Mein lieber Rauchfreifreund Paul,
sag einmal (ohne Erwartung einer Antwort, eher rethorisch gemeint), klingt da ein wenig Resignation in Deinem letzten Post mit? Oder lese ich das nur heraus. Du schreibst von Ziellinie und von
[quote]"dann ist Schluß, dann entscheide ich ob ich weitermache".[/quote]
Vor allem: [quote]"was hat mir das alles denn gebracht?"[/quote] lässt mich aufhorchen. Ja, so ein Stück weit verstehe ich Deine Gedanken und ein Stück weit durfte ich Dich kennenlernen und bin dankbar für Deinen Blick und Teilhabe. Und wenn ich diesen Blick und diese Teilhabe nicht kennengelernt hätte, dann würde ich annehmen, die Waage kippt bei Dir gerade vom Nichtmehrraucher zu einem Raucher.
Dein [quote][b]"Paul egal wie Scheiße es Dir damit geht, wenn Du Dich erstmal daran gewöhnt hast, muß es super sein"[/b][/quote] zeigt mir, dass Du Dein Vorhaben weiterführen willst. Es ist eine gute Strategie: So wie angefangen, so auch aufzuhören...
Aber Du wünschst Dir Deine Verknüpfungen zum Thema Rauchen loslassen zu können. Bei Heike schriebst Du: [quote]Ich glaube, dass ich auf der Ebene der Gedanken und Gefühle sicher mit dem Rauchen abgeschlossen habe; aber bei den Emotionen sieht das anders aus.[/quote]
Lieber Paul, vielleicht ist es eine Idee, an Deinem Jahrestag einmal Deine Emotionen nachkommen zu lassen. Und ich meine damit nicht die, die Du mit dem Rauchen in Verbindung bringst. Sondern die, die Du mit dem Nichtmehrrauchen bereits erlebt hast. Sie gehören ebenfalls zu Deinem Weg. Es ist Dein Weg. Er gehört zu Dir mit allem was dazu gehört, mit Leid und Freude mit Niederlage und Gewinn... Oftmals neigen wir doch dazu, einfach loszupreschen, dem Ziel entgegen zu eilen, nicht inne zu halten. Dann sehen wir die Blumen links und rechts am Wege nicht, die vielen kleinen Freuden erlebt zu haben, kritische Situationen erfolgreich überstanden zu haben. Sich darüber bewusst zu sein, sich dies klar vor Augen zu halten und anzunehmen bedeutet doch auch, einen weiteren Schritt in die Freiheit gegangen zu sein. Nutze auch diese Energie und die eventuell jetzt noch farbigen emotionalen Verknüpfungen zum Rauchen verblassen immer mehr.
Alles Liebe,
Klicker
PS Habe vergessen meinen Urlaub zu beantragen. :oops: Soll niiiiie wieder vorkommen. :kaputtlachsmile:
Lieber Paul,
meinst du mit Ziellinie dein 1. volles Jahr als Freiatmer?
Ja, dieses Ziel hast du erreicht. Unwahrscheinlich, dass da jetzt noch etwas schief geht.
Was ist aber das nächste Ziel?
Wir beide sind um die 50 und haben über 30 Jahre geraucht.
Es ein Jahr lang nicht zu tun hat Kraft, Zeit und Demut gekostet. Aber eines hat mich dieser Rauchausstieg gelehrt: Es gibt diesen konkreten Endpunkt nicht.
Wir alle haben unsere persönlichen Ziele, die wir eines nach dem anderen erreichen, aber ganz fertig werden wir niemals damit sein.
Weißt du, ich freue mich schon auf die nächste Etappe: 500.
Dann trage ich mich mit meiner Geschichte auch in die Hall of Fame ein.
Ich bin mir schon sehr sicher, dass ich nie wieder rauchen werde und auch bei dir klingt es aus jedem Wort heraus. Doch es gibt sie: Diese kleine zarte Wehmut, die einen ab und zu erwischt. Bei dir der Geruch deiner Mutter, wenn sie dich morgens geweckt hat, bei mir die Erinnerung daran, wie eine Schachtel Zigaretten riecht, wen sie frisch geöffnet wurde. Dann die erste herauskramen und anzünden.... mmmmh. Zumindest in dieser wehmütigen Erinnerung, war das schön.
Also bleibt uns nichts anderes übrig, als auch solche Gedanken anzunehmen, willkommen zu heißen und uns an ihnen zu erfreuen. Denn auch eine positive Erinnerung an eine verflossene Liebe, die gehegt und gepflegt wird, führt nicht automatisch zur Neuauflage der Beziehung.
Lieber Paul jetzt und hier bin ich stolz auf dich und deine Leistung. Ich habe dich immer bewundert für deinen Blick, der immer ein wenig tiefer geht. Ich mag deine Achtsamkeit und deine Wertschätzung dir selbst und anderen gegenüber.
