Hallo liebe Rauchfrei-Community,
eigentlich wollte ich mich hier nur als stiller Mitleser motivieren bei meinem Rauch-stopp. Habe heute aber das Gefühl, dass ich meine Raucherkarriere mit euch teilen möchte, um daraus Durchhaltevermögen zu schöpfen.
Meine Nikotin-Sucht-Karriere begann mit 14 Jahren (ab 15-16 dann 20 Kippen am Tag). Habe mit 20 für 4 Jahre aufgehört und dann wegen "Prüfungsstress" (billige Ausrede) wieder angefangen. Als der Nachwuchs kam, habe ich nur noch auf der Arbeit und mit Freunden "heimlich" geraucht und meiner Familie den "Nichtraucher" vorgespielt. Ich tat so als wenn ich nur äußerst selten rauche, obwohl der Nikotin-Teufel mich fest im Griff hatte. Das führte die letzen Jahre dann sogar zu kurzen Ausflügen am Wochenende (Autowaschen, Recyclinghof, Abends bei Partys etc.) wo dann gequalmt und 100 Kaugummis hinter her eingeworfen wurden. Ich konnte/wollte den Suchtdruck nicht mehr über das Wochenende aushalten...
Bin heute 35 Jahre alt.
Seit 2 Wochen habe ich nun erfolgreich meinen Rauch-stopp durchgezogen. Diese heimlichen Aktionen fallen mir gefühlt extra hart auf die Füße, weil ich und der Nikotin-Teufel nicht nur beste Freunde waren, sondern auch noch Komplizen. Mein Verstand suggeriert mir daher neben dem "normalen Verlangen": Ey, "Fingerweg" wir haben die letzten Jahre so viele krumme Dinger gedreht und wir sind nur so selten erwischt worden.
Die ersten Tage sind mir nicht besonders schwer gefallen, der körperliche Entzug scheint bei mir nicht sehr ausgeprägt zu sein. Probleme bereitet mir meine psychische Abhängigkeit. Ich muss aber sagen, dass die Aufklärung von Joel Spitzer und der "Raucherschwur vor einem Rückfall" mir gut helfen sachlich zu werden und nicht wegen irrationaler Gelüsten wieder in den Gift-Strudel zu geraten.
Zu Beginn meines Rauch-stopps habe mir die Bücher von Allen Carr und (wie oben angedeutet) Joel Spitzer durchgelesen und lese bei starker Schmacht Erfolgs- und Horrorgeschichten im Internet.
Danke fürs mitlesen, mir hat das Schreiben des Textes geholfen mein Ziel im Auge zu behalten.
Viele Grüße
Fingerweg