Liebe Paola,
Zuerst einmal möchte ich Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest wünschen. Mit allem was an Gutem und Schönem dazu gehört.
So, und jetzt wird es lang. Ich habe Dir versprochen, Dir etwas zu verklickern. Nämlich, wie es zu dem Verlust meines Ohres kam. Die liebe Heike (Pearle) hat dies seinerzeit in einer so netten Geschichte verpackt. Vielleicht eine gute Zeit zum Schmökern. Fühl Dich lieb umarmt :smileumarmung:.
Alles Liebe,
Klicker
Hier die Geschichte:
Das Wunder am Erbsensuppentag oder als Klicker sein Ohr verlor Teil 1
Klicker saß im Garten und räkelte sich auf seinem Lieblingsast auf dem Kirschbaum. Jeden Donnerstag war er hier, denn an jedem Donnerstag gab es etwas, was ihn davon abhielt wie gewohnt hinein zu stürmen und nach dem Mittagessen zu sehen.
Donnerstags war Erbsensuppentag, was Klicker gar nicht gefiel. Also blieb er so lange wie möglich draussen, in der Hoffnung, dass seine Mutter ihn vergaß.
Aber da rief sie schon: „ Klicker, kommst du?“
Er brummte: „Mmmmh ja gleich Mama.“
Klicker wollte sich schon vom Ast schwingen, als sich neben ihm ein winziger Junge räusperte.
„Erbsensuppe mag ich auch nicht,“ sagte der Kleine. Obwohl der Junge auf dem Ast so klein war erschrrak Klicker ganz furchtbar. Das konnte doch nicht sein.
„Du brauchst eine Wunschfibel.“ Der Kleine sah ihn an.
„Eine Wunschfibel?“ Klicker verstand gar nichts, „ Wer bist du überhaupt?“
„13“
„13?“
„Ja. Ich bin das Kind Nummer 13. Und jetzt komm. Deine Mutter kommt gleich um die Ecke und dann ist es zu spät.“ Damit sprang 13 vom Baum und lief auf ein dichtes Efeugewirr zu.
Als wäre er verzaubert folgte Klicker dem Kleinen. Er sah mit Erstaunen, wie der Kleine das Efeu zur Seite schob und ein Höhleneingang sichtbar wurde. Vor dem Eingang prangte ein Schild:
„Erbsensuppentag-Versteck
Zugang nur Donnerstag
nur unsichtbare erlaubt.
Missbrauch strafbar.“
Unsichtbar? Missbrauch strafbar?
„Hmmmm“, 13 fasste sich an den Kopf,„ du hast wohl keine Unsichtbarkeitswolke?“
„Nein“
„Warte.“
13 sauste los und kam nur zwei Sekunden später mit zwei Zigaretten und einem Feuerzeug zurück.
„Du musst die Wolke anzünden und dann ein Mal tief einatmen. Dann atmest du ganz doll wieder aus und schon bist du in Nebel gehüllt. Sobald du wieder sichtbar bist, wiederholst du das. Siehst du so.“
13 zündete eine Zigarette an und zog den Rauch tief ein und stieß ihn wieder aus. Sofort war er in dichten Nebel gehüllt und unsichtbar.
„Aha“, dachte Klicker, „ Ja das kann ich.“
Auch Klicker zündete sich die Zigarette an und nahm einen tiefen Zug, Er stieß den Atem wieder aus und musste plötzlich ganz doll husten. In der Folge war er komplett unsichtbar, bis auf sein rechtes Ohr. Er ging in die Höhle, weil er nicht wusste, dass sein Ohr noch sichtbar war. Das Ohr blieb im sichtbaren Leben aber Klicker ging weiter. Damit wurde sein Ohr für immer von ihm getrennt.
(So war das Heike)
Das Wunder am Erbsensuppentag oder als Klicker sein Ohr verlor Teil 2
Klicker lief in den Gang hinein. Es war dunkel und der Boden war glitschig und er verlor recht schnell die Orientierung. Von 13 hatte er auch nichts mehr gehört oder gesehen. Fleißig zog er an der Zigarette, damit er auch immer unsichtbar blieb und jedes Mal musste er furchtbar husten. Plötzlich sagte eine Stimme:
„Ich kann deine Füße sehen...“
Klicker erschrak, denn er konnte einfach niemanden sehen.
