03.07.2026 00:01

„Ich rauche gern“. Wirklich?

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7Beiträge
26.07.2026
22:28 Uhr
Jede Zigarette, jeden Zug habe ich genossen. Die Geräusche der Verpackung (damals rauchte ich das "Wüstenpferd mit zwei Höckern" in der weichen Packung. Den Geruch der frisch aus der Verpackung rausgeholten Zigarette, ich fühle heute noch, wie sich damals der Filter angefühlt und geschmeckt hat, als ich die Kippe zwischen die Lippen klemmte, während mir der Geruch des Benzins aus meinem "Zipilein" entgegenkam, als ich es aufhob vom Tisch. "Klack" - Deckel auf. "Ratsch" - Das Zündrad gedreht. "Wum" - die Flamme. Der erste lange Zug an der Zigarette, das Knistern des Papiers und der leichte Geschmack nach Benzin mit der Flamme aufgenommen. Ich erinnere mich an den Geschmack, als ich mit dem Rauch noch genüsslich im Mund spielte bevor ich ihn, fast schon traurig, wieder ausatmete. Irgendwann fing ich an Kaffee zu trinken....Wow...diese Geschmacksexplosion: Ein Schluck, ein Zug... Ich liebte es zu rauchen, ich freute mich auf diesen Geschmack und Geruch... Viele Jahre später fing es an mich zu stören, dass ich so grandig wurde, wenn die Schachtel sich dem Ende neigte und keine Reserveschachtel da war. Ich [b]"WOLLTE"[/b] 4 Stück morgens, 2 zusammen mit dem Kaffee, dann richte ich mich, rauche die dritte mit dem Restkaffee und fahre los zur Arbeit. An der ersten Kreuzung mache ich mir die vierte an, bis ich die ausgeraucht habe war ich am Kiosk, hielt kurz an und holte mir meine Schachteln. Das ich da, schon längst abhängig war, ignorierte ich und behauptete weiterhin, dass mir die Zigarette schmeckt und ich keinen Grund zum aufhören sehe. Eines Tages fing ich einen riesen Streit mit meinem damaligen Mann an, weil mir die die Kippen am ausgehen waren und ich sie auf 4 abgezählt habe für den kommenden Morgen und er, da seine Schachtel auch leer war, eine von meinen genommen hat. Ich hatte also nur 3 anstatt 4 Zigaretten für den kommenden Morgen. Ich hatte eine extreme Wut auf ihn, einen richtigen Hass in diesem Moment...schlimme Sachen hab ich ihm in diesem panischen Suchtanfall gesagt. Ich stieg ins Auto und fuhr zur Tankstelle um mir eine Schachtel zu kaufen. Erst als ich die neue Schachtel in den Händen hielt und meine vierte Zigarette für den Morgen gesichert war, verschwand meine Panik. Das war pure Panik gewesen, dass ich meine Sucht nicht werde befriedigen können. In diesem Moment wurde mir klar, ich WILL nicht ich [b]"BRAUCHE"[/b] es!!! Das war vor ungefähr 15 Jahren. 15 Jahre lang, weiß ich dass ich süchtig bin. 15 Jahre lang, schmeckt mir die Zigaretten nicht mehr, irgendetwas hat sich an dem besagten Abend in meinem Kopf umgestellt. 15 Jahre, sage ich mir jeden Tag, dass ich mein Leben nicht von der Sucht bestimmen lassen will, dass ich aufhören möchte, aufhören muss. Ja, ich habe gerne geraucht, bis ich realisiert habe, dass nicht ich die Zigarette rauche, sondern sie mich, mit jedem Zug.
