27.04.2025 09:35

❤️Ein Tagebuch❤️

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04.01.2024
13:13 Uhr
Lieber Klaus, ich hoffe, es geht dir besser und du musstest trotz des Schreckens gestern nicht zu sehr ans Rauchen denken. Du hast dein Möglichstes für deinen Freund getan. Fühl dich fest gedrückt und halt durch :smileumarmung:
04.01.2024
09:07 Uhr
Lieber Klaus, ich fühle mit dir und hoffe sehr, dass dein Kumpel daraus gelernt hat... Und ich fühle auch deine Zerrissenheit zwischen "meinem Kumpel helfen wollen und ihm sein Suchtmittel geben wollen" und der Vernunft, dem Verstand, der dir sagte "nein, jetzt ist genug. Er braucht jetzt Hilfe". Wie geht es dir heute? Wie geht es deinem Kumpel? Ich hoffe sehr, dass er nicht einer von vielen "hoffnungslosen" Fällen ist, die überhaupt nicht verstanden haben, wie ernst es ist und wie gewohnt weiter machen. Und ich habe an Co Abhängigkeit gedacht. Dein Erlebnis erinnerte mich an ein schauriges Jugenderlebnis. Meine Mutter, ebenfalls alkoholkrank, hatte sich eines Abends wieder stark betrunken. So stark, dass sie sogar gefallen ist und sich die Nase gebrochen hat. Wir, meine Geschwister und ich, alle im Jugendalter (14-16) waren geschockt und riefen auch den Notarzt. Sie meinte, nein lallte, es sei alles OK und sie brauche keine Hilfe. Sie wollte noch weiter trinken. Trotz der Nase. Der Notarzt kam, sie verharmloste ebenfalls alles. Ende der Geschichte: meine Schwester und ich fuhren mit ihr ins Krankenhaus. Sie betrunken, schimpfte über die Ärzte und wollte nach Hause. Sie schlief ihren Rausch im Krankenhauszimmer aus und wurde behandelt und wir hatten eine schlimme und schlaflose Nacht. Wir wachten über sie. Sie hat nichts daraus gelernt.... nüchtern eine der liebevollsten Menschen die ich kenne und ich liebe sie über alles. Aber: Nun weiß ich, als Erwachsene, dass ich mich nicht mehr in die Co Abhängigkeit bringen lasse und ihr nicht helfen kann, wenn sie es nicht will. Klingt hart, aber ich will nicht mit ihr zusammen unter gehen. Ich wünsche dir, auch wenn es hart klingt, dass es dich nicht zu sehr erschüttert, wenn er sich nicht weiter helfen lässt. Ich meine es nicht böse und es tut mir sehr leid, wenn ich dir jetzt zu nahe getreten bin ...
04.01.2024
07:17 Uhr
Mensch Klaus, das war wirklich keine schöne Erfahrung und kein schöner Anblick. Immerhin konntest du ihm zumindest gestern ansatzweise "helfen". Ich fühle genau, wie es dir ging und drück dich mal feste!:smileumarmung: Mein Vater war ebenfalls alkoholkrank. Und der stärkste Raucher, den ich kenne. Selbst nachts und morgens während des Zähneputzens glimmte die Kippe. Mit 52 kam dann das Aus in Form eines tödlichen Herzinfarkts auf offener Straße...