„Was???“
„Ich kann deine Füße sehen.“
„Wieso kannst du meine Füße sehen, ich bin doch unsichtbar.“
„Bis auf deine Füße.“
„Aber ich hülle mich doch immer in die Unsichtbarkeitswolke ein.“
„Ja aber du hustest wie ein 80-jähriger Bergarbeiter. Da ist es doch kein Wunder, dass Teile von dir sichtbar bleiben,“ während sie das sagte, warf sie ihre Zigarette zu Boden und trat sie aus. Jetzt sah Klicker ein Mädchen mit dunklen Haaren. Sie war ungefähr so alt, wie er selbst.
„Ich kann dich sehen,“ sagte Klicker und hustete noch einmal fürchtbar nach einem Zug.
„Hahahahahahahhahahhh,“ lachte das Mädchen, „ jetzt sehe ich deine Füße und den oberen Teil deines Kopfes. Hey dir fehlt ein Ohr...“
Klicker fasste sich an den Kopf. Mit entsetzen stellte er fest, dass ihm tatsächlich ein Ohr fehlte. Er schaute automatisch zu Boden, um danach zu suchen.
„Aber mein Ohr wie kann das sein?“
„Mach dich erst Mal sichtbar, dann siehst du auch wieder mehr. Dann ist ja nicht mehr alles in Rauch eingehüllt.“
„Aber da war doch das Schild...,“ widersprach Klicker verwirrt, „Nur unsichtbare, Missbrauch strafbar. Was heußt das eigentlich?“
„Ach so, du darfst nur unsichtbar hereinkommen. Wenn der Zugang geschlossen und die Gefahr entdeckt zu werden nicht mehr da ist, darfst du wieder sichtbar sein.“
Klicker trat die Zigarette aus, im Grunde froh darüber, dieses stinkende Ding los zu sein und auf einmal war der Tunnel taghell. Allerdings hatte das Mädchen etwas gesagt, was ihn schaudern ließ: Nachdem der Zugang geschlossen ist... Hatte er den Zugang wieder verdeckt?
Plötzlich ging ein starker Windstoß und ein greller Alarmton durch den Gang. Das Mädchen und Klicker zündeten sofort wieder ihre Zigaretten an, um in der Unsichtbarkeitswolke zu verschwinden. In diesem Moment vernahm Klicker eine Stimme, die ihm wohlbekannt war.
„Klicker, bist du da drin. Nein“, murmelte Klickers Mutter,„ das kann nicht sein. Er wird drin sein und sich die Hände waschen. Und wonach riecht das hier? Bahh was für ein ätzender Gestank.“
Klickers Mutter zog die Abdeckung vor den Tunnel und verschloss ihn damit. Dann ging sie wieder in die Küche.
„Wow, da hast du ja noch Mal Glück gehabt. Du bist wohl Klicker oder? Ich bin 5.“
„Hallo 5,“ Klicker hustete was das Zeug hält. Er machte die Zigarette wieder aus. Auch 5 wurde wieder sichtbar und so gingen sie den Tunnel gemeinsam weiter.
„Dein Ohr ist immer noch nicht da,“ sagte 5,„Es war bestimmt noch sichtbar, als du hereingekommen bist. Dann musst du nachher draußen danach suchen. Ich hoffe deine Mutter hat es nicht erschreckt und verjagt.“
„Mein Ohr ist alleine draußen geblieben?“
„Es war ja noch sichtbar. Da kann es hier nicht rein,“ 5 wurde ein wenig ungeduldig.
„Was machen wir denn jetzt? Ich kann doch nicht so einohrig herumlaufen,“ Klicker musste fast weinen, so elend war ihm zu Mute. War es das Wert? Nur um sich in Rauch zu hüllen und der Erbsensuppe zu entgehen.
„Und wer bist du eigentlich?“
„Ich bin eine Ausreißhelferin. Die meisten schaffen das nicht. Und deshalb zeigen wir euch den Anfang. Wer hat dir geholfen?“
„13“
„Wow und der hat es wirklich geschafft? Dann warst du wohl sein erster Fall. Da kann so etwas, wie mit deinem Ohr schon Mal passieren. Komm, wir gehen ihn suchen. Er weiß vielleicht was mit deinem Ohr ist.“
„Das ist eine gute Idee,“ Klicker war beruhigt etwas tun zu können.