Du leistest hier einen Beitrag, der von großer Bedeutung ist. Vielleicht ist deine Zeit hier noch nicht ganz zu Ende.
[size=2]363[/size] Palindrom heute. Meinen Glückwunsch.
Ganz liebe Grüße Heike
Klaus Hoffmann,so geil....strahleAugen kriegt.
Danke für den Einblick in Deine ganz eigene Rauchfreigeschichte. Für mich ein wirklich schöner Tagesabschluss. Danke Paul
Fast geschafft
ich sehe schon die Ziellinie
dann kann ich aber auch nicht mehr
drei Tage halte ich noch durch
dann ist Schluß
dann entscheide ich ob ich weitermache
was hat mir das alles denn gebracht?
ich habe Geld gespart, in 3 Tagen werden es dann 2.800 € sein
fast 400 Schachteln habe ich nicht gekauft
über 9.000 Zigatten nicht geraucht (minus eine)
keine Feuerzeuge gekauft
keine Aschenbecher geleert
nicht mehr rauchergehustet
Kein "ohh, haben sie gerade geraucht?"
Kein "darf ich hier rauchen?"
"Könnten Sie sich vielleicht woanders hinsetzen?"
keine gelben Zähne, gelben Finger, gelbe Windschutzscheibe
kein neues Brandloch
kein "Du ich muss nochmal zurück, ich hab die Kippe vergessen..."
Kein "so, eine rauchen wir noch und dann können wir ja anfangen zu ..."
Ich hatte oft schlechte Laune, und wollte oft aufgeben. Ich hab geflucht, genörgelt, geheult. Ich war ungerecht (sorry)
bin fast umgefallen (ich habe Eine geraucht, die hab ich schneller aus der Schachtel gezogen als mein Schatten) dann aber doch rauchfrei weiter gemacht.
Nach 149 Tagen hatte meine Mutter einen Schlaganfall und ich habe meinen "Griechen" voller Sorge und mit viel warten im Krankenhaus verbracht und mir wurde mit einem Mal klar, dass ich nicht ans Rauchen dachte. Ein halbes Jahre vorher hätte ich mehr Zeit in der Raucher- als in der Wartezone verbracht. An den Tagen habe ich sie beobachtet die Raucher, Patienten, Angehörige, Pflegekräfte, Ärzte, Reinigungspersonal, Sekretärinnen alle rauchen sie und wünschen sich, was auch immer, von der Zigarette; die aber, hat nur den einzigen Zweck, die Zeit bis zur nächsten ihrer Kolleginnen zu überbrücken. Die Zigarette kümmert es nicht was ich von ihr will, der Tabak der auf dem Feld wuchs, hat dieses ebenso ausgelaugt wie die Zigarette den Raucher auslaugt und krank macht.
Ich bin noch immer kein Nichtraucher, ich habe soviele Rauchverknüpfungen in meine Vergangenheit die ich nicht abschalten kann, z.B. meine rauchende Mutter die bei mir im Haus wohnt. Wenn ein Mensch z.B. im Koma liegt, ist es der Geruchssinn der unser Hirn am direktesten anspricht und mit dem Leben in Verbindung bringt. Ich hatte Rauch in der Nase bevor ich laufen konnte; wenn meine Mutter morgens in mein Kinderzimmer kam, um mich zu wecken, roch sie nach Rauch, daran kann ich mich noch heute erinnern. Rauchen gehörte wie selbstverständlich zu meinem Leben und logischerweise habe ich es auch übernommen. Ich habe mit 18 Jahren angefangen zu rauchen, als ich mit einer Freundin nach Frankreich in den Urlaub trampte, sie rauchte und ich fand sie toll. Also habe ich rauchen geübt, bis ich es konnte und habe mir immer wieder gesagt: [b]"Paul egal wie Scheiße es Dir damit geht, wenn Du Dich erstmal daran gewöhnt hast, muß es super sein"[/b]
Und genau diesen Satz habe ich mir vor einem Jahr wieder gesagt und solange wiederholt, bis ich ihn selber geglaubt habe; und damit habe ich es bis hier und heute geschafft.
Ich finde, ich habe das super gemacht, auch wenn ich nicht damit gerechnet hatte, dass es solange ein Thema sein würde. Vielleicht passieren noch ungeahnte Dinge aber zur Zeit rechne ich nicht damit, dass ich vergessen würde wie eine Zigarette geschmeckt hat.
:gitarre:
Mein Weg ist mein Weg, ist mein Weg
und kein Schritt führt mich jemals mehr zurück
mein Weg ist mein Weg, ist mein Weg
mit Schatten und mit Tränen
mit Lachen und mit Glück
mein Weg ist mein ureigener Weg
Alles Gute für Deinen Weg
LG Paul
:gitarre:Nur nicht aus Liebe weinen
Es gibt auf Erden nicht nur den einen
Es gibt so viele auf dieser Welt
Ich liebe jeden, der mir gefällt !