23.07.2026
18:52 Uhr
Hallo Zusammen, ich bin Tanja und erst seit 23 Stunden rauchfrei. An den Satz "ich rauche gern" kann ich mich nicht nur gut erinnern, ich habe ihn vor ein paar Tagen selber noch von mir gegeben und war felsenfest überzeugt davon. Es ist nicht das erste Mal, dass ich die Nikotinknechtschaft beenden möchte. Der Entzug ist bei mir immer relativ schnell durch, wenige Tage. Aber das Ritual um die Zigarette triggert bei mir ganz klar das Belohnungssystem. Ähnlich wie Schokolade, die bekanntlich glücklich macht. Da ich sowieso schon barocke Formen habe, wäre es kontraproduktiv, Zigaretten durch Schoki zu ersetzen. Sobald ich nicht mehr durch einen Strohhalm atme, möchte ich mir meine Endorphine wieder über Bewegung holen. Ich hoffe, das klappt, da ich eine neurologische Erkrankung habe, die es mir oft unmöglich macht, Sport zu machen, da ich mit Schmerzen zahle. Aber - wie schon beim letzten Mal kribblen meine Nervenenden und ich hoffe, dass sie sich vom Gift erholen und mir erlauben, mich wieder mehr zu bewegen. Vor 2021 war ich bis zu 3 x die Woche im Ausdauersport. Heute japse ich nach 10 Treppen. Impfschaden? Gut möglich. Die Weißkittel geben nichts offiziell zu, nicken aber bedächtig mit dem Satz: "Das lässt sich heute nicht mehr feststellen." Aber lassen wir das. Ich will atmen! Song des Tages: "What a difference a day made"
19.07.2026
12:32 Uhr
bearbeitet:
19.07.2026
15:00 Uhr
Ein herzliches Hallo, allen Wegbegleitern und Nicht-Mehr-Rauchern. Wieder so eine Überschrift, an der ich nicht vorbeikomme.😉 Als ich das jetzt gelesen habe, wurde ich gedanklich viele Jahre zurückversetzt, in eine andere Zeit meines Lebens. Ich sitze in München in der S-Bahn. Entlang der Bahnstrecke gab es ja viele Werbeplakate. Unter anderem wurde ein Zigarettenmarke beworben mit dem Slogan „...ich rauche gern“. Tatsächlich triggern mich meine Gedanken jetzt ein wenig, denn genau dieses Gefühl hatte ich zu jener Zeit; " ja, ich rauche gern", waren meine Gedanken und den Zwischenstopp den ich täglich einlegen musste, um in eine andere Bahn umzusteigen, hatte ich natürlich genutzt, um schnell eine Zigarette zu rauchen. Aus heutiger Sicht ist mir schon bewusst, warum ich damals diesen Satz eins zu eins bejahen konnte. Das klicken des Feuerzeugs, der erste Zug von der Zigarette, er hat mir schließlich dieses wohlige Gefühl gegeben, dass der Suchtdruck, der ja die meiste Zeit des Tages vorhanden war, sofort verschwunden ist. Wenn jemand sagt, so war oder ist das nicht bei mir, dann will ich nur daran erinnern, welche Gedanken uns den gesamten Tag begleiten...hab ich ausreichend Zigaretten - wo ist schon wieder das Feuerzeug - wann ist die nächste Pause - im Büro ist Rauchverbot - in den Zügen gab es nur noch Nichtraucher-Abteile, schrecklich :cry: Mannomann, geht es mir heute gut. Das beste ist, ich kann wieder frei atmen und das schon eine ganze Weile. Mein Fazit: Ich kann gesund alt werden, ohne diese „Sargnägel“! [SIZE=4]:tanzendepinguin[/SIZE] Liebe Grüße von einer glücklichen Nicht-Mehr-Raucherin und einen schönen Sonntag wünscht Euch allen Herta