Klicker und 5 gingen weiter den Gang entlang, auf der Suche nach 13, als eine Tür vor ihnen auftauchte. Auf der Tür war ein Schild zu sehen:
Es ist verboten
Zigaretten auf den Boden zu werfen
und dort auszutreten.
Missbrauch strafbar.
Klicker bekam Herzklopfen, denn genau das hatten 5 und er ja gerade getan.
„Was machen wir jetzt?“
„Na, weiter gehen, “ mit diesen Worten öffnete 5 die Tür mit dem Schild und war verschwunden. Klicker aber stand vor der Tür und wusste mal wieder nicht weiter.
Ja so war das. Ob Klicker sein Ohr findet? Ob er die Erbsensuppe essen muss? Und wo sind 5 und 13?
Das Wunder am Erbsensuppentag Teil 3
Klicker stand also allein gelassen vor dieser Tür und hatte eine Entscheidung zu treffen:
Entweder zurück gehen und sein Ohr suchen und zwangsläufig seiner Mutter und der Erbsensuppe über den Weg laufen oder die Tür öffnen und weiter gehen. Weiter diesen seltsamen Gang, mit diesen anderen Kindern, die Zahlennamen hatten.
Klicker überlegte hin und her. Einerseits war er traurig wegen seines Ohrs und er hatte Hunger, andererseits war er sehr gespannt, welche Abenteuer er hier noch erleben würde.
„Aber“, so sagte er sich, „Ich kenne doch jetzt den Zugang und kann jederzeit wieder herkommen. Ich brauche ja nur ein paar Zigaretten von Vati.“
Also drehte Klicker um und ging den Weg zurück.
Nachdem er einige Zeit gegangen war, kam es ihm so vor, als sei er schon sehr viel länger unterwegs, als zuvor. Außerdem war er an vielen Schildern vorbei gekommen, die er so nicht kannte. Zum Beispiel das, was gerade vor ihm auftauchte:
Es ist ein Zeichen von Respekt
jeden der dir entgegenkommt zu grüßen.
Auch wenn dieser unsichtbar ist.
Missbrauch strafbar
Das waren schon seltsame Schilder. Sie waren sehr kunstvoll gestaltet und keines sah wie das andere aus. Deshalb war es manchmal schwer sie sofort zu erkennen. So wie das, was er gerade passierte. Es hatte einen verschnörkelten, goldfarbenen Rahmen und viele rote Rosen als Dekoration. Auf dem Schild stand:
Es ist nicht gestattet Keksverpackungen
auf den Boden zu werfen.
Bitte in den dafür vorgesehenen
Behältern entsorgen.
Missbrauch strafbar.
„Aua, du bist mir auf die Füße gelatscht und gegrüßt hast du auch nicht. Diese Jugend wird immer unhöflicher. Da denke ich mir doch, das hier ist deine Keksverpackung, die hier mitten im Gang liegt. Hier nimm die gefälligst zurück und entsorg sie ordentlich!“
Klicker erstarrte. Er konnte immer noch niemanden sehen und der Mann echauffierte sich mehr und mehr.
„Zur Salzsäule erstarrt. Sag mal kannst du nicht reden? Also lesen kannst du ja wohl nicht. Na ja, was soll man von einem einohrigen erwarten...“
„Ich kann reden,“ Klicker war jetzt erbost, „ und lesen kann ich auch und diese Keksverpackung ist auf keine Fall Meine. Grüßen kann ich Sie nicht, weil ich sehe Sie ja nicht. So. “
„Ach so. ja, da werde ich mich dir mal zeigen.“
Er gab Klicker eine Zigarette und zündete sie an. Klicker hustete wieder, aber nicht mehr so schlimm. Er schien auch vollkommen unsichtbar zu sein, denn der Andere sagte nichts.
Er sah eine seltsame kleine Gestalt. Er hatte einen grünen Hut auf, trug ein grünes Sakko und eine lila-farbene Hose und dazu riesige gelbe Schuhe.