04.01.2024
06:36 Uhr
Ach Klaus …:smileumarmung:! Wirklich schlimm! Nochmals ein dicker Drücker …
04.01.2024
00:51 Uhr
Danke Reta Ich hoffe, das er sich helfen lässt. Es war ein furchtbarer Abend heute Gute Nacht
04.01.2024
00:23 Uhr
bearbeitet:
04.01.2024
00:24 Uhr
Hallo Klaus, gut das du heute für den Freund da warst/eingekauft hast. Vielleicht war das auch schon ein Hilferuf von ihm? Nicht das ihm Gummibären fehlten, sondern das er jetzt jemanden an seiner Seite haben wollte der Entscheidungen für ihn trifft? Ich finde es absolut richtig und vielleicht auch lebenswichtig, das du den KW gerufen hast. Erst einmal ist er da in guten Händen und vielleicht möchte er sich dann auch weiter helfen lassen. Ich wünsche es ihm. Alkohol ist eine ganz furchtbare Droge und wird immer noch verherrlicht und akzeptiert. Alles Gute für deinen Freund und auch für dich. :flowerorange: Für euch
03.01.2024
22:20 Uhr
[b]Tag 141 Mittwoch Teil II[/b] Was für ein Tag! Heute Nachmittag rief mich ein Freund an und bat mich für ihn einzukaufen: Bier, Gummibärchen und Milch. Ich brachte ihm das Gewünschte und fand ihn in einem schrecklichen Zustand. Es war schrecklich. Es war lange her, das ich einen Alkohol Entzug gesehen hatte. Heute war es wieder soweit. Zitternde Hände, fahrige Sprache und der Mensch saß da und sah erbarmungswürdig aus. Seine Beine schmerzten so sehr, das er nicht laufen konnte. Ich insistierte auf einen Notarzt. Das wurde abgewiesen. Vehement abgewiesen. Ich kenne ihn schon 25 Jahre und kenne auch seinen Dickschädel. Er versuchte mich zu beruhigen. Am Montag habe er einen Termin beim Arzt. Da würde er in guten Händen sein. Ich glaubte ihm kein Wort. Um ihn herum standen viele leere Weinflaschen. Im Grunde wollte er mich loswerden. Ein paar Stunden später rief ich ihn an und fragte nach seinem Befinden. JaJa ..... es geht schon wieder. Eine Stunde später klingelt mein Telefon. Er bat mich wieder um Bier und Haribo. Scheiße .... ich dachte OK, er ist Alkie. Also bin ich los zum Späti und holte Bier. Als ich bei ihm ankam erschrak ich. Es war schlimmer als vorher. Sein Zustand hatte sich total verschlechtert. Ein zitterndes Bündel Elend saß da. Ich sagte: Du kriegst das Bier erst, wenn du einwilligst, das ich den Notarzt anrufe. Das saß. Er willigte ein. Ich rief den Rettungswagen. Er trank sein Bier. Hier in Berlin kommen sie sehr schnell. Innerhalb von 15 Minuten war der Wagen da. Und ein sehr sympathisches Arzt - Sani Team kümmerte sich um ihn. Und noch da, versuchte er das Ganze zu verharmlosen. Die beiden haben das aber wahrgenommen und ließen sich auf keine Diskussion ein. Sie portierten ihn in den Rettungswagen und fuhren los. [b]Hey Leute....Rauchen ist schon Mist Aber Saufen, das ist etwas ganz anderes.[/b]
03.01.2024
20:16 Uhr
Hallo Klaus, ich kann Adriane nur zustimmen bezüglich der Statistik. In meinem Umfeld haben auch ganz viele Menschen aufgehört. Sogar sehr starke Raucher. Es hat teilweise ein paar Anläufe gebraucht, aber alle haben es irgendwann geschafft. Im Forum ist es wie im normalen Leben. Einige sind kurzzeitig Feuer und Flamme und dann verschwunden. Wie Jutta auch schreibt. Begegnet mir beruflich sehr oft so ein Verhalten. Finde ich ganz spannend. Verfälscht die Statistik aber sicher auch teilweise. Ich wünsche dir einen schönen Abend und drücke dich mal, wenn du magst :smileumarmung:
03.01.2024
18:18 Uhr
bearbeitet:
03.01.2024
18:19 Uhr
Lieber Klaus, du wirst hier in diesem Forum sehr geschätzt, das weißt du sicherlich. Ich hoffe, du engagierst dich hier auch aus ganz egoistischen Motiven: weil es dir selbst hilft, rauchfrei zu bleiben. Es ist nicht nur so, dass viele "Foris" rückfällig werden, manche verschwinden einfach und wir erfahren nicht, was passiert ist. Ich sitze im November-2022-Zug. Der erste Beitrag in diesem Zug stammt von einer Frau, die zu der Zeit sehr engagiert war. Dann war sie von einem auf den anderen Tag verschwunden. Man macht sich natürlich so seine Gedanken: Ist sie rückfällig geworden? Ist sie vielleicht gestorben? Einmal gab es eine Frau, die nannte sich "Chelsea" und schrieb sehr viel. Auf einmal meldete sich jemand, der sich als ihr Sohn ausgab und schrieb, sie habe einen schweren Unfall gehabt und liege nun im Krankenhaus. Es gab Zweifel an der Authenzität des Sohnes, seitdem haben sich weder er noch Chelsea gemeldet. Du siehst, in diesem Forum muss man nicht nur lernen, das Nikotin und viele Gewohnheiten loszulassen, man muss ggf. auch lernen, Menschen loszulassen, die einem ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe, du bleibst uns noch lange erhalten. LG von Jutta :balloonsheart:
