Liebe oderso,
ich schließe mich hier einmal klicker an, der deinen post kopierte und dir hier geantwortet hat.
Deine umtriebigen gedanken eventuell rückfällig werden zu können; auch noch nach jahren.
Ich selber war über 400 tage rauchfrei, als ich kurzzeitig rückfällig wurde und kann das, was klicker schreibt voll unterstreichen - mangelnde resillienz und dieses "alles egal" gefühl führte auch bei mir zu einem rückfall.
Ich habe so lange in meinem leben geraucht und alkohol getrunken, und als ich damit anfing fand ich es super. Ich fühlte mich mit dem rausch toll, ich mochte die attitüde und ich habe so viele positive assotiationen mit tabak und alkohol, die emotional und unterbewusst mit mir verbunden sind.
Die erkenntnis, dass meine süchte mir selbst schaden, kam erst viel später. Erschwerend kommt hinzu, dass diese erkenntnis viel stärker rational als emotional verknüpft ist -
:D und wer will schon immer vernünftig sein 24/7 ???
:roll: Hey, paulchen halt die klappe
Es gab im laufe der jahre meines rauch- und alkoholstopp unterschiedliche phasen, wie ich meine zukunft sah. Zwischen wackelig und unsicher -ob das klappt- bis zu felsenfest "Ich? Nie wieder"
Heute, gerade aktuell merke ich eine grosse ambivalenz. Wenn es mir emotional gut geht ist rauchen der letzte dreck und kommt, zumindest für mich, nicht mehr in frage- punkt.
Wenn es mir aber schlecht geht, erinnere ich mich ganz anders ans rauchen und ich merke, dass raucher zu sein, bei mir nicht ausgelöscht ist, kein weisses blatt, wie bei einem menschen, der nie geraucht hat.
Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, denn es ist keine sehnsucht darin wieder rauchen zu wollen - aber meine ablehnung ist nicht mehr ganz so bedingungslos.
Ich habe meine sucht nie als teufel oder dämon bezeichnet, sondern als eine seite in mir, die der verführung des körpereigenen belohnungssystem nicht widerstehen konnte. Und dieses belohnungssystem besitze ich ja immer noch!
Was es zu lernen gilt ist, die verführerische stimme der sucht immer früher in sich selbst zu erkennen und sich immer entspannter abwenden zu können; auch in trostlosen phasen, gerade in diesen.
Das lässt sich lernen, wie man lernen kann einen ball zu fangen und wenn ich 10.000 bälle gefangen habe, dann wird es zu einem reflex.
Ich wünsche mir heute nicht mehr, dass meine gedanken ans rauchen verschwinden sollen, nein, sie sind wichtig - weil sie mich achtsam sein lassen.
Und damit geht das alles sehr gut.
LG von paul
"Ich will ..." und " ich kann..."