„Guten Tag ich bin Achim.“
„Guten Tag Achim. Ich bin Klicker.“
Irgendwie hatte dieser Achim etwas beruhigendes.
„Wohin des Wegs, Klicker?“
„Ich will zurück zu dem Eingang in unserem Garten. Aber es ist alles anders, obwohl ich nur zurück gelaufen bin. Ich glaube ich habe mich verirrt..“ Klicker zog noch einmal an der Zigarette. Es war eigentlich nicht nötig, denn er war absolut unsichtbar, aber es beruhigte ihn.
„Na da hat dir wohl niemand gesagt, dass du erst eine Aufgabe erfüllen musst? Wer war dein Helfer?“
„13 und 5 war kurz bei mir.“
„Und wo sind die beiden jetzt?“
„13 war gleich verschwunden und 5 ist hinter einer Tür verschwunden. Da bin ich dann umgedreht.“
„Was war das für eine Tür? Du musst immer weiter rauchen. Sonst bist du wieder sichtbar und ich kann dir nicht helfen...“
„Oh ja entschuldige Achim,“ Klicker nahm einen tiefen Zug und musst nun fast gar nicht husten,„ Es war eine normale Tür, mit einem Schild drauf.“
„Und was stand auf dem Schild?“
„Es ist verboten
Zigaretten auf den Boden zu werfen
und dort auszutreten.
Missbrauch strafbar“
„Ah, die Tür des Schildermalers“, Achim warf seine Zigarette zu Boden und trat sie aus. Sofort war er verschwunden.
Auch Klicker warf seine auf den Boden und trat sie auf, und fragte sich dabei, ob das dieser Missbrauch sein könnte.
Aber Achim blieb verschwunden. Einmal stand Klicker allein im Gang und wusste nicht weiter. Er wollte sich am Ohr kratzen, aber sein bevorzugtes „Kratzohr“ war ja verschwunden.
„Dieser Achim hat zwar seltsam ausgesehen und auch merkwürdig gerochen, aber er war echt nett,“ und nun musste der arme Klicker wirklich weinen.
Ja, so war das
Wird Klicker aus dem Gang herausfinden? Wird er Achim
Das Wunder am Erbsensuppentag oder als Klicker sein Ohr verlor, Teil 4
Wieder alleingelassen in einem Gang zu stehen war zu viel für Klicker. Ihm reichte es endgültig. Hätte er doch die doofe Erbsensuppe gegessen, dann säße er jetzt mit seinem Bruder und seiner Mutter zusammen. Stattdessen stand er hier in diesem Gang mit nur einem Ohr und weinte bitterlich.
Und da hörte er sie, zum ersten Mal, die Stimme, die ihn für immer begleiten würde. Die Stimme aus dem Off:
„Wein nicht lieber Klicker. Du hast alles richtig gemacht. Jetzt zünde dir noch eine Zigarette an und du siehst wieder alles ganz klar vor dir. Dann wird sich alles finden. Das verspreche ich dir.“
Klicker sah sich um. Niemand zu sehen, aber es hatte jemand mit ihm geredet. Aber wenn es so einfach war, na dann rauchte er einfach eine Zigarette. Mal sehen, was passiert. Klicker zündete sich eine Zigarette an und nahm einen Zug. Husten musste er nicht mehr und in diesem Moment tröstete ihn die Zigarette so sehr, dass er sie so richtig genoss.
Und beim Ausatmen sah er sie alle: 13, 5 und Achim. neben Achim sah er noch einen Mann, der einen sehr großen Schnauz-Bart und einen rosa-farbenen Samtanzug trug. Dann ging alles sehr schnell. Achim sollte ein Schild, das der Schildermacher fertig gestellt hatte an seinen Ort bringen. Der Schildermacher war der Mann mit dem riesigen Schnauzbart.
Wenn das Schild an seinem Bestimmungsort war, konnte er geradeaus direkt den Tunnel verlassen und war wieder zu Hause im Garten.
Es war ein schönes Schild. Es war ganz in rot gefasst und mit vielen bunten Blumen umrandet. Aber seltsam war das, was drauf stand:
Bitte nicht Husten beim Rauchen,
dabei ist es möglich Ohren zu verlieren.
