Mein Kopf spielt nicht mit


Verfasst am: 14.06.2019 00:05
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
Hallo Leute,

ich brauche Hilfe, aber fangen wir Vorne an. Ich will, wie viele andere hier auch, mit dem Rauchen aufhören (rauche seit ca. 12 Jahren - 1 bis 1.5 Schachteln am Tag). Auf der einen Seite will ich aufhören, aber auf der anderen Seite fehlt mir etwas um es zu schaffen. Und ich kann nicht sehen, was genau mir fehlt! Ich vermute es ist die Angst, aber ich weiß nicht genau wovor, weswegen ich hier um Hilfe oder Rat bitte. Ich hatte in den letzten 2 Wochen 2 Versuche gestartet, die kläglich und für einige lächerlich gescheitert sind. Dadurch entwickelt sich das Ganze momentan zu einem Teufelskreis, aber seht selbst...kleine Warnung, der Text wird sehr lang, aber ich bin grade einfach in einer sehr schlechten Allgemeinstimmung und muss mir das alles mal von der Seele schreiben, weil ich hoffe dass es mir hilft....

Mein erster Versuch war Anfang letzter Woche. Der Grund war nach einem Arztbesuch, bei dem es zwar um etwas anderes ging, der mir aber doch aufzeigte, wie sehr ich mir selbst schon geschadet habe und wie es um meine Gesundheit steht. Mehr oder weniger spontan habe ich Abends versucht mit dem Rauchen aufzuhören, habe mich über Nikotin Sucht informiert und wie absurd es eigentlich ist diesen ständigen Raucherkreislauf beizubehalten anstatt zu unterbrechen. Ich hab den Abend dann über nicht mehr geraucht, aber hatte in meinem Kopf schon so ein Hin und her zwischen Glück/Freude und Verlangen durchgemacht. Am nächsten Morgen als sich das Nikotinmonster meldete waren alle Vorsätze, alle Argumente, alles war einfach weg. Nach einigem Hin und Her, fiel ich in eine sehr weinerliche Stimmung und sagte zu mir selber mit beinahe Tränen in den Augen, dass ich momentan nicht in der seelischen Verfassung bin aufzuhören, aber mir schwöre aufzuhören wenn es mir besser geht. Im Nachhinein eigentlich total hirnrissig, aber es hat gewirkt und ich fiel in das alte Muster schneller zurück als ich dachte...

Heute war der zweite Versuch, der auch der Grund ist, warum ich das Ganze hier schreibe. Ich hatte Urlaub und habe mir gestern Abend bereits Lektüre (2 Bücher) rausgesucht um sie in Ruhe lesen zu können und erneut einen Anlauf zu nehmen. Mit Motivation das Buch angefangen und keine 20 Minuten nach dem Start, habe ich schon die Stelle gesucht, an der der Autor das Rauchen während des Lesens quasi erlaubt (kannte das Buch durch Bekannte schon etwas) und geraucht. Eine total surreale Vorstellung, beim Aufhören nur nach einer Entschuldigung zu suchen doch zu rauchen...Habe das Buch über den ganzen Tag verteilt gelesen und dabei ein abnehmendes Verlangen verspürt und deutlich weniger aber trotzdem immernoch geraucht. Nachdem ich alle Contra-Argumente, Zusammenhänge und die Illusionen hinter dem Rauchen verstanden habe, dachte ich,ich wäre auf einem guten Weg. Aber dann kam am Ende des Buches die "Checkliste" mit Anweisungen. Die erste Anweisung war eine Entscheidung zu treffen, nie wieder eine Zigarette zu rauchen. Schon beim Lesen liefen Gedanken wie Blitze durch meinen Kopf, es waren Zweifel. Was für Zweifel kann ich nicht einmal genau sagen, wenn ich mich richtig erinnere waren es Zweifel dass ich es nicht schaffen werde und diese Zweifel ließen das ganze Vorhaben dann auch sehr sehr schnell scheitern (etwa 5 Stunden später)....

