02.06.2025 14:04

Durch einen Spiegel in einem dunklen Wort

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227Beiträge
14.09.2026
19:28 Uhr
Durch das aktuelle Thema im Sept.-Zug25 krame ich noch einmal eines meiner liebsten Zitate hervor es stammt von Harald Juhnke: [i]"die beste Droge ist ein klarer Kopf"[/i] Harald Juhnke ist ein Entertainer aus der Generation meiner Eltern. Als ich Kind war, flimmerte er ständig durchs Abendprogramm in unser Wohnzimmer, es wurden flache Witze erzählt oder peinlich gespielt, es wurde im Fernsehen geraucht und Alkohol getrunken und so auch bei uns im Wohnzimmer. Tagsüber wurde dann in der Regenbogenpresse :quartfoil: (die noch nicht woke war) über die realen Abstürze des H.J. berichtet mit allem was dazu gehört, gescheiterte Ehen, Gewaltausbrüche, Versagen auf der Bühne, bis hin zu dem traurigen Ende mit einem Korsakow Syndrom; einem alkoholbedingten Hirnversagen mit Koordinations- und massiven Sprachstörungen. Harald Juhnke sagte diesen Satz "die beste Droge ist ein klarer Kopf" und er hat es nicht geschafft, aus dieser Erkenntnis einen so großen Gewinn zu ziehen, dass er nicht rückfällig wurde. Vielleicht bewegt mich dies so sehr, weil ich Harald so lange kannte? Seit Kindheit an. Und zu Hause bei uns war es wie bei ihm im Fernsehen. Mit Rauchen und Alkohol, Lachen und Feiern. Ich konnte als Kind nichts Schlimmes darin erkennen, außer, dass mir die betrunkenen Erwachsenen irgendwann zu peinlich wurden. In ihrer sentimentalen Betrunkenheit, die oft in übertriebener Heulerei endete. Dann aber zu sehen wohin das führt, aber alle machen weiter. Ich wuchs in einer Familie auf, die nicht gut mit Alkohol umgehen konnte, aber auch das erkannte ich zu spät. Irgendwann wurde auch aus meinem Trinkverhalten von einfach feiern, zu Laune anheben, zum Feierabendritual, zum Verdrängen und Kontrollverlust. Als ich dann dieses Zitat gelesen hatte dachte ich mir, kann ich aus dem Fehler eines anderen Menschen wirklich etwas lernen? Das gesamte öffentliche Bild von Juhnke entspricht nicht meiner Vorstellung von gutem Entertainment oder einem Vorbild. Aber da gibt es noch einen Menschen Harald Juhnke, den ich nicht kennen, dessen inneren Kämpfe ich aber erahnen kann, und von diesem Mann nehme ich mir einen seiner Gedanken und versuche es besser zu machen. Durch einen Spiegel in einem dunklen Wort :flowerblue::flowerorange::flowers::flower::flowerorange::flowerblue::flowers:
29.08.2026
20:15 Uhr
Hallo Paul, ich bringe dir mal 💐 für dein Wohnzimmer mit. Das Schöne an so langer Zeit des Nichtmehrrauchens: man kann man auch mit einmonatiger Verzögerung gratulieren, ohne dass es komisch aussieht 😂. Daher gratuliere ich dir nachträglich zu[SIZE=2][b] 8 Jahren[/SIZE][/b] Nikotinabstinenz. [SIZE=2]🥳🥳🥳[/SIZE] Ich stelle mir gerade vor, ich würde 8 Jahre nicht mehr rauchen und mir wird hier im Forum gratuliert. Ich würde mich darüber genauso freuen wie nach einem Jahr. Die Gratulanten erinnern mich nämlich freundlich daran, dass ich meine Sucht nie vergessen darf. Und da stolpere ich über dein "Vergessen vergessen". Wir können nicht vergessen. Wir werden nie Nichtraucher sein, sondern nur Nichtmehrraucher. Unser Gehirn hat im Laufe der Rauchjahre und -jahrzehnte eine Autobahn gebaut. Diese können wir durch das Nichtmehrrauchen und das Ersetzen der Rauchrituale durch neue Aktivitäten, also durch neue Verknüpfungen im Gehirn, zurückbauen. Aber ein Trampelpfad wird immer bleiben. Und Nieraucher haben diesen Trampelpfad nunmal nicht. Ich persönlich möchte auch nicht vergessen, dass ich geraucht habe, sondern mir bis an mein Lebensende dessen bewusst bleiben. Das bedeutet nicht, dass ich jeden Tag von morgens bis abends an Zigaretten denken will. Es ist eher ein achtsam bleiben, ein bleibendes Wissen, nie wieder eine Zigarette rauchen zu können, weil ich nie wieder süchtig rauchen will. Und dieses Wissen möchte ich nie vergessen - zum Selbstschutz, zur Wahrung meiner gewonnenen Zufriedenheit. Liebe rauchfreie Grüße