Missbrauch strafbar
„Was heißt eigentlich Missbrauch strafbar, Schildermacher?“
„Nun, dass es strafbar ist, das Schild zu missbrauchen. Es zu entfernen oder anzumalen oder gar es kaputt zu machen. Alles meine Schilder sind Kunstwerke, musst du wissen. Aber geh jetzt, damit nicht noch ein Kind sein Ohr verliert.“
Klicker zog los, das Schild unter einem Arm in der anderen Hand eine Zigarette. Nie mehr würde er ohne Zigarette hier durch laufen. Achim und 5 begleiteten ihn noch ein Stück. Also mit brennender Zigarette hatte er Gesellschaft, er war Teil einer Gemeinschaft, ohne brennende Zigarette blieb er allein zurück.
Als das Schild befestigt war und alles seine Ordnung hatte, gab Achim Klicker noch eine Zigarette und sie verabschiedeten sich herzlich. Achim versprach Klicker von nun an immer zur Seite zu stehen. 5 ging ihrer Wege und Klicker fühlte sich leicht und glücklich. Selbst das fehlende Ohr fand er nicht so schlimm.
So fand er seinen Weg, stieg aus dem Efeu in den Garten und wunderte sich, dass es fast schon dunkel war. Bald würde sein Vater nach Hause kommen. Der mochte auch keine Erbsensuppe, vielleicht bekam er ja etwas Anderes und Klicker konnte auch was abhaben.
Als er klingelte fragte seine Mutter: „Klicker wo warst du denn? Und wie riechst denn du. Ab sofort unter die Dusche. “
„Ich war bei einem Freund.“
„Jetzt hast du das Essen verpasst. Naja ist deine eigene Schuld. Ich schmiere dir später ein paar Schnitten. Aber du stinkst Klicker, geh bitte duschen.“
Epilog
Klicker und Achim wurden die besten Freunde. In allen Lebenslagen hielt er zu ihm. Über ganz viele Jahre hinweg. Das Ohr ist übrigens noch an Ort und Stelle. Das könnt ihr sehen, wenn Klicker im Tunnel eine raucht: Dann ist der Bär unsichtbar, sein Ohr kann man aber sehen. Macht Klicker die Zigarette aus, ist es weg.
Heute viele Jahre später hat Klicker aufgehört mit dem Rauchen und hat Achim das auch erklärt. Dem fällt es sehr schwer loszulassen, aber er hat es im Großen und Ganzen hingenommen.
Ja, so war das
-Ende-
Achim und Klicker liefen mal wieder durch den Erbsensuppengang. Sie waren auf dem Weg zum Schildermacher um ihn zu besuchen. Nach kurzer Zeit gesellte sich auch 5 zu ihnen, um die beiden zu begleiten. Sie sah heute aus, als hätte sie einen Klecks Schlagsahne auf dem Kopf.
„Das ist eine Schleife,“ sagte sie scharf zu Klicker, der sich darüber lustig machte, „sie hat sich nur etwas verzogen.“
„Na dann nimm sie doch ab.“
[size=2]666
Dämonenversammlung
an der Abzweigung links
Missbrauch strafbar[/size]
„Ui, bei dem Schild bekomme ich gleich Gänsehaut,“ Klicker rieb sich über die Arme, „das ist irgendwie unheimlich.“
„Genaugenommen“, sagte Achim, „bin ich auch ein Dämon.“
„Ich bin auch eine Dämonin,“ 5 nahm endlich ihr scheußliches Haarband ab.
[size=2]666
Dämonenversammlung hier abbiegen
Missbrauch strafbar[/size]
Klicker kam ins grübeln. Er hatte schon lange diesen Dämonen entsagt und sich auf eine lockere Freundschaft mit Achim, 5, 13 und dem Schildermacher geeinigt. Er musste jetzt nicht mehr in Nebelschwaden eingehüllt hier durchlaufen. In Begleitung eines seiner Freunde, konnte er immer eintreten.
Trotzdem musste er wohl immer vorsichtig sein. Besonders Achim, der in so vielen Jahren zu seinem treuen Begleiter geworden war, wollte die alten, schönen Zeiten gerne wieder zurück.