Sobald sich in meinem Kopf der Schalter umlegt auf "Nichtraucher", wird das Verlangen nur umso größer egal wieviel Zeit seit der letzten Kippe vergangen ist. Ich wurde bereits innerhalb der ersten halben Stunde sehr unruhig und hatte ein großes Verlangen, obwohl ich doch weiß und mir immer wieder gesagt habe dass ich nichts aufgebe/auf nichts verzichte, dass ich mir durch das Rauchen eigentlich nur das Gefühl/die Ruhe, die ein Nichtraucher sein leben lang h,at für einen kurzen Zeitraum erkaufe und dass ich, wenn ich jetzt eine rauche den ganzen Raucherkreislauf nur wieder von vorne starte (Rauchen-Entzug-Rauchen-Entzug....) Naja ich habe es dann trotzdem noch etwas durchgehalten, indem ich mir das immer wieder gesagt habe, aber nach ca. 4 Stunden war ich einfach an einem Punkt, an dem es nicht weiter ging. Das Verlangen war riesig aber noch schlimmer, meine Gedanken waren für die letzte Stunde beinahe andauernd beim Thema Rauchen. Alles drehte sich ums Rauchen...wenn ich sonst als Raucher unterwegs bin und nicht rauchen kann für einen längeren Zeitraum von 3-6h (beim Sport, Kino, Feiern), dann nehme ich das Nichtrauchen größtenteils nicht einmal wahr, aber wenn ich aufhöre zu rauchen bzw. den Schalter umlege, dann dreht sich alles nur noch ums Rauchen. Sich abzulenken hat immer nur sehr sehr kurzfristig funktioniert und letztendlich siegte das Nikotinmonster und ich zündete mir eine an und hatte verloren. Dieser Versuch hat mir gezeigt, dass es bei mir im Kopf nicht stimmt. Ich habe Angst, nur ich weiß nicht wovor. Ist es Verlustsangst? oder doch Versagensängste? Ich weiß es nicht, aber es macht keinen Sinn....

Naja und jetzt sitze ich hier. Bin deprimiert und ein Häufchen Elend in einer weinerlichen Stimmung. Und hier beginnt der ganz am Anfang erwähnte Teufelskreis. Wenn ich nicht rauche, denke ich ständig ans rauchen und wenn ich rauche, naja dann fühle ich mich schlecht mir selbst gegenüber, weil ich weiß dass ich versagt habe und es mir schadet. Wenn ich mich so schlecht fühle, versuche ich mich abzulenken und diese Depri Stimmung zu verdrängen. Aber genau das führt dazu dass ich das Rauchen nicht mehr verabscheue und die negativen Aspekte aus dem Auge verliere...hier nochmal in Stichpunkten aufgezeigt ums verständlich zu machen:

-> normale Stimmung, will aufhören zu rauchen wegen der Gesundheit
-> höre auf, Selbstzweifel, denke nur ans rauchen, alles dreht sich ums rauchen
-> Rückfall, Depri Stimmung, heftige Gefühlsschwankungen
-> Fange wieder an zu rauchen, fühle mich scheisse, verdränge das aber und rauchen wird nebensächlich
-> nach einigen Tagen wieder gute Laune und das ganze geht von vorne los

Wenn ich mich hier im Forum durchlese, schäme ich mich teilweise...wenn ich lese, dass andere Leute Rückfälle nach mehreren Tagen/Wochen/Monaten haben und ich hier rumjammere und es nichtmal schaffe einen einzigen Tag zu verzichten ;( Einige werden jetzt sicher sagen, der will doch gar nicht wirklich aufhören. Das Gefühl beschleicht mich langsam auch, aber ich kann mir doch nicht weiterhin die Lunge zukleistern und darauf warten, dass ich eines Tages genug Motivation oder genug Hass/Abscheu auf Zigaretten habe um aufzuhören...dieser eine Tag kann in Jahren, Jahrzenten oder aber gar nicht bzw. zu spät sein...Außerdem warum habe ich dann diese 2 Versuche gestartet und warum fühle ich mich so scheiße wenn ich Rauche, wenn ich gar nicht aufhören will??

Der Text war jetzt sehr sehr lang, aber da ich euren Rat und Einschätzung brauche, wollte ich alle Vorgänge/Gefühle so genau wie möglich beschreiben, damit ihr euch ein Bild machen könnt. Ich vermute bisher dass ich Angst vor irgendetwas habe, ich weiß nur nicht genau vor was ich Angst habe. Irgendetwas, dass sobald der Schalter auf Nichtraucher umgestellt ist, mich in Angst versetzt und mich immer wieder zweifeln lässt, mich zum Grübeln bringt und letztendlich immer wieder scheitern lässt...Ich glaube dass diese Angst und das Identifizieren dieser Angst ein wichtiger, wenn nicht sogar der entscheidende Baustein ist, um endlich mit dem Rauchen aufzuhören.

