Liebe Marion,
na da stupst mich mein lieber Kollege Andy aber an: Stimmt ja, dem Datum in Deinem Nickname zufolge feierst Du ja heute Geburtstag. Sollten wir in dieser Annahme richtig gehen, möchte auch ich Dir herzlich zum Geburtstag gratulieren. Ich hoffe, der Tag wird für Dich auch zu etwas besonderem gemacht! Meine herzlichen Glückwünsche.
Ebenso zu Deinen 10 zurückgelegten Rauchfrei-Tagen - schon im zweistelligen Bereich! Und wie toll ihr es macht, wirklich tapfer.
Es tut mir leid, daß Euch derzeit noch kein erholsamer Schlaf gegönnt ist. Viele Aufhörer haben diese Entzugserscheinung. Auch da ist erlaubt, ein wenig nachzuhelfen. (Natürlich immer vorausgesetzt, der Gesundheitszustand läßt dies zu - über meine Einladung, bei besonderen gesundheitlichen Umständen generell den Arzt ins Boot zu holen, haben wir ja schon gesprochen.) So könnte man sich beispielsweise mit Melissen- oder Johanniskrauttee behelfen, oder mit beruhigenden Bädern mit entsprechenden Essenzen vor dem Schlafengehen, da diese Kräuter eine ein- und durchschlaffördernde Wirkung haben sollen. Manchen Menschen hilft auch heiße Milch mit Honig. Auch Baldrian- oder Magnesiumtabletten werden ab und an empfohlen, aber mit da wäre ich bei Herzpatienten eher noch vorsichtiger damit. Wie gesagt - im Zweifelsfall Arzt fragen. Sorgt in jedem Fall für ein ausgeglichenes Schlafklima, nicht zu warm sollte es sein und gut gelüftet. Im Normalfall regulieren sich diese Erscheinungen von selber wieder - es stellt sich ja der ganze Organismus und Stoffwechsel um, das stört auch mal den Schlaf, aber die Umstellung endet ja und damit sollte sich auch der Schlafrhythmus wieder einregulieren. Auch dass es jetzt, nach zehn Tagen, noch der Fall ist, ist nicht unnormal. Bis jetzt alles noch im Rahmen normaler Parameter.
Aber warum denn lächerlich Marion? Es ist vielleicht nicht logisch, nicht rational - aber schließlich schafft es die Sucht ja auch, alle rationalen Denkprozesse auszuhebeln. Wir verhalten uns nicht mehr rational als Raucher, sondern machen allerlei Blödsinn, über den man als Nicht- oder Nichtmehrraucher den Kopf schüttelt. Zum Beispiel vor dem Kino schnell nochmal drei rauchen, weil es ja dann erstmal zwei Stunen lang nicht geht. Oder Sonntag abend nochmal schnell zum Automaten, weil man Montag früh nicht gleich aus dem Haus kommt und die bis halb elf nicht langen. Daran ist nichts weniger komisch, als gar nicht erst zugeben zu wollen, daß man raucht. Stell Dir vor, ich habe es sogar noch verleugnet, daß ich überhaupt rauche, als es schon Menschen wußten ("... eigentlich rauche ich ja nicht..." mit der Zigarette in der Hand - ich meine HALLO!!!). Nein Marion, lächerlich ist das nicht - das ist das Wesen der Sucht, das uns im Verleugnen ganz groß macht, um unser Gewissen zu umgehen. Einfach nicht rational.
Die Geschichte, die Du uns erzählt hast, und die Schlüsse, die Du für Dich daraus gezogen hast, hat mich tatsächlich angerührt. Tatsächlich waren nämlich eine meiner ganz weit oben rangierenden Aufhör-Motivationen meine Kinder. Noch jünger als der 15-jährige in Deiner Geschichte, wollte ich ihnen keinesfalls zumuten, ihre Mutter an eine frühe rauchbedingte Krankheit zu verlieren, sei es ihre Kraft, auf die sie noch lange angewiesen sind, oder ihre Gegenwart. Auch vorleben wollte ich ihnen das Rauchen keinesfalls. Wie könnte ich ihnen glaubhaft versichern, daß es eine dumme und gefährliche Angelegenheit ist, wenn ich es selbst tu? Deine Geschichte bestärkt mich wirklich, auch wenn mein Entzug schon ein wenig zurückliegt, und ich danke Dir daß Du diese bestätigende Geschichte mit uns geteilt hast.
Doch nun einen - wenn es denn stimmt - schönen Geburtstag und Gruß an Deinen Mann. Weiterhin alles Gute von
Lydia