Jede Zigarette, jeden Zug habe ich genossen.
Die Geräusche der Verpackung (damals rauchte ich das "Wüstenpferd mit zwei Höckern" in der weichen Packung. Den Geruch der frisch aus der Verpackung rausgeholten Zigarette, ich fühle heute noch, wie sich damals der Filter angefühlt und geschmeckt hat, als ich die Kippe zwischen die Lippen klemmte, während mir der Geruch des Benzins aus meinem "Zipilein" entgegenkam, als ich es aufhob vom Tisch.
"Klack" - Deckel auf.
"Ratsch" - Das Zündrad gedreht.
"Wum" - die Flamme.
Der erste lange Zug an der Zigarette, das Knistern des Papiers und der leichte Geschmack nach Benzin mit der Flamme aufgenommen.
Ich erinnere mich an den Geschmack, als ich mit dem Rauch noch genüsslich im Mund spielte bevor ich ihn, fast schon traurig, wieder ausatmete.
Irgendwann fing ich an Kaffee zu trinken....Wow...diese Geschmacksexplosion: Ein Schluck, ein Zug...
Ich liebte es zu rauchen, ich freute mich auf diesen Geschmack und Geruch...
Viele Jahre später fing es an mich zu stören, dass ich so grandig wurde, wenn die Schachtel sich dem Ende neigte und keine Reserveschachtel da war.
Ich [b]"WOLLTE"[/b] 4 Stück morgens, 2 zusammen mit dem Kaffee, dann richte ich mich, rauche die dritte mit dem Restkaffee und fahre los zur Arbeit. An der ersten Kreuzung mache ich mir die vierte an, bis ich die ausgeraucht habe war ich am Kiosk, hielt kurz an und holte mir meine Schachteln.
Das ich da, schon längst abhängig war, ignorierte ich und behauptete weiterhin, dass mir die Zigarette schmeckt und ich keinen Grund zum aufhören sehe.
Eines Tages fing ich einen riesen Streit mit meinem damaligen Mann an, weil mir die die Kippen am ausgehen waren und ich sie auf 4 abgezählt habe für den kommenden Morgen und er, da seine Schachtel auch leer war, eine von meinen genommen hat.
Ich hatte also nur 3 anstatt 4 Zigaretten für den kommenden Morgen.
Ich hatte eine extreme Wut auf ihn, einen richtigen Hass in diesem Moment...schlimme Sachen hab ich ihm in diesem panischen Suchtanfall gesagt.
Ich stieg ins Auto und fuhr zur Tankstelle um mir eine Schachtel zu kaufen. Erst als ich die neue Schachtel in den Händen hielt und meine vierte Zigarette für den Morgen gesichert war, verschwand meine Panik.
Das war pure Panik gewesen, dass ich meine Sucht nicht werde befriedigen können. In diesem Moment wurde mir klar, ich WILL nicht ich [b]"BRAUCHE"[/b] es!!!
Das war vor ungefähr 15 Jahren.
15 Jahre lang, weiß ich dass ich süchtig bin.
15 Jahre lang, schmeckt mir die Zigaretten nicht mehr, irgendetwas hat sich an dem besagten Abend in meinem Kopf umgestellt.
15 Jahre, sage ich mir jeden Tag, dass ich mein Leben nicht von der Sucht bestimmen lassen will, dass ich aufhören möchte, aufhören muss.
Ja, ich habe gerne geraucht, bis ich realisiert habe, dass nicht ich die Zigarette rauche, sondern sie mich, mit jedem Zug.