Hallo Klaus,
auch von mir mal ein herzliches Willkommen an Bord! Und gleich mit etwas über drei Wochen als Antrittsgeschenk im Gepäck... Respekt sage ich da!
Ich hab mich in einigen Deiner Ausführungen wieder erkannt...
[quote="programmierarix"]
... weil man Leichtsinnig wird. Es ist ja nur diese "eine" Zigarette. Weil jetzt habe ich ja schon sooo lange nicht mehr geraucht, da hab ich das ja komplett im Griff, nicht wahr? Und als nunmehr freier Mensch, kann ich ja selbstbestimmt eine Zigarette rauchen..
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Genau dieser Trugschluß hat mich nach elf Jahren in Abstinenz in eine erneute Raucherkarriere zurückgeführt. An deren Ende ich mich hier einfand, um wie Du gestützt von der Gemeinschaft hier aufzuhören (und sie hat wirklich erheblich dazu beigetragen, daß mir der Befreiungsschlag gelungen ist!). Der Punkt ist, daß wir uns nun mal ein Suchtgedächtnis antrainiert haben, das wir zwar schlafen schicken können, das jedoch mit nur einem Zug wieder wach wird - und dann anfängt nach Futter zu jaulen. Damit müssen wir einfach leben, das müssen wir als Ergebnis unserer Raucherkarriere akzeptieren. Und es ist, mal ehrlich, ja eigentlich auch keine Schwierigkeit, nach Abschluß der Entwöhnung einfach "Nein danke" zu sagen, wenn die Sucht um die Ecke lugt und fragt, "na? Du und ich wie in alten Zeiten, wie wärs? Nur einmal..." . Die Gefahr ist einfach nur mangelnde Achtsamkeit und unser Irrglaube, eine könne uns mal nichts tun. Denn das ich schlichtweg falsch. Insofern gebe ich Dir völlig recht, wir werden keine Nichtraucher mehr, sondern werden immer Raucher bleiben, die nicht mehr rauchen. Wie bei jeder anderen Sucht auch ist es daher existenziell, künftig einfach keine Zigarette mehr anzufassen. Nie mehr einen einzigen Zug.
Aber weißt Du was? Ich glaube, diese Erfahrung haben wir einfach noch mal gebraucht auf unserem Weg in die dauerhafte Rauchfreiheit. Darum laß es uns als wichtige Erfahrung abspeichern, die uns hilfreich sein wird, daraus lernen, und es jetzt endgültig durchziehen, einverstanden?
Diese Matschigkeit kenne ich auch, oh Himmel :roll: Ich war zumeist platt, erschöpft, unkonzentriert, müde, und das wie Du über mehrere Wochen hinweg. Behilf Dir ruhig mit hier und da mal einem Päuschen mehr, Termindruck hin oder her. Du sollst ja nicht tageweise die Arbeit einstellen, das verlangt ja keiner von Dir, doch wenn eine Pause mehr erforderlich ist im Moment, dann gönne sie Dir. Steh auf, geh fünf Minuten ans Fenster, tanke frische Luft. Südfrüchte helfen auch aufgrund des Vitamingehalts. Vielfach wird die Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auch bedingt durch leichte Kreislaufunschärfen während des Entzugs, da könnten dann ein paar Kniebeugen helfen. (Und ja, auch das Wasser natürlich, das ist sowieso unerläßlich in der Entwöhnung.) Und akzeptiere es für den Moment einfach, ich meine, Dein Körper und Dein Geist leitsten ja momentan richtig Arbeit, das ist doch ein Grund zu ermüden richtig? Gesteh es Dir erst mal zu Klaus.
Ich gebe Dir mein Wort, daß Du nicht ewig dem Einsiedlerleben frönen mußt. Dazu, daß Du es vorübergehend durchziehen kannst, indes gratuliere ich Dir. Ich denke, es trägt sehr zur Entkoppelung bei, wenn man sich eintrainierten Rauchersituationen oder solchen, in denen man sich als gefährdet erkennt, fürs erste nicht aussetzt. Denn das Gehirn "verlernt" diese Koppelungen. Ferner: wenn Du Dich fürs erste einschlägigen Situationen entziehst, läufst Du auch nicht Gefahr, daß diese das Rauchverlangen triggern. Manche setzen sich bewußt solchen Situationen aus, um sie bewußt rauchfrei zu überstehen, und auch diesen Weg finde ich nicht verkehrt. Jeder muß herausfinden, was für ihn funktioniert. Und wenn es für Dich das ist, daß Du Dich aus den bekannten Situationen einfach heraushältst, dann gratuliere ich Dir, daß Du es umsetzen kannst!
Laß einfach weiterhin hören, wie es Dir geht, und wenn Du Austausch oder Anregungen brauchst, komm einfach auch jederzeit her. Und hab auf gar keinen Fall Manschetten, Dir Deine Befindlichkeiten hier vom Leib zu schreiben! Das ist kein Rumgebrabbel, das ist Selbsthilfe. Das muß so! Für den Moment erstmal weiterhin viel Erfolg, Kraft und Optimismus und erholsamen Schlaf. Herzliche Grüße sendet Dir
Lydia