06.12.2018
07:00 Uhrbearbeitet:
06.12.2018
07:42 Uhr
Guten Morgen,
vielleicht hilft es mir, wenn ich ein bisschen was aufschreibe. Also werde ich mal probieren meine Gedanken ein bisschen zusammenzufassen.
Der Entschluss mit den Rauchen aufzuhören ist schon seit mehreren Wochen bzw. Monaten in meinen Kopf, aber ich habe ihn nie wirklich umgesetzt. Immer wieder habe ich mir gesagt ich höre nach dem Urlaub auf, ich höre nach der nächsten Seefahrt (ich bin Nautiker vom Beruf) auf usw.. Wer kennt dieses aufschieben nicht?
In der letzten Wochen kam es dann aber schlag auf schlag. Nach einer Erkältung merkte ich bei jeder Zigarette wie die Lunge pfeift und habe mich gefragt warum. Ich fing an das ganze in Geld aufzurechnen. Ich rauche mal mehr mal weniger seitdem ich 15 Jahre alt bin, also fast 15 Jahre. Wenn ich im Schnitt 17 Zigaretten am Tag rechne bei einen Durchschnittspreis von 0,25 € pro Zigarette, sind das über 23.000 € die ich in die Luft geschossen habe. Wenn ich dann mal die restliche Zeit meines Lebens (ca. 55 Jahre) dazu rechne (mit einen Preis von 0,32 € pro Zigarette), komme ich auf über 110.000 € die ich in die Luft schieße. Was habe ich davon? Richtig, nichts.
Daraufhin kam ich am Montag relativ spontan und diesmal ohne mir vorher einen Aufhörtermin zu setzen, zu den Entschluss: "ich höre jetzt auf".
Ich habe keine letzte Zigarette geraucht, habe nicht die letzte Schachtel weggeschmissen und mich gefreut, habe mit niemanden in meiner Familie über das aufhören geredet, sondern habe es einfach getan.
Die letzte Schachtel Zigaretten habe ich noch. Die fährt jetzt solange bei mir auf dem Beifahrersitz im Auto, bis ich nicht mehr an Zigaretten denke. Jeden Tag soll mich die Schachtel an meine Schwächen und schlechten Eigenschaften erinnern und mich dabei unterstützen diese zu verbessern.
Die letzten vier Tage waren erschreckend. Ich glaube, ich habe noch nie bewusst soviel über das Rauchen nachgedacht. Meine Gedanken kreisen immer wieder um dieses Thema. Ist das nicht schlimm? Wie krank sind wir bzw. wie krank macht uns die Droge im Kopf? Immer wieder zu denken ich muss jetzt Rauchen, wäre es nicht schön jetzt eine zu Rauchen oder die Gedanken der Selbsttäuschung (jetzt eine Rauchen und es ist nicht schlimm, ich kann ja auch noch morgen aufhören).
Ich hoffe, dass ich diese Schwäche irgendwann besiegen kann und meine Gedanken sich wieder um wichtigere und vor allem schönere Dinge als das Rauchen dreht.
Gestern Abend war für mich, bis dato der härteste Abend. Mein Verlangen nach einer Zigarette war so groß, das ich um 20:15 Uhr einfach ins Bett gegangen bin und gesagt habe, wenn ich schlafe kann ich nicht rauchen. Heute morgen habe ich dieses Verhalten von mir reflektiert und selber, für mich das erste mal, festgestellt wie abhängig ich von Zigaretten bin. Heute habe ich, die Zigarettenschachtel auf meinen Beifahrersitz das erste mal als widerlich und böse empfunden. Ich hoffe das ist der erste Weg zu Besserung.
Jetzt heißt es den täglichen Ablauf neuzugestalten, zu lernen an andere Dinge zu denken und jeden Tag aufs neue den inneren Schweinehund zu besiegen.
Wünsche allen Mitkämpfern gegen diese Droge,
Viel Stärke, viel Kraft und viel Glück
Max