Und darum will ich heut' Dir gehören
Du sollst mit Treue und Liebe schwö......
na gut der Rest passt wohl doch nicht so gut hierher;
liebe Matilda es gibt nicht nur den einen... [b]Tag zum feiern[/b]
da will ich nicht so kleinlich sein "ich lieben jeden der uns gefällt"
Dann wünsche ich Dir eine tolle Zeit bei, bestimmt schönstem Wetter;
an dem Kumerower See in Salem habe ich einmal in einem V_W Pass_at
eine Sylvester verschlafen (war sehr romantisch):oops:
Himmel das ist fast 30 Jahre her,
....aber der Kopf merkt das gar nicht:roll:; (könnte auch vor zwei Jahren gewesen sein)
Oh, lieber Paul, das ist ja eine zauberhafte Überraschung. Ja - die Info mit deinem Urlaub hatte ich wohl total verpeilt:kaputtlachsmile:
Ich finde OFFLINE auch total toll und da geht es am Samstag auch gleich hin - Camping im Müritznationalpark.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge werde ich auf Reisen gehen.
Du fragst warum - na ich werde deine Volljährigkeitsparty verpassen.
Ob wir wohl eine Nachfeier organisiert bekommen ?
Ich wünsche dir einen wundervollen Abend, liebe Grüße von
Matilda - befreit
Wo ist nur der Paul hin - ich rufe und rufe aber bekomme nur mein Echo als Antwort.
Schaaaaaaade - du fehlst auf meiner Feier.
Ach, schnurz piep egal - wir können immer feiern und brauchen keinen besonderen Tag.
Sei lieb gegrüßt von
Matilda - befreit
Hallo Paul, zu :fireworksblue:
[b][size=2]350[/size][/b]
rauchfreien Tagen gratuliere ich dir ganz herzlich. Schön, dass du wieder hier bist!
Liebe Grüße
Marion5
Da dies mein nur altes, verlassenes WZ ist (also sozusagen herrenlos) beuge ich
die Forumsregel "antworte im WZ des angesprochenen" und schreibe hier weiter...
Wir sind ein wenig auch von der Leere, zu anderen, etwas ungeliebten Gefühlen gekommen.
Furia und Waro wie schön das ihr hier schreibt; so schön...
Wir leben ohne das Leben richtig an uns heran zu lassen
wir wollen keine Traurigkeit noch nicht einmal Wehmut, Melancholie
wir wollen keine Leere spüren, keine Langeweile und wir sind so schnell gelangweilt
zu scheitern, verlieren, verzichten; das möchten wir nicht
Aber wir brauchen die schwierigen Gefühle damit wir die leichten genießen können
Nur an unseren Schwierigkeiten werden wir uns weiterentwickeln
Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt sind die zwei entgegengesetzten Endpukte der Gefühle
und die vielen dazwischen, die nicht so spektakulär sind, sind nichts wert?
Ich hatte am Tag als ich mich wieder anmeldete im Smokeland das wunderbare Lied von
Marlene Dietrich gepostet wenn ich mir was wünschen dürfte
Man hat uns nicht gefragt
als wir noch kein Gesicht
ob wir leben wollen oder lieber nicht
jetzt geh ich allein
durch eine große Stadt
und ich weiß nicht einmal
ob diese Stadt mich liebhat
Dann schau ich in die Stuben
durch Tür und Fensterglas
und ich warte, warte
auf etwas
Wenn ich mir was wünschten dürfte
käm ich in Verlegenheit
was ich mir den wünschen sollte
eine schlimme oder gute Zeit
Wenn ich mir was wünschen dürfte
möchte ich etwas glücklich sein
denn sobald ich gar zu glücklich wär
hätt ich Heimweh nach dem Traurigsein
Menschenskind
warum glaubst du bloß
grad dein Leid, dein Schmerz
wären riesengroß?
[b]Wünsch dir nichts
dummes Menschenkind
Wünsche sind nur schön
solang sie unerfüllbar sind[/b]
Wenn ich mir was wünschten dürfte
käm ich in Verlegenheit
was ich mir den wünschen sollte
eine schlimme oder gute Zeit
Wenn ich mir was wünschen dürfte
möchte ich etwas glücklich sein
denn sobald ich gar zu glücklich wär
hätt ich Heimweh nach dem Traurigsein
Habt einen schönen Abend
LG Paul
Lieber Paul, ich danke dir für deinen Post bei mir und deine, wie immer klugen Argumente. Es ist wohl das Wort aushalten, dass für mich nicht gut klingt. Das zumindest habe ich bis jetzt herausgefunden. Beim Herry habe ich beschrieben, wann das schon Mal so war.
Vielen Dank und hab einen schönen Urlaub Heike
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