Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, schaffen den Rauchstopp deutlich seltener als Personen, die ausschließlich Tabak konsumieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA, die vor Kurzem veröffentlicht wurde.
Studie zeigt Unterschiede beim Aufhör-Erfolg
An der Untersuchung nahmen 181 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teil, die mit dem Rauchen aufhören wollten. Alle bekamen über zwölf Wochen hinweg eine intensive Unterstützung: Beratungsgespräche, ein Medikament zur Rauchentwöhnung und finanzielle Anreize für rauchfreie Wochen. Und darin unterschieden sich die Teilnehmenden: Ein Teil von ihnen konsumierte während des Studienzeitraums regelmäßig Cannabis – wie oft und wie viel wurde von den Studienverantwortlichen dokumentiert.
Das Ergebnis fiel deutlich aus: Rund 59 Prozent der Teilnehmenden ohne regelmäßigen Cannabiskonsum waren am Ende der Behandlung rauchfrei (was nebenbei gesagt eine sehr hohe Erfolgsquote ist, die sich vermutlich vor allem durch die intensive Betreuung und die zusätzlichen finanziellen Anreize erklären lässt). Bei den Menschen, die zusätzlich Cannabis konsumierten, waren es dagegen nur etwa 33 Prozent.
Interessant dabei: Innerhalb der Gruppe der Cannabis-Konsumierenden spielte die genaue Konsumhäufigkeit offenbar keine entscheidende Rolle. Bereits regelmäßiger Cannabiskonsum war mit schlechteren Erfolgsaussichten beim Rauchstopp verbunden.
Wenn sich Cannabis und Tabak gegenseitig verstärken
Fachleute beobachten seit Längerem, dass sich der Konsum von Tabak und Cannabis gegenseitig verstärken können. Manche rauchen bzw. konsumieren beides gemeinsam, andere greifen nach einem Joint automatisch zur Zigarette – oder umgekehrt. Dadurch entstehen feste Gewohnheiten und Verknüpfungen. Die Forschenden vermuten, dass solche Verbindungen den Rauchstopp erschweren können. Denn beim Aufhören geht es nicht nur um Nikotin, sondern in der Regel auch um Rituale, bestimme Situationen und erlernte Abläufe. Wenn Cannabis weiterhin Teil davon bleibt, können Rauchimpulse leichter bestehen bleiben.
Eine Meta-Studie aus dem Jahr 2024 (eine wissenschaftliche Untersuchung auf Basis mehrerer Einzelstudien also) hatte zeigen können, dass Menschen, die in ihrem Leben als erstes Nikotin konsumierten, später mit größerer Wahrscheinlichkeit Cannabis ausprobierten (auch dann, wenn sie nicht mehr rauchten). Umgekehrt ergab sich in der Untersuchung ebenso: Wer mit Cannabis anfängt, neigt später eher dazu, auch mit dem Rauchen zu beginnen.
Fazit
Die Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass regelmäßiger Cannabiskonsum den Rauchstopp erschweren kann. Wer sowohl Tabak als auch Cannabis konsumiert, hat häufig mit zusätzlichen Gewohnheiten und Auslösern zu tun, die den Ausstieg komplizierter machen. Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten und Cannabis konsumieren, kann es deshalb hilfreich sein, den eigenen Cannabiskonsum in die Überlegungen einzubeziehen und auch hierfür Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Weitere Forschung wird zeigen müssen, welche Maßnahmen Menschen beim gleichzeitigen Konsum beider Substanzen besonders wirksam unterstützen können.