05.08.2026
10:05 Uhr
Lieber Paul, die beiden lassen zurückgrüßen und sind wieder gut in Deutschland angekommen. Bald steht für sie ein Umzug in den Norden aufs Land Nähe Osnabrück an, wo sie sich ein kleines renovierungsbedürftiges Häuschen gekauft haben. Nach Jahren mit enger Anbindung an die community in der großen Stadt mit all ihren Angeboten, bin ich gespannt, wie es ihnen dort ergehen wird...alles hat halt Vor und Nachteile, gelle😉 wohnen ist dort auf alle Fälle günstiger, und in den eigenen 4 Wänden ankommen hat schon auch was. Wenn ich daran denke, welches Klima und welche Tabus ich in meiner Kindheit in den Siebziger Jahren in Bezug auf schwul oder lesbisch sein ( von allem dazwischen und außerhalb ganz zu schweigen) erlebte, kriege ich echt Gänsehaut! Ich bin unendlich dankbar, dass sich doch schon viel geändert hat. Aber es kommt nicht von selbst und deshalb ist das zur Sprache, zu Gehör bringen, Gesehen zu werden weiterhin sooo wichtig. Ich bin ziemlich sicher, sie werden wieder ein neues Engagement finden... Liebe Grüße von Hanna, die sich tierisch gefreut hat, wieder etwas von Dir zu lesen💚
03.08.2026
17:01 Uhr
Mein lieber Paul, 8 Jahre hast du nun auf dem Zähler - äh nein, 8 Jahre und eine Woche. Dass dies grandios ist, weißt du. Dass du ein wunderbarer Wegbegleiter bist, weißt du hoffentlich auch. Denn so ist es. Danke! Dass Du Da Bist 😘
29.07.2026
13:01 Uhr
Hallo liebe Hanna, Danke für die Blumen und deine liebe Nachricht. 🏳️‍🌈CSD in Nürnberg, da war ich bisher noch nicht. Lieben Gruss unbekannterweiser an deine Töchter:flowers: Du bist schon richtig weit gekommen und das ganze Jahr ist in Reichweite. Das war ja auch nicht einfach für Dich. Jetzt wird es immer leichter werden, nach ungefähr einem Jahr habe ich aufgehört zu sagen "ich rauche nicht mehr" und das fühlt sich sehr gut an "Danke, ich rauche nicht" Ich kenne Leute, die haben mich noch nie rauchen gesehen. Das ist fast so wie "vergessen":wink:
28.07.2026
17:11 Uhr
Lieber Paul, auch von mir noch von ganzem Herzen Glückwünsche zu Deinen 8 rauchfreien Jahren[SIZE=3] 💐[/SIZE] Wie ermutigend für mich (und wahrscheinlich noch viele andere hier), dass auch wenn man das Vergessen vergessen kann, ein Weg des Nichtmehrrauchens möglich ist! Obwohl bei mir noch kein Jahr voll ist, freue ich mich ebenfalls dass ich nicht mehr rauche. Meine mittlere Tochter und ihre Frau, die uns in der Bretagne gerade besuchen, arbeiten jedes Jahr beim CSD in Nürnberg mit, und wir sind ebenso in traurigen Gedanken bei allen Menschen, die nach dem Anschlag betroffen sind. Menschenverachtung und Intoleranz dürfen wir keine Chance geben, egal unter welcher Flagge sie daherkommen. Nie wieder... Herzlichst Hanna🌈
28.07.2026
16:13 Uhr
Ich habe Dir eine PN geschickt und natürlich [SIZE=3]🖤[/SIZE]
28.07.2026
15:18 Uhr
Das schönste an diesem Forum ist ja, dass jemand etwas schreibt und dadurch kommen mir beim lesen neue Gedanken auf. Das Forum ist ein Booster, ein Katalysator für die Entwicklung im Rauchstopp und darüber hinaus. Eva fragte [quote=Eva1959 | 28.07.2026 13:08] Hättest du dir damals gedacht, dass du so eine riesige Unterstützung für viele werden wirst, die sich auf den mühsamen Weg in die Freiheit machten? [/quote] Nein, das war für mich nicht abzusehen. 1. gab es viele technische Probleme (ähnlich wie mit dem Relaunch vor einem Jahr), ich war oft genervt und habe mich auch 2x abgemeldet. 2. wollte ich diese Thema Sucht abschließen und dann nie wieder daran denken. Ich hatte die bescheuerte Idee, ich werde ein Nichtraucher und vergesse dann einfach, dass ich mal geraucht habe. So kam es nicht. nun kann man sich, wie bei der Henne und dem Ei, fragen: "hätte ich den 2. Punkt schaffen können wenn ich den Gedanken ans Rauchen [b]wirklich losgelassen [/b]hätte? Also, konserviere ich den Gedanken künstlich, indem ich mich immer wieder damit befasse oder bin ich Lotse geworden, eben weil diese Erinnerung nie so ganz verschwindet und ich dann auch etwas konstruktives aus der Situation machen kann?" [quote=Bartman | 28.07.2026 14:13] [i]...Körperlich und psychisch ist einiges passiert. Köperich am meisten. Atmung, Kondition, Geruch, Ruhiger im Allgemeinen. Psychisch ist noch „einiges“ am tun, wo ich selber noch nicht weiß wo ich wirklich genau beim Entzug stehe. 