[size=2]666
Versammlungssaal
Missbrauch strafbar[/size]
Hier war alles in Nebelschwaden gehüllt. Auch Achim und 5 machten sich jetzt unsichtbar. Nur Klicker blieb standhaft. Ihm war nur zu bewusst, dass er nur eine rauchen musste und er würde dazu gehören. Er wäre genauso in Nebel gehüllt, wie die anderen und könnte sich frei bewegen.
Aber dann dachte er an die Husterei und dass er sein Ohr verloren hatte. Er könnte dann nicht mehr so viel Radfahren und das würde ihm schon sehr fehlen.
Mmmmh mal überlegen: In der Räucherbude mit Dämonen Spaß haben, oder Abenteuer im Freien mit dem Fahrrad. Na das war ja eigentlich klar. Trotzdem zog ihn ein unsichtbares Band hin zu der Tür, deren Schwelle er nur übertreten durfte, wenn er rauchte.
Aber dann sah er sie: Alle seine Freunde aus Forumshausen. Da waren Furia und Stefanie, Nomade und der Klabauter Hans, Taurita, Claudia mit der Maske, Herta und Baldso kamen dort hinten angerudert. Panini kam auch. Natürlich Paul und Lotsin Silke, Heike und Elisienne, der Tuppes-Herry hatte schon wieder aufgetischt, Silke mit der Gitarre und viele Andere waren auch da. Es war ein fröhlicher, bunter Haufen und sie trugen ein Schild:
[size=4]666[/size]
[size=2]Klicker ist der Größte
Missbrauch strafbar[/size]
Als er das sah, lies er die Dämonen, Dämonen sein und begab sich zur Feier seiner Rauchfreiheit.
Auf dich mein Klickerle
Heike
Missbrauch strafbar....
Epilog
Tock. Tock. Tock.
Klicker richtete sich ein wenig auf. Er lag im Bett und eigentlich hatte er auch schon geschlafen. Dieses Geräusch nervte ihn allerdings. Aber es war nichts zu sehen.
Tock. Tock. Tock.
Jetzt wurde es dem Klickerbär zu bunt. Dieses vermaledeite Geräusch ging ihm mörderisch auf die Nerven. Er knipste das Licht an. Er hatte noch so eine altmodische Nachttischlampe. Aber er konnte immer noch nicht erkennen wo dieses Geräusch herkam.
So löschte er das Licht wieder und kuschelte sich ein weiteres Mal in seine Decke.
Tock. Tock. Tock.
Nun war es aber zu bunt. Klicker war richtig erbost, als er jetzt aufsprang, die Deckenbeleuchtung einschaltete und im Zimmer umherblickte.
„Hallo Klicker , mein Freund,“ da in einer Ecke neben dem Kleiderschrank, auf dem Hocker für die gebrauchte , aber noch tragbare Kleidung, saß Achim.
Er war in einem erbärmlichen Zustand. Er sah alt und gebrechlich aus. Seine Finger waren Knotig und er stütze sich schwer auf einen Stock.
„Achim“, Klicker war ein wenig konsterniert, „Was willst du hier?“
„Ich bin hier um mit dir deinen 800.sten Rauchfrei-Tag zu feiern. Du siehst ja: Ich bin keine ernsthafte Bedrohung mehr für dich. Also gratuliere ich dir, irgendwie hast du es geschafft. Ich kann und ich werde dir nicht versprechen, dass es fortan nie wieder irgendwelche Gelüste geben wird, aber was ich dir versprechen kann: In meinem Zustand und bei deinem Durchhaltevermögen habe ich eigentlich keine Angriffspunkte mehr.“
Tock.Tock. Tock.
Achim stützte sich schwer auf seinen Stock und verlies den Raum.
---Ende----
Sieht Klicker Achim wieder?
Hat Klicker Mitleid, weil sein ehemals bester Freund in so einem schlechten Zustand ist?
Oder steht der wunderbare, Achtsame, Empathische Klicker darüber und sieht, dass auch das wieder nur eine perfide Manipulation ist?
Schalten sie auch demnächst wieder ein wenn es heißt: Nie wieder einen einzigen Zug oder Klicker und sein Weg in die Rauchfreiheit.
Mit tiefem und unverbrüchlichem Respekt
immer Heike