Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor der weltweit zunehmenden Verbreitung von Nikotinbeuteln. Besonders kritisch bewertet sie, dass die Produkte gezielt als modernes Lifestyle-Produkt vermarktet werden – häufig über Influencer in sozialen Medien und auffällige Geschmacksrichtungen wie Bubblegum oder Gummibärchen. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene stehen, laut Aussage der WHO, im Fokus von Werbung und Marketing.
Ohne Rauch, aber mit Risiko
Nikotinbeutel sind kleine weiße Beutel, die zwischen Oberlippe und Zahnfleisch gelegt werden. Dort geben sie über die Mundschleimhaut Nikotin an den Körper ab. Anders als Zigaretten enthalten sie keinen Tabak und erzeugen keinen Rauch. Genau das könnte dazu beitragen, dass viele Menschen diese Produkte als vergleichsweise unproblematisch wahrnehmen – ganz nach dem Motto „Wo kein Rauch, da kein Risiko“. Was mitnichten stimmt, wie sich in unserem Flyer Ohne Rauch, aber mit Risiko nachlesen lässt.
Klein, weiß, unauffällig – aber voller Nikotin
Ein großer Unterschied zur klassischen Zigarette: Nikotinbeutel lassen sich nahezu unbemerkt konsumieren: kein Rauch, kein Feuerzeug, kein typischer Geruch. Die Produkte können deshalb auch dort verwendet werden, wo Rauchen verboten ist. Irreführend: Nikotinbeutel werden häufig mit der Bezeichnung „tabakfrei“ vermarktet. Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, es handle sich dabei um eine harmlose Alternative zur Zigarette. Tatsächlich enthalten die Beutel jedoch jede Menge Nikotin – und damit einen Stoff mit hohem Suchtpotenzial.
Nikotin ist ein gesundheitliches Risiko
Die WHO betont, dass Nikotin gerade für Jugendliche und junge Erwachsene problematisch ist, weil das Gehirn in dieser Lebensphase noch heranreift. Früh begonnener Nikotinkonsum kann das Risiko erhöhen, langfristig abhängig zu werden.
Auch gesundheitlich sind die Produkte nicht unbedenklich. Nikotin kann unter anderem das Herz-Kreislauf-System belasten. Was Nikotin im und mit dem Körper macht, haben wir in dieser News erläutert. In Untersuchungen zeigte sich übrigens, dass der Nikotingehalt der Produkte teilweise erheblich schwankt.
Nikotinbeutel = kein empfohlenes Mittel für den Rauchstopp
Zum Teil werden Nikotinbeutel als mögliche Hilfe beim Rauchstopp dargestellt. Für einen langfristigen Nutzen gibt es bislang allerdings keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Manche Menschen konsumieren, wie weiter oben schon beschrieben, Nikotinbeutel zusätzlich zum Rauchen. Dadurch kann sich die regelmäßige Nikotinaufnahme sogar erhöhen.
Davon zu unterscheiden sind sogenannte Nikotinersatzmittel. Dabei handelt es sich um wissenschaftlich geprüfte und qualitätsgesicherte Arzneimittel, die gezielt zur Unterstützung des Rauchstopps entwickelt wurden. Sie enthalten ebenfalls Nikotin, werden aber kontrolliert angewendet. Die Packungsbeilage erklärt genau, wie die Mittel eingesetzt und schrittweise reduziert werden sollten, damit sie beim Rauchstopp wirksam unterstützen können.
Unseren Flyer zum Thema „Nikotinbeutel“ können Sie hier bestellen. Infos zur Nikotinersatztherapie gibt es auf dieser Seite.