194 Tage Rauchfrei oder 112 Tage Nikotinfrei?[/i] [/quote] diese psychische Veränderung ist etwas schwer benennbares für mich. Nicht wie Wellen, sondern eher wie so eine Bubble in einer Lavalampe :balloonsheart: sie ändert ständig die Form, dreht sich, teilt sich, fügt sich neu zusammen ... am stabilsten fühlte sich die ganze Sitaution an, als ich akzeptierte, dass ich das mit dem Vergessen vergessen kann. Ich habe über 30 Jahre geraucht und wir sind nicht bei Men in black, wo man geblitzdingst wird und dann ist die Erinnerung gelöscht. Wenn ich Rauch rieche ist da auch eine Erinnerung. Wenn ich an der Kasse stehen und den Zigarettenautomat sehe, weiß ich noch welchen Knopf ich gedrückt habe - Filmszenen - so ist das nun einmal Mein ICH ist ja nicht der rosarote Panther, sondern der Elefant daneben. Ich erinnere mich aber es triggert mich nicht. und das ist das wirklich schöne an dieser Entwicklung, die ich mir so am Anfang nicht vorstellen konnte. Vielen Dank an alle hier im Forum, die sich beteiligen, die Beiträge schreiben, und seien noch so kurz. Der Austausch hier war für mich sehr wertvoll heute und vor acht Jahren. :award: Ihr seid die Besten
28.07.2026
14:13 Uhr
Hallo Paul, danke für den besuch bei mir. Ich will dir dann hier mal auf deine Fragen antworten. [b]Wie geht es eigentlich Dir?[/b] [i]Es wird stetig besser und das spüre ich auch. Dennoch bin ich noch zu ungeduldig und erschrecke bei jedem Besuch oder längeren Welle wenn :evil: kommt.[/i] [b]Du bist auf dem Weg zur Doppelkeks-Dose. Da ist eine Menge Veränderung passiert oder?[/b] [i]Auf die Freue ich mich tatsächlich. Körperlich und psychisch ist einiges passiert. Köperich am meisten. Atmung, Kondition, Geruch, Ruhiger im Allgemeinen. Psychisch ist noch „einiges“ am tun, wo ich selber noch nicht weiß wo ich wirklich genau beim Entzug stehe. 194 Tage Rauchfrei oder 112 Tage Nikotinfrei?[/i] [b]Du hast die Alpen überquert. Welches Herausforderung war schwieriger?[/b] [i]Auch wenn man mache hier reden/hier lesen hört, das rückwirkend es gar nicht so schwierig war mit dem rauchen aufhören wie Sie es sich vorgestellt haben, bleibe ich für mich dabei das Rauchen aufhören definitv der steinigere Weg ist. Und die schwierigere Aufgabe/Herausforderung. Rauchend wäre die Alpenüberquerung nicht möglich gewesen, Sie war auch das sportlich schwierigste was ich bisher gemacht habe, aber definitv leichter als mit dem rauchen aufhören. [/i] GLG Bartman
28.07.2026
13:08 Uhr
Hallo lieber Lotse Paul, erst mal gratuliere ich dir ganz herzlich zu deinen sagenhaften [SIZE=2]8 Jahren :balloons2:[/SIZE] Ich weiß nicht, wie leicht oder schwer genau für dich der Ausstieg aus dieser chronischen Krankheit damals war. Hättest du dir damals gedacht, dass du so eine riesige Unterstützung für viele werden wirst, die sich auf den mühsamen Weg in die Freiheit machten? Wir alle hier danken dir dafür :heart: Eva1959
28.07.2026
12:51 Uhr
Hallo Florian, Du hast Deinen ersten Beitrag zu einem traurigen Thema geschrieben, aber es ist schön, dass Du Dich gemeldet hast. Bei Dir stehen ja auch schon sechs rauchfreie Tage auf dem Zähler, wie geht es Dir damit? Hast Du Lust dich auch in dem gemeinsamen Monatszug zu melden? Nur wenn Du möchtest. https://www.rauchfrei-info.de/forum/gemeinsam-aussteigen-die-monatszuege-23/-12101/
28.07.2026
10:51 Uhr
Hallo Paul, ich lese seitdem ich hier bin immer sehr gerne deine BEiträge daher möchte ich dir (leider nachträglich) hier alles gute zu deinen [b][SIZE=2]8 rauchfreien Jahre! [/b][/SIZE] gratulieren :fireworksblue: [SIZE=2]:balloons2::tanzendepinguin:balloons2:[/SIZE] GLG Bartman
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