21.08.2026
21:24 Uhrbearbeitet:
22.08.2026
13:24 Uhr
Liebes Tagebuch,
ich habe heute Morgen um ca. 2 Uhr vor genau 6 Monaten meine letzte Zigarette geraucht.
Ich bin also nun ein halbes Jahr rauchfrei.
Wie geht es mir damit?
(Ups, die Antwort fällt etwas länger aus.)
Ich bin durchaus stolz auf mich und ich habe mich sowohl zur Belohnung als auch zur Erinnerung dazu entschieden, mir eine Lotosblüte als Anhänger für eine Halskette fertigen zu lassen.
Denn die Lotosblüte ist für mich ein kraftvolles Symbol für Transformation, Befreiung und Neubeginn.
Sie wächst aus dem tiefen Schlamm durch trübes Wasser nach oben und erblüht an der Oberfläche in makelloser Schönheit.
[b]Der Schlamm[/b]
repräsentiert die Sucht, die giftigen Inhaltsstoffe und das Gefühl, vom Rauchen kontrolliert zu werden.
[b]Das Wachstum[/b]
steht für die oft schwere Anfangsphase des Entzugs, in der ich mich durch das trübe Wasser kämpfe.
[b]Die Blüte[/b]
zeigt den Erfolg. Ich erreiche die Oberfläche, atme wieder tief und frei durch und erstrahle in neuer, gesunder Lebensenergie.
Sobald das Verlangen nach einer Zigarette aufkommt, kann ich außerdem den Anhänger bewusst als „Achtsamkeits-Anker“ nutzen.
- Berühren statt Greifen: Wenn meine Finger aus Gewohnheit nach der Zigarette suchen, berühre ich stattdessen den Anhänger.
- Atempause: Ich nutze den Moment des Ertastens für drei tiefe, bewusste Atemzüge – frei von Rauch, direkt in die Lunge.
- Visueller Reminder: Ein kurzer Blick im Spiegel zeigt mir das Symbol meiner Transformation und erinnert mich daran, wie weit ich schon gekommen bin.
Ich werde in Ruhe nach einem ansprechenden Motiv suchen, das dann nach meinen Wünschen gefertigt werden kann. Vielleicht finde ich ja auch schon einen fertigen Anhänger, bei dem mein Herz sofort sagt: „Das ist er.“
Mir geht es gut. Natürlich habe ich Problembereiche.
Aber die sind ja nicht automatisch dem Nichtmehrrauchen geschuldet.
Mich über etwas ärgern, schlecht schlafen, das kann mir mit und ohne Zigaretten passieren.
Ok, den verstärkten Süßigkeitenverzehr schiebe ich definitiv darauf, dass ich nicht mehr rauche. Und dass mein Raucherhusten weg, meine Atmung besser ist, ebenso.
Ich bin weiterhin positiv gestimmt.
Ich freue mich weiterhin jeden Tag darüber, dass ich nicht mehr rauche.
Für mich ist dieses Nichtmehrrauchen kein Verzicht, sondern ein Gewinn.
Und ich wünsche jedem, der sich zum Aufhören entscheidet, dass er auch diese Einstellung bekommt.
Denn dann ist es viel einfacher, das Verlangen als das zu entlarven, was es ist, nämlich nur Einflüsterungen meines Suchthirns. Und es ist leichter, das Verlangen abzuwürgen, ihm keinen Raum zu geben.
Das Gemeine ist ja, je mehr ich ans Rauchen denke, desto öfter meldet sich das Suchthirn. Und je öfter es sich meldet, desto mehr denke ich wiederum ans Rauchen.
Das Schöne ist aber, dass es auch andersrum funktioniert. Je weniger, desto seltener, desto weniger wiederum, bis irgendwann ein Gedanke nur noch kurz zur Kenntnis genommen wird.
Das ist mein Ziel. Und deswegen lasse ich mich auf keinerlei Diskussion ein.
Das ist wie beim Staubsaugervertreter an der Haustür.
Am Anfang antworte ich freundlich, dass ich keinen bräuchte, da mein jetziger mir reicht.
Der Vertreter wird immer wieder klingeln und durch neue „Argumente“ versuchen, mich dazu zu überreden, den unnötigen Staubssauger zu kaufen.
Irgendwann könnte ich von ihm vollgequatscht seinem Willen erliegen und hätte ab dann ein Ding im Haus, das ich nicht brauche.
Wenn ich wiederum so früh wie möglich „Nein, danke“ sage und die Haustür vor ihm energisch schließe, wird er vielleicht noch mal wieder kommen und noch mal versuchen, mich zu überreden.
Aber dann wird er irgendwann nur noch mit einem Blick auf meine Haustür vorbeigehen.
Das bekomme ich noch mit - die Küchenfenster sind ja fast immer zur Straße ausgerichtet -, aber der Vertreter nervt mich nicht mehr.
Ich wünsche uns allen (in Bezug aufs Rauchen ) entspannte und zufriedene Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte.
Liebe rauchfreie Grüße Kyra