19.07.2026
10:22 Uhr
Hallo zusammen, lasst mich bitte mit einem Zitat beginnen. Gefragt wurde: "Habt ihr selbst früher gesagt, dass ihr „gern“ raucht? Was hat euch zu diesem Gefühl gebracht? Wie seht ihr das heute? Was hat sich verändert? Welche neuen Strategien oder Ersatzrituale habt ihr für euch entdeckt – welchen neuen Genuss? Und an welchen Stellen im Leben fühlt es sich möglicherweise immer noch an wie ein „Verzicht“, nicht mehr zu rauchen?" Ja, das habe ich oft gesagt. Das habe ich gesagt, wenn ich im Oktober abends der vielen Kleidungsschichten wegen verschwitzt am Strand ankam, der schweren Bollerwagen mit der Angelausrüstung hinter mir her ziehend. Die Angeln wurden erst fertig gemacht, ausgeworfen, im Tripod abgelegt, alles nötige bereitsgestellt. Und dann kam der große Augenblick des Zigarillos, dazu eine Tasse Kaffee aus der Thermokanne, nun konnte die Angelnacht an der Nordsee beginnen. Der erste Zug wurde tief inhaliert und mit geschlossenen Augen ganz langsam wieder ausgeatmet. Oder die, wie wir sie intern nannten, die Dekompressionszigarette, die bei mir stets ein Zigarillo war, da ich vor vielen Jahren auf Zigarillos umgestiegen war. Nach dem Tauchgang unter Wasser kam man wieder an die Oberfläche, tauchte aus und befreite sich erst mal von all der schweren Austüstung, die nass gut und gerne 60 bis 80 Kilo wiegen kann. Und dann erst mal das Logbuch rausgeholt, aber auch die Packung, einen Zigarillo angesteckt und diesen rauchend die Eintragungen ins Logbuch gemacht, oder die Eintragungen des Tauchbuddies quittiert und bestätigt. Heute, nach meinen ersten vier Jahren als Nicht-mehr-Raucher weiß ich: es geht auch ohne, sehr gut sogar. Die Jod haltige Luft der Nordsee kann man ohne Zigarillo viel besser genießen. Sicher, an den ersten Abenden, wenn ich zum Brandungsangeln rausfuhr, fehlte etwas. Aber ich fand schnell mein Mittel der Kompensation. Ein Apfel statt dessen gegessen und english gedacht: An apple per day keeps doc away. Heute weiß ich, dass all die vielen Schlüsselszenen, die mich triggerten, gut ersetzt werden können mir anderen Ersatzhandlungen. Aber dieses Wissen muss man sich a) erst erarbeiten, jedger reagiert anders, und be muss myn es sich dann verinnerlichen. Und in den beiden Arbeitsschritten liegt die große Hürde auf dem Weg in die Rauchfreiheit. Soviel zu meinen Gedanken dazu.
16.07.2026
13:38 Uhr
Ich habe tatsächlich (auch rückblickend) gern geraucht. Es war kein „Lückenfüllen“ oder Kompensieren von Defiziten. Parallel zum „gern rauchen“ war es aber auch über Jahrzehnte gewachsene Gewohnheit mit dem Charakter einer psychischen Abhängigkeit. Ich habe ca. 1 bis 2 Jahr gebraucht, in denen ich Situationen, die ich als Raucher erlebt habe als Nichtmehrraucher neu erleben musste – das morgendliche Checken der Mail, die Kippe vorm Sport, die Rastplatzkippe bei der Urlaubfahrt zur Ostsee... . Mittlerweile stehe ich da komplett drüber.