Ich danke jetzt schonmal allen Leute, die diesen ellenlangen Text lesen und sogar darauf antworten. Ich danke euch von ganzem Herzen icon_smile.gif


Verfasst am: 14.06.2019 00:48
Fritzilein
Dabei seit: 01.06.2019
Rauchfrei seit: 65 Tagen
Beiträge: 525
Hey Nino!
Willkommen im Forum.

Zuerstmal.... Chill mal dein Gesicht alter icon_lol.gif

Ernsthaft. Du bist viiieeel zu verkrampft.
Viele haben den Entschluss zum rauchausstieg nicht über Nacht gefasst.
Es war eine Entwicklung.
Irgendwo gibts hier nen Grünen Button „aufhören“

Klick den doch mal und dann schaust weiter. So gestresst wie du jetzt grad bist wird das eh nix. Also erstmal runterkommen und die Sache langsam angehen. Kommt jetzt nichtmehr auf einen Tag an.

Und ja. Dein Problem is die Angst.

Ging mir auch mal so. 14 h Flug und keinen Bock auf ne ziggi. Was hab ich gemacht? Raus aus dem Flieger und eine geraucht...ich könnt ja ausversehen aufhören zu rauchen Riesengrinser.gif
Verfasst am: 14.06.2019 01:17
Nomade
Dabei seit: 02.09.2017
Rauchfrei seit: 686 Tagen
Beiträge: 1956
Moin Nino,

herzlich willkommen hier im Forum der Nicht-mehr-RaucherInnen und solcher, die es werden wollen.

Du hast Dich und Deine Reaktionen auf bisherige Aufhörversuche schon sehr gut beobachtet und reflektiert.
Was Dir meiner Meinung nach bisher fehlt (und ich glaube, das ist das Einzige) ist die Erkenntnis, daß es sich um eine SUCHT handelt.... und Sucht ist einfach nicht logisch....

Deine bisherigen Fehlversuche begründen sich eben nicht rational - Sucht ist nicht rational.... !

Du solltest beispielsweise nicht die Idee verfolgen, NIE WIEDER ZU RAUCHEN - das ruft die Sucht SOFORT auf den Plan - überlege doch einfach - DIE NÄCHSTE RAUCHE ICH NICHT - Punkt
Ob ich später oder morgen wieder eine rauche - mal sehen - ABER DIE NÄCHSTE WIRD NICHT GERAUCHT....
Das nimmt schon mal einen Haufen Druck raus - es geht ja nur um die nächste....

Du brauchst auch vor nix Angst zu haben - ohne zu Rauchen gewinnst Du und verlierst nix (na ja - außer, Dich systematisch zu vergiften.... )

Vielleicht führst Du, wenn Du im Moment noch rauchst, ein so genanntes Rauchertagebuch - warum will ich die jetzt rauchen, was erhoffe ich mir von der Zigarette, triff die Hoffnung ein, in welcher Situation, zu welcher Tageszeit befinde ich mich.... das hilft, Routinen aufzudecken - gegen die es dann Alternativen zu entwickeln gilt....

Außerdem könntest Du die Kippen der nächsten Tage in einem Schraubglas mit 3-4cm Wasser drin sammeln - immer gut zuschrauben und außer Reichweite von Kindern aufbewahren - sollte in der Zukunft ein Rückfall drohen - aufschrauben und dran riechen - vorzugsweise solltest Du nicht unmittelbar vorher etwas gegessen haben.... vomit2.gif

Lies mal ganz viel unter den Reitern Informieren (blau unterlegt) und Aufhören (grün unterlegt) - dort und auch in den "Wohnzimmer" genannten threads der NutzerInnen des Forums gibt's ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Tips und Hinweisen, um unserer Sucht erfolgreich widerstehen zu lernen....

Außerdem solltest Du Dir das kostenlose Ebook "Nie wieder einen einzigen Zug von Joel Spitzer aus dem www runterladen und natürlich auch lesen und ebenfalls da kostenlose Starterpaket mit 100-Tage-Kalender, Knetball für nervöse Hände, Pfeffis und Infobroschüre (unter Aufhören zu finden) bestellen - hilft wirklich!

