Ich bin etwas verzweifelt wegen dieser starken Atemnot, die erst ein paar Wochen nach meinem Rauchstopp vor 3 Monaten begonnen hat. Klar, auch schon vorher musste ich langsam bergauf gehen und konnte dabei nicht reden, blieb aber meistens unter den angegebenen Zeiten auf den Hinweistafeln.
Gestern ging ich mit einer Bekannten einen wunderschönen Weg, den ich schon oft gegangen bin. Nur diesmal hatte ich richtig Probleme bei den ohnehin moderaten Steigungen.
Ich fliege ja in 6 Tagen nach Spanien zum Pilgern und war gestern extrem besorgt, ob ich das wirklich tun soll. Wieder mal schrieb ich ein Mail an den Lungenarzt mit der Bitte mich irgendwie einzuschieben und meine Lungenfunktion zu messen. Antwort: Kein Termin frei, außer wenn wer ausfällt, dann melden sie sich.
Jetzt habe ich aber heute im Internet gelesen, dass diese Verschlechterung der Atemnot bei COPD auch noch nach 3 Monaten nicht ungewöhnlich und daher auch kein Anlass zur Sorge ist. Das kann bis zu 9 Monaten dauern, bis sich alles eingerenkt hat. Das ist quasi der Reinigungsprozess. Vielleicht dauert es bei mir halt solange, da ich doch 51 Jahre geraucht habe.
Eine Apothekerin hat mir heute gesagt, dass so eine Verschlechterung zuerst nicht ungewöhnlich sei.
Irgendwo habe ich sogar gelesen, dass Nikotin die Bronchien erweitern sollen und der Körper ähnlich wie bei der Umstellung der Dopaminproduktion einige Zeit braucht, sich umzustellen. Aber leider finde ich den Artikel nicht mehr.
Momentan bin ich nicht mehr so panisch wie gestern und werde nach Spanien fliegen. Mir tut eine Pilgerung psychisch immer sehr, sehr gut. Und genau das brauche ich jetzt. Auch nachdem die Wirkung meiner Psychopharmaka ziemlich nachgelassen haben.
Bei all diesen beängstigenden körperlichen Vorgängen kann ich mich aber trotzdem so was von glücklich schätzen, da der Rauchstopp an sich bisher sehr glimpflich verlaufen ist.
Kein Vergleich zum letzten 3monatigen Versuch vor gut einem Jahr, wo mein innerer Druck ab dem 3. Monat unaushaltbar wurde.
Ja, es tauchen schon immer – teils auch heftigere – Verlangensattacken auf, die aber nur kurz anhalten. Und noch habe ich leider das Gefühl des Verzichtes, obwohl ich schon auch die vielen Vorteile, wie guter Geruch in der Wohnung, keinen Stress bei Einladungen oder Unternehmungen, kein Gedanken, wie ich die Rauchpause überstehen soll, wenn ich fliege, und noch vieles mehr.
Jetzt möchte ich mich bemühen, dass ich mich auf die bevorstehende Pilgerung in Spanien freue.