Viele Menschen kennen das: Bei Stress und Anspannung, überhaupt in schwierigen Situationen, greifen sie (vermehrt) zur Zigarette. Besonders bei Menschen mit chronischen Schmerzen scheint Rauchen oft eine Art kurzfristige Erleichterung zu versprechen. Darauf weist jetzt auch eine aktuelle US-Studie der University of Kansas hin.
Die Forschenden analysierten Gesundheitsdaten aus den Jahren 2014 bis 2023 von mehr als 195.000 Erwachsenen. Das Ergebnis: Menschen mit chronischen Schmerzen rauchen deutlich häufiger als Menschen ohne Schmerzen. Auch E-Zigaretten werden in dieser Gruppe häufiger genutzt.
Chronische Schmerzen und Rauchstopp: eine besondere Herausforderung
Menschen mit dauerhaften Schmerzen berichten häufig von Erschöpfung, schlechter Stimmung und dem Gefühl, im Alltag eingeschränkt zu sein. Rauchen kann dann wie eine kurze Entlastung wirken – ein vertrautes Ritual in einer belastenden Situation. So kann sich ein Kreislauf entwickeln, der das Rauchen zunehmend verfestigt. Denn Rauchen kann kurzfristig zwar entspannend wirken, langfristig jedoch Prozesse im Körper beeinflussen, die Schmerzen sogar verstärken oder chronisch werden lassen können. Die Forschenden beschreiben deshalb einen „Teufelskreis“: Schmerzen fördern das Rauchen – und Rauchen kann wiederum Schmerzen verstärken.
Besonders auffällig: Während die Rauchquoten in den USA insgesamt seit Jahren sinken, verläuft dieser Rückgang bei Menschen mit chronischen Schmerzen deutlich langsamer.
Rauchstopp unterstützt die Regeneration des Körpers
Viele rauchende Menschen mit Schmerzen kennen die Sorge: „Wenn ich jetzt auch noch mit dem Rauchen aufhöre, wird alles nur noch anstrengender.“ Tatsächlich kann ein Rauchstopp zunächst herausfordernd sein – vor allem, wenn Zigaretten über Jahre Teil der eigenen Bewältigungsstrategie waren.
Auch wenn die vorliegende Studie dies nicht untersucht hat, sprechen viele andere Forschungsergebnisse dafür, dass ein Rauchstopp die Regeneration des Körpers unterstützt und entzündliche Prozesse verringern kann.
Fazit
Wer raucht und gleichzeitig mit Schmerzen lebt, trägt oft schon genug Belastung im Alltag. Umso wichtiger ist ein verständnisvoller Blick auf die eigene Situation. Veränderungen brauchen oft Zeit – besonders dann, wenn Schmerzen den Alltag ohnehin erschweren. Oft beginnen sie mit kleinen Momenten: einer bewusst ausgelassenen Zigarette, einem neuen Umgang mit Stress oder dem Gedanken, dem eigenen Körper wieder mehr Unterstützung zu geben. Viele Menschen berichten, dass Veränderungen leichter gelingen, wenn sie nicht nur auf das Weglassen von Zigaretten schauen, sondern gleichzeitig neue Formen der Entlastung und Selbstfürsorge entwickeln.
Kommen Sie mit anderen Menschen ins (schriftliche) Gespräch, die ebenfalls gerade dabei sind, ihr Leben neu auszurichten und rauchfrei (und selbstfürsorglich) zu gestalten – viele davon unter erschwerten Bedingungen. Sie treffen diese Gleichgesinnten in unserer rauchfrei-Community.