Mensch - Du kannst ja ausführlichere Aufsätze als ich verfassen.... Kaputtlachsmile.gif

Ich freue mich über Fragen und Antworten in meinem Wohnzimmer "Ich denk' nicht dran, zu rauchen!", das Du ganz leicht findest - mußt nur auf das kleine blaue "Profil" unter dieser Nachricht klicken.... dann auf "Ich denk' nicht dran...." und los geht's....

Alles Gute für Dich
wünscht
de Nomade

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.2019 um 01:21.]
Verfasst am: 14.06.2019 05:30
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotse-andreas
Rauchfrei-Lotse seit: 08/2013
Dabei seit: 18.06.2013
Rauchfrei seit: 2223 Tagen
Beiträge: 6903
Guten Morgen Nino, herzlich Willkommen.

Das man mehrere Anläufe braucht, ist völlig normal. Ich habe mal irgendwo gelesen, das man im Durchschnitt 7 Versuche bräuchte, bei mir selber waren es 6. Siehe die letzten Versuche nicht als scheitern an, sondern lediglich als Lernprozess. Es gibt nicht diesen einen Weg, jeder reagiert anders. Es ist daher am Anfang auch immer ein Testen, was einem hilft oder halt nicht.

Überlege Dir Alternativen für die Momente, wo Du bislang immer zur Zigarette gegriffen hast. Sorge für Ablenkung um, gerade bei Schmachtattacken, kurzfristig auf andere Gedanken zu kommen. Was könnte Dich ablenken?

Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für Nichtraucher-Seminare, eine Nachfrage lohnt sich bestimmt. Auch können Hilfsmittel eine sinnvolle Unterstützung sein.

Plane auch immer von Tag zu Tag, es geht zunächst immer darum, die nächste nicht zu rauchen.

Viele Grüße

Andreas
Verfasst am: 14.06.2019 08:04
krikri
Dabei seit: 13.06.2019
Rauchfrei seit: 36 Tagen
Beiträge: 151
Hi Nino,

willkommen hier.

Was du beschreibst, kenne ich sehr gut icon_smile.gif
Immer, wenn ich dann gerade geraucht hatte, dann habe ich an den Rauchstopp gedacht. Wenn es soweit war, eine zu rauchen, war der Gedanke wieder weg. Von daher hatte ich ungefähr 3 Monate "Inkubationszeit".

Wenn Du Lust hast, aufzuhören, dann wird das auch passieren - ganz sicher! Da kannst du dir ruhig vertrauen. Ja, es braucht manchmal ein bisserl. Aber hey, wie oft ist man umgefallen, als man lernte zu laufen icon_smile.gif

Und vielleicht zur Beruhigung - wenn man raucht, denkt man richtig oft an Kippen. Wenn man dann aufhört, denkt man in der Anfangszeit NUR an Kippen, aber ziemlich bald dreht sich das Verhältnis und man denkt nur noch 2-3x pro Stunde dran.
Mein Tipp wäre da, erlaube es dir, daß sich im Kopf alles um Zigaretten dreht. Das ist ganz oft so.

Gutes Gelingen
Kristine
Verfasst am: 14.06.2019 10:17
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
Hallo zusammen und vielen Dank für das herzliche Willkommen hier. Ist ja Wahnsinn wieviele Antworten ich hier schon bekommen habe in so kurzer Zeit :O


Fritzilein du hast recht. Ich bin an das ganze Thema viel zu verkrampft herangegangen. Ich hatte im Start ja den Arzttermin erwähnt, auch wenn dort eine andere Diagnose gestellt wurde und andere Sachen ausgeschlossen wurden, habe ich mir innerlich irgendwie zurecht argumentiert dass alles am Rauchen liegt. Das wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, sofort alles besser wird und sich alles auflöst. Dadurch habe ich mir (unbewusst) einen so großen Druck auferlegt, es endlich zu schaffen und erklärt vermutlich auch meine eher unüberlegten
und schlechten Versuche. Ich weiß, dass das folgende eigentlich eine mustergültige Ausrede eines Süchtigen ist, aber ich werde mich die nächsten Tage erst einmal auf mich besinnen, zur Ruhe kommen um neue Energie zu tanken für den durchdachten und geplanten Ausstieg.

