Rauchen und das neuartige Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich momentan weltweit aus und sorgt auch in Deutschland für große Verunsicherung und massive Einschränkungen des alltäglichen Lebens. Hinter der Erkrankung, die korrekt Covid-19 (englisch für: Coronavirus Disease 2019 = Coronavirus-Krankheit 2019) heisst, steht eine Viruserkrankung, die sich hauptsächlich von Mensch zu Mensch über Tröpfchen in der Atemluft überträgt. Weil das auslösende Virus neu ist und derzeit intensiv erforscht wird, können sich die Wissensgrundlagen schnell ändern. Zuverlässige und aktuelle Informationen (auch in verschiedenen Sprachen) und Tipps für den Alltag finden Sie unter www.infektionsschutz.de.

Viele Ideen und Aktionen, um gegen Covid-19 aktiv zu werden und zu helfen, finden Sie außerdem auf der Seite www.zusammengegencorona.de/ des Bundesgesundheitsministeriums.


Blog: Rauchen und das Corona-Virus

In unserem Blog informieren wir Sie immer aktuell über die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen zum Thema Rauchen und Corona-Virus.

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Häufige Fragen zu Covid-19 und Rauchen

Raucher und Raucherinnen zählen möglicherweise zu den Risikogruppen für einen schweren Verlauf der Erkrankung. Wir geben Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Zusammenhang zwischen dem Rauchen und Covid-19.

Haben Raucherinnen und Raucher ein höheres Risiko zu erkranken?

Noch ist die wissenschaftliche Datenlage schwach. Raucherinnen und Raucher, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren, haben jedoch offenbar ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Ob sie sich auch häufiger mit dem neuartigen Coronavirus anstecken, ist aktuell noch nicht klar. Es ist aus älteren Studien allerdings bekannt, dass Rauchen das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte erhöhen kann.

Gefährdeter für einen schwereren Krankheitsverlauf sind ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren), Menschen mit sehr starkem Übergewicht und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen:

  • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
  • der Lunge (z. B. COPD)
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison).

(Quelle: www.infektionsschutz.de)

 

Welche Erklärungen gibt es dafür, dass Raucherinnen und Raucher möglicherweise häufiger einen schwereren Krankheitsverlauf haben?

Die genauen Zusammenhänge sind bisher noch nicht ausreichend erforscht. Klar ist aber: Rauchen steht in enger Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schädigt die Atemwege. Dadurch steigt das Risiko für ernste Atemwegserkrankungen wie Lungenkrebs, Tuberkulose und COPD. Außerdem gilt Rauchen auch als Risikofaktor für Infektionen der unteren Atemwege. Das neuartige Coronavirus wiederum greift ebenfalls das Atemwegssystem an. Möglicherweise führt Rauchen dazu, dass die Abwehrkräfte der Lunge geschwächt werden, sodass sie die neuartigen Coronaviren weniger gut bekämpfen können.

Einen Überblick über die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit finden Sie hier ...

Was sollten Risikogruppen jetzt beachten?

Vorab: Aktuell müssen alle Menschen in Deutschland dazu beitragen, dass sich das Virus langsamer verbreitet. Nur so kann die Versorgung schwer kranker Patienten sichergestellt werden. Das heißt: Bleiben Sie zu Hause, halten Sie Abstand. Seit dem 22. März 2020 gibt es hierzu klare Leitlinien der Bundesregierung. Zu den Leitlinien ...

Menschen, die einer Risikogruppe angehören, sollten ganz besonders auf die weitgehende (physische) Vermeidung von Kontakten achten. Das bedeutet: Lassen Sie Einkäufe und andere Besorgungen, wenn möglich, von anderen Personen erledigen, möglichst ohne direkten Kontakt untereinander.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gelten speziell für Raucherinnen und Raucher

Weil eine Tröpfcheninfektion der Hauptübertragungsweg von Covid-19 ist, sollten Raucherinnen und Raucher nicht mit anderen Personen zusammenstehen und rauchen. Das gilt auch für die gemeinsame Nutzung einer Wasserpfeife. Dort ist das Übertragungsrisiko noch deutlich größer, wenn das gleiche Mundstück verwendet wird.

