Steht zwar schon im Zug, aber ich will es auch hier bei mir in meinem Wohnzimmer haben:
Was mir gerade so durch den Kopf geht ist die Frage, wie Nikotinsucht in der Gesellschaft gesehen wird.
Ich stelle mir vor, ich wäre tablettenabhängig oder alkohol- oder kokainabhängig und würde beschließen, von dieser Sucht loszukommen.
Ich würde krankgeschrieben werden, vermutlich würde ich in eine Klinik können, hätte dort entsprechende Therapien plus Angebote zur Ablenkung.
Die Außenwelt würde größtenteils meinen Mut bewundern, versuchen mich zu motivieren und würde gnädig mit mir umgehen, wenn sie meine Launen zu spüren bekommt. Ein Rückfall wäre Indiz dafür, wie schwer ich es doch habe mit meiner Sucht und wie schrecklich diese Erkrankung ist.
Ich bin nicht tablettenabhängig, auch nicht alkohol- kokain- oder sonstwas abhängig. Ich bin einfach "nur" nikotinabhängig. Wie reagiert die Gesellschaft darauf?
Die meisten Menschen reagieren gar nicht. Rauchen ist ja nur eine blöde Angewohnheit, die man lassen kann, wenn man sich ein bisschen zusammenreißt. Und wer es nicht schafft, der ist halt undiszipliniert oder schlicht und ergreifend ein bisschen doof, weil er nicht erkennt, dass er sich schädigt.
Und natürlich bin ich weder krank geschrieben, noch in einer Klinik, noch habe ich Einzel- und Gruppentherapiestunden. Wenn ich will, kann ich nebenher einen Raucherentwöhnungskurs machen. So nach der Arbeit, nach einem langen Tag oder am Wochenende.
Jetzt wo ich am eigenen Leib und in der eigenen Seele spüre, wie schwierig es ist, von diesem Dreckszeugs wegzukommen, bin ich entsetzt darüber, wie wenig darüber aufgeklärt wird wie schwierig es ist, wieder davon loszukommen. :hammerfuerwutan:hammerfuerwutan:hammerfuerwutan