicht gefällt mir außerordentlich gut.
Ich will's nicht analysieren oder sonst weiter bewerten.
Tatsache ist, es hat mich bewegt
und es hat dazu geführt, dass ich völlig (?) zufällig auf eine Art Antwort gekommen bin:
Isolde Kurz
Wegwarte
Mit nackten Füßchen am Wegesrand,
die Augen still ins Weite gewandt,
saht ihr bei Ginster und Heide
das Mädchen im blauen Kleide?
– Das Glück kommt nicht in mein armes Haus,
drum stell ich mich hier an den Weg heraus;
und kommt es zu Pferde, zu Fuße,
ich tret' ihm entgegen mit Gruße.
Es ziehen der Wanderer mancherlei
zu Pferd, zu Fuß, zu Wagen vorbei.
– Habt ihr das Glück nicht gesehen?
Die lassen sie lachend stehen.
Der Weg wird stille, der Weg wird leer,
– so kommt denn heute das Glück nicht mehr?
Die Sonne geht rötlich nieder,
ihr starren im Wind die Glieder.
Der Regen klatscht ihr ins Angesicht,
sie steht noch immer, sie merkt es nicht:
– Vielleicht es ist schon gekommen,
hat die andere Straße genommen.
Die Füßchen wurzeln am Boden ein,
zu Blumen wurde der Augen Schein,
sie fühlt's und fühlt's wie im Traume,
sie wartet am Wegessaume.
---
Die Erde hat sich seitdem weitergedreht.
Nichts ist mehr so wie es wahr?
Cychorium intybus - steht immer noch am Wegesrand,
trotz DDT, Glyphosat und weitaus schlimmrer Sünden.
Leuchtet weiter blau!