Deshalb: Verzichten Sie auf gemeinsames Rauchen mit anderen. Nutzen Sie Wasserpfeifen nicht gemeinsam.

Raucherinnen und Raucher berühren (beim Vorgang des Rauchens) zudem häufiger mit den Fingern ihren Mund. Auch dadurch besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Denken Sie außerdem an die Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen – gerade in Phasen, in denen Sie und Ihre Angehörigen viel Zeit zu Hause verbringen. Auf das Rauchen in geschlossenen Räumen sollten Sie in jedem Fall verzichten. Lüften reicht nicht, um sich von den Schadstoffen des Tabakrauchs fernzuhalten. Weitere Informationen zum Thema Passivrauchen finden Sie hier ...

Unbedingt empfehlenswert ist natürlich ein Rauchstopp.

Lohnt sich jetzt ein Rauchstopp?

Ja. Ein Rauchstopp ist immer eine gute Entscheidung für die Gesundheit (nicht nur) Ihrer Lunge.

Grundsätzlich gilt: Je länger die (buchstäblich) letzte Zigarette zurückliegt, desto deutlicher spüren Sie die positiven gesundheitlichen Effekte. Risiken für schwere Folgeerkrankungen nehmen mit der Zeit ab.

Einige Veränderungen werden schon in den ersten Tagen und Wochen nach einem Ausstieg spürbar. So merken viele Menschen bereits nach kurzer Zeit, dass ihnen beim Treppensteigen die Puste nicht mehr so schnell ausgeht, und dass sie besser riechen können.

Ein sofortiger Effekt des Rauchstopps: Das erhöhte Übertragungsrisiko, das beim Rauchen durch Berührungen der Finger mit dem Gesicht entsteht, fällt weg.

Was ist bei einem Rauchstopp unter den aktuellen Rahmenbedingungen zu beachten?

Der Alltag und das Erleben der meisten Menschen ist momentan erheblich verändert – zum Beispiel wenn deutlich mehr Zeit mit Familienangehörigen verbracht wird und/oder sich die Arbeit in die eigene Wohnung verlagert. So einschneidend und oft auch belastend solche Veränderungen sein mögen, sie können auch neue Chancen beinhalten: zum Beispiel alte Rauch-Gewohnheiten aufzubrechen und eine neue Tagesstruktur zu schaffen, bei der die Zigarette keine Rolle mehr spielt.

Machen Sie sich dafür in einem ersten Schritt Ihre Rauch-Gewohnheiten bewusst: In welchen Situationen entsteht bei Ihnen das Verlangen zu rauchen? Fragen Sie sich dann, was Sie stattdessen tun könnten. Was wäre beispielsweise ein gutes Morgen-Ritual? Am geöffneten Fenster – oder falls vorhanden auf dem Balkon/ im Garten – in Ruhe eine Tasse Tee trinken? Für genussvolle Pausen im Alltag können Sie leckere Gemüsesticks vorbereiten. Ebenfalls hilfreich: zwischendurch immer mal wieder eine Atem- oder Entspannungsübung durchführen. Fragen Sie auch einmal, welche Alternativen zum Rauchen andere Menschen praktizieren, zum Beispiel in der rauchfrei-Community.

Wo finde ich weitere Informationen und Unterstützung?

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Die BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung steht Ihnen montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter 0 800 8 31 31 31 * zur Verfügung.

* kostenfreie Servicenummer

Quellen

Arcavi L & Benowitz NL (2004) Cigarette smoking and infection. Arch Intern Med 164: 2206–2216

Stämpfli MR & Anderson GP (2009) How cigarette smoke skews immune responses to promote infection, lung disease and cancer. Nat Rev Immunol 9: 377–384

2020. Robert Koch-Institut. SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19). Abgerufen am 22.03. 2020; von: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html

2020. World Health Organization Regional Office For The Eastern Mediterranean. Tobacco and waterpipe use increases the risk of suffering from COVID-19. Abgerufen am 22.03. 2020; von: www.emro.who.int/tfi/know-the-truth/tobacco-and-waterpipe-users-are-at-increased-risk-of-covid-19-infection.html

Huang C, Wang Y, Li X, Ren L, Zhao J, Hu Y, et al. (2020). Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China. Lancet. London, England