Vielen Dank für eure Worte. Ich hab mir bereits einige Wohnzimmers angeguckt, vor allem Nomades, schon alleine weil mir der Name <Noch nie soviel ans Rauchen gedacht> sehr gefallen hat und ich mich darin wiedergefunden habe. Ich habe sehr großen Respekt vor deiner Leistung icon_smile.gif Das ich Süchtig bin, habe ich mittlerweile begriffen aber noch nicht ganz verinnerlicht. Das Problem ist, ich bin ein sehr verkopfter Mensch, jemand der sehr viel denkt, für den alles rational und nach Logik geschieht, weswegen ich da so an meine Grenze stoße. Aber ich werde mich in den kommenden Tagen noch einmal mit dem Thema der Nikotinsucht auseinander setzen...Das Problem mit dem Druck machen und den Wörtern NIE WIEDER, habe ich oben ja schon angedeutet. Ich habe mich selber unter Druck gesetzt, indem ich sagte: es wird alles besser wenn du aufhörst und schlimmer wenn du wieder rauchst...das ganze hat mich wohl in Angst versetzt.

Bei dem Punkt mit der Angst bin ich aber noch nicht weiter. Ich verstehe sie nicht. ich weiß nicht wovor ich genau Angst habe...aber vielleicht spricht da auch nur der kleine Sucht-Teufel in mir.

Worüber ich mich sehr freuen würde und was mir vielleicht etwas Angst nehmen könnte, wenn ihr mal berichten würdet wie bei euch so die ersten drei Tage waren, vor allem der erste Tag. Ich weiß es gibt unzählige Wohnzimmer, aber leider wird in vielen dieser Berichte dieser Zeitraum zumindest nicht detailliert erfasst (das ist um gottes willen kein vorwurf!) . Ich lese oft, dass die Leute aufhören oder bereits aufgehört haben und berichten dann kurz von ihrem ersten oder zweiten Tag ohne zu beschreiben, wie sie sich wirklich fühlten, was sie so dachten, ob sie zweifelten, ob sie Phasen durchhalten mussten oder ob ihr Entschluss so fest war, dass das alles nicht notwendig war? Ich glaube das würde mir sehr helfen, denn eines habe ich bemerkt bei meinen Versuchen. In den Büchern und auch im Internet heißt es immer wieder: Der Entschluss/die Entscheidung muss felsenfest stehen, sodass gar keine Zweifel aufkommen dürfen! Und genau da ist der Riss in meiner Logik. Wenn ich nach kurzer Zeit den Drang verspüre zu rauchen, beginne ich in meinem Kopf mehr oder weniger zu verhandeln
und dann kommt natürlich irgendwann auch ein Zweifel in mir auf und genau das ist der Moment, wo ich aufgrund der Bücher/Internetberichte mir so ungefähr denke, dass ich ja gar nicht aufhören will und meine Entscheidung eben nicht fest steht und das Verhandeln bzw. die Zweifel der Beweis dafür sind. Aus diesem Grund würde ich mich wirklich darüber freuen, wenn ihr eure ersten Tage mal beschreibt, das könnt ihr so ausführlich machen wie ihr wollt, je länger und detailliert desto besser icon_smile.gif

Verfasst am: 14.06.2019 10:26
Fritzilein
Dabei seit: 01.06.2019
Rauchfrei seit: 65 Tagen
Beiträge: 525
Moin Nino.

Also zuerstmal.... du fragst dich wovor du Angst hast?

Na vor dem ersten Tag. Du hast schiss,dass der Entzug kommt. Und der wird kommen. Aber du schiebst es dann darauf,dass du doch noch nicht bereit bist aufzuhören und fängst wieder an.
Mein Entschluss stand und steht felsenfest. Aber auch ich muss meinen Entzug aushalten.

Für Kopfmenschen und zerdenker gibt es tolle Bücher über Achtsamkeit und Aufmerksamkeit
Probier die ruhig mal aus. Die tun nicht weh und zeigen dir auf wundersame Weise wie schön die Welt sein kann wenn man mal kurz anhält, Scheuklappen abnimmt und sich umschaut.
Verfasst am: 14.06.2019 10:26
krikri
Dabei seit: 13.06.2019
Rauchfrei seit: 36 Tagen
Beiträge: 151
Hi Nino,

bei mir ist es in der ersten Anfangszeit so, daß sich alles im Kopf ums Rauchen dreht.
Das