03.01.2024
16:21 Uhr
[quote=655114] Die Statistiken sind wie sie sind. Vielleicht lege ich mich hier mit einem Gegner an, dem ich nicht gewachsen bin. Oder das Gefühl, das ich einfach alles schon 10 mal gelesen habe was es gibt. Bleibt die Gewissheit, das süchtig sein kein akzeptabler Zustand ist. Ein Freund hat mir gerade geschrieben. Er bat mich für ihn einzukaufen. Er kann nicht gehen und hat Angst sich während er geht zu entleeren. Er ist Alkoholiker. Er möchte Gummibärchen, 1 liter Milch und Bier Eine Scheisse ist das. [/quote] Lieber Klaus, was die Statistiken angeht so weißt du doch: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Ich habe in meinem persönlichen Umfeld 4 Menschen, die nach jahrzehntelangem Rauchen zum Nichtmehrraucher wurden und dies auch seit vielen, vielen Jahren geblieben sind. Zwei davon mit dem 1. Versuch, bei der anderen hat es 3 Versuche gebraucht. Dann zwei weitere, die seit ca 2 Jahren rauchfrei sind. Ich kann somit folgende Statistik aufstellen: Alle Menschen, die ich kenne, die mit dem Rauchen aufhören wollten, haben es geschafft. Ich kenne in der Tat keinen einzigen, der aufhören wollte und es nicht geschafft hat. Aber ja: Sucht ist Scheiße. Und Alkohol ist die Pest schlechthin. Wie dem auch sei: Bleib stur und rauch nicht. Egal ob die Sucht dir irgendwas säuselt oder nicht. LG
03.01.2024
14:16 Uhr
Servus, Klaus, mit der Sucht ist das so eine Sache: Jeder muss diesen Kampf erst einmal für sich selber kämpfen. Jeden Tag. Und immer wieder auf's Neue. Heißt, die Sucht muss als mächtiger Gegner auch vom Hirn akzeptiert werden ohne Wenn und Aber. Und da hast Du, wie auch viele viele andere von uns, viel geschafft. Auch wenn bei manchem die versprochenenen gesundheitlichen Verbesserungen ausbleiben. Immerhin, ein ganzes Drittel unseres Zuges hat bislang alles Beinstellversuchen standgehalten - da sind wir immer noch deutlich über dem Durchschnitt von etwa 10-20 % je nach Rauchstoppmethode. Und dank Dir sind wir auch ein sehr schreibfreudiger Zug mit mehr als 200 Seiten mittlerweile. Deshalb einfach mal ein großes Danke an Dich mit der kleinen Bitte: Einfach weiter so zu machen, sowohl beim Rauchfrei bleiben als auch beim Schreiben. Ciao, Frank
03.01.2024
13:42 Uhr
bearbeitet:
03.01.2024
13:45 Uhr
[b]Tag 141 Mittwoch [/b] Ein Drittel ungefähr ist noch an Bord. Die anderen sind irgendwann ausgestiegen und haben ihre Entscheidung revidiert. Wir liegen damit noch am oberen Ende der zu erwartenden Statistik. Für die meisten ist Rauchen einfacher oder besser als Nichtrauchen. Ich selber habe viel gelernt. Viel über Sucht erfahren und gelesen. Mein Entschluss steht noch. Ob ich das schaffe, da bin ich nicht sicher. Mein vieles Geschreibsel hier war auch mit der Hoffnung verbunden, das in unserem Zug mehr durchhalten. Nun bin ich ernüchtert. Seit ein paar Tagen will ich vom Thema Sucht nix mehr hören. Und das wird gerade immer schlimmer. Wie eine Allergie. Vielleicht ist nur die Erkenntnis, das Engagement nichts nützt. Die Statistiken sind wie sie sind. Vielleicht lege ich mich hier mit einem Gegner an, dem ich nicht gewachsen bin. Oder das Gefühl, das ich einfach alles schon 10 mal gelesen habe was es gibt. Bleibt die Gewissheit, das süchtig sein kein akzeptabler Zustand ist. Ein Freund hat mir gerade geschrieben. Er bat mich für ihn einzukaufen. Er kann nicht gehen und hat Angst sich während er geht zu entleeren. Er ist Alkoholiker. Er möchte Gummibärchen, 1 liter Milch und Bier Eine Scheisse ist das.
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