Rauchverbote in Restaurants, Bars oder am Arbeitsplatz gehören heute in vielen Ländern zum Alltag – so auch in Deutschland (mit einigen wenigen Ausnahmen, zum Beispiel in manchen Bundesländern). Ziel dieser Regelungen ist es, Menschen vor den gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens zu schützen. Eine aktuelle US-Studie liefert nun Hinweise darauf, dass solche Regelungen weitreichende gesundheitliche Vorteile haben können: In Regionen mit umfassenden Rauchverboten starben demnach langfristig weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Tabakrauch schädigt Blutgefäße
Dass Rauchen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöht, ist inzwischen wissenschaftlich gut belegt. Das gilt nicht nur für Menschen, die selbst rauchen: Auch Passivrauchen belastet Herz und Blutgefäße. Der eingeatmete Tabakrauch kann die Blutgefäße schädigen und das Risiko für akute Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen.
Ein Forschungsteam der University of California hat nun untersucht, wie sich umfassende Rauchverbote langfristig auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken. Dafür wurden Daten aus insgesamt 38 Regionen in den USA ausgewertet, die in den Jahren zwischen 2007 und 2018 Rauchverbote an Arbeitsplätzen sowie in Restaurants und Bars eingeführt hatten. Diese wurden mit 103 vergleichbaren Regionen ohne entsprechende Regelungen verglichen. Die Forschenden betrachteten einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren nach Einführung der Gesetze.
Weniger Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Das Ergebnis fiel deutlich aus: In Regionen mit umfassenden Rauchverboten starben im Durchschnitt jedes Jahr rund 12 Menschen weniger pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als in den Vergleichs-Regionen (ohne Rauchverbots-Regelungen). Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei Menschen ab 65 Jahren – einer Altersgruppe, bei der Herz und Blutgefäße häufig bereits vorgeschädigt sind.
Die Forschenden vermuten, dass bei dem beobachteten Effekt mehrere Faktoren zusammenwirkten. Nichtrauchende sind seltener Tabakrauch ausgesetzt, gleichzeitig rauchen manche Menschen durch rauchfreie Umgebungen weniger oder hören ganz auf. Beides kann dazu beitragen, Herz und Kreislauf langfristig zu entlasten. Wichtig zur Einordnung der Ergebnisse: Die Studie zeigt interessante Zusammenhänge, kann jedoch im engeren Sinne keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Rauchverbot und der geringeren Zahl an Herztoten nachweisen. Es gab jedoch bereits in der Vergangenheit Studien, die zeigen konnten, dass nach der Einführung von Rauchverboten in Ländern bzw. Regionen, zum Beispiel weniger Herzinfarkte vorkamen.
Informationen zum Nichtraucherschutz in Deutschland finden Sie hier.