14.07.2026
17:39 Uhr
bearbeitet:
14.07.2026
17:45 Uhr
Die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen und das was war, mache ich nicht ungeschehen. In diesem Monat werde ich acht Jahre nicht geraucht haben und ich kann wohl sagen, dass ich sehr gerne nicht rauche. Da gibt es kein Vermissen mehr, keine Sehnsucht, keine Freunde und keine Situationen die mich triggern. Nur noch Erinnerungen. Aber das war mal anders. Es gab Zeiten, da habe ich gerne geraucht! Ich habe die ganze Attitüde geliebt, ich mochte den Geruch von frischen ungerauchten Tabak, ich hatte immer ein besonderes Feuerzeug, am meisten habe ich es gemocht im Freien :kaminfeuer:zu rauchen. Ich fing relativ spät damit an, erst mit 18. Das war auf eine Reise mit einen guten Freundin, per Anhalter an den Atlantik, sechs Wochen Zeit und keine Verpflichtung. Meiner Meinung nach passte das Rauchen ganz hervorragend zu mir und ich wollte es unbedingt lernen, obwohl sich mein Körper anfangs sehr dagegen gewehrt hatte. Übelkeit, Schweißausbrüche, Schwindel ... ihr kennt das sicher. Nur langsam wurde es besser aber dann kamen viele Jahre, in denen ich mein Rauchen nie hinterfragt habe, geschweige denn wollte ich gut gemeinten Rat bekommen. Mit beginn der Nichtraucherschutzgesetze regte sich die innere Stimme, die Fragen an mich selbst stellte. Aber da war der Widerstand schon so groß, dass es keine Vernunftentscheidung mehr war. Ich bemerkte, dass es mir schwer fiel nicht zu rauchen. Damit der innere Konflikt aber nicht unerträglich wurde habe ich die Vernunft zum Schweigen gebracht und gesagt „wenn ich wollte, könnte ich; aber ich will ja gar nicht“ Es heißt so schön `diskutier nicht mit Deiner Sucht´ - das hab ich auch nicht, ich habe gemacht was sie wollte - fertig. Das war nun ein ziemlich langer Weg von dem ersten Fragezeichen und meiner heutigen Position. Es gab Zeiten, da habe ich gerne geraucht, dann gab es Zeiten, da habe ich mir eingeredet, dass ich gerne rauche, Dann gab es Zeiten in denen ich mir eingeredet habe, dass nichtrauchen super ist und heute liebe ich es nicht zu rauchen. :butterflyflower
03.07.2026
00:01 Uhr
bearbeitet:
03.07.2026
00:03 Uhr
Ihr habt diesen Satz bestimmt auch schon einmal gehört: [i]„Ich rauche gern“.[/i] In der Regel äußern ihn Menschen, die (noch) relativ weit weg sind von einem Rauchstopp. Die Älteren unter uns erinnern sich möglicherweise auch an eine Zigarettenwerbung mit genau dieser Aussage. Gezeigt wurden attraktive Personen, mit einer Zigarette in der Hand und der Werbebotschaft [i]„Ich rauche gerne“.[/i] Menschen hingegen, die erfolgreich aufgehört haben zu rauchen, sind im Rückblick oftmals kritisch mit sich selbst, wenn sie an genau diesen Satz denken, den sie früher so ganz selbstverständlich gesagt und oftmals auch gefühlt haben:[i] „Habe ich damals wirklich gerne geraucht?“.[/i] Wir finden, dass dieser Satz zu interessanten Diskussionen einladen kann: Ist (bzw. war) es tatsächlich Genuss, zu rauchen – oder handelte es sich eher um ein eingespieltes Ritual, das sich wie ein verlässlicher Begleiter anfühlte? Schließlich weisen Fachleute regelmäßig darauf hin, dass psychische Abhängigkeit unterschwellig funktioniert. Das Gehirn koppelt bestimmte Situationen – Stress, Pausen, Einsamkeit, Belohnung – an die schnelle Wirkung von Nikotin. Dadurch entsteht das Gefühl, eine Zigarette würde tatsächlich „helfen“ oder „gut tun“. In der Regel löst sie vor allem den inneren Druck, der sich durch den abgesunken Nikotinspiegel im Blut aufgebaut hat. [b] Wie seht ihr das?[/b] Habt ihr selbst früher gesagt, dass ihr „gern“ raucht? Was hat euch zu diesem Gefühl gebracht? Wie seht ihr das heute? Was hat sich verändert? Welche neuen Strategien oder Ersatzrituale habt ihr für euch entdeckt – welchen neuen Genuss? Und an welchen Stellen im Leben fühlt es sich möglicherweise immer noch an wie ein „Verzicht“, nicht mehr zu rauchen? Wir freuen uns auf eure Perspektiven und Erfahrungen! Herzliche Grüße, vom rauchfrei-Team
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