Hi Samsy,
wowowow immer mit der Ruh. Nicht aufregen, nicht verzweifeln erstmal. Nicht Du bist doof, zu weich oder was Du Dir sonst so zu Unrecht vorwirfst, sondern die Sucht ist fies. Und es gibt nichts, aber auch gar nichts, wofür Du Dich hier entschuldigen müsstest. (Und ein ganz klein bißchen Lobeshymnen singen, ganz leise, kannst Du mir auch nicht verbieten: erstens nimmt Dir die zehn Tage jetzt keiner mehr weg, die hast Du gewuppt, und zweitens weißt Du ja, wie großartig ich es finde, daß Du Dich niemals unterkriegen läßt, immer wieder weitermachst mit dem Aufhören, das Ziel nie aus den Augen verlierst. Aber das nur so ganz am Rande - wenn Du mir das Hymnensingen schon verbietest.)
Ich mein, schau mal, es gibt ganz viele Aufhörer, die eben nicht einfach die letzte Zigarette ausmachen und dann gar keine mehr rauchen. Sie hören auf, stolpern mal, überlegen sich, wie das passieren konnte und wie man beim nächsten Mal anders mit der Situation umgehen könnte - hören aber immer noch auf! Und ganz ehrlich? Ich denke mal, ich hatte bei meiner Entwöhnung einfach nur Glück, denn hätte sich mir in den ersten Tagen oder schwierigen Phasen eine Zigarette präsentiert (wo hattest Du die eigentlich her?), wäre ich sicher auch über diese gestolpert. Somit denke ich, hätte es mir ganz genauso passieren können, so wie jedem anderen auch, so, wie es auch vielen passiert ist. Also bitte sei nun nicht deprimiert deswegen. Überleg Dir: Was ist passiert? Und wie machst Du es beim nächsten Mal anders? Aber bitte mach Dir keine Vorwürfe. Der lineare Weg ist eben nicht der Deine. Akzeptiere es - und höre weiter auf. So wie Du es planst. So wie Du es schon angegangen bist. Irgendwann hat es sich auch mal ausgestolpert.
Und bitte Deine Frau, nicht böse auf Dich zu sein. Der Weg in die Rauchfreiheit ist nun mal nicht immer einfach und mitunter mit Stolpersteinen nur so gepflastert. Weiß sie das, hat sie selber schon einmal aufgehört? Vielleicht kannst Du bei Gelegenheit ein Gespräch mit ihr führen (ich bin da immer ein ganz großer Fan offener Worte in ruhiger Atmosphäre) und ihr erzählen, was Dich immer so überfällt, wenn Du ausrutschst. Vielleicht kann sie ja mithelfen, indem sie Dir zuredet, Dich aufhält, oder Du sie am Handy anrufst, wenn Du wackelst. Vielleicht könnt Ihr ja irgendwie so ein Arrangement treffen? Ich habe meinen (noch nie rauchenden) Mann im Entzug auch hin und wieder in dieser Form beansprucht und mir hat das geholfen. Könnte Dir das auch im Notfall helfen?
Und jetzt bitte, bitte mach Dir keine Vorwürfe mehr Samsy. Du hörst immer noch auf! Geh den Weg ganz ruhig weiter wie in den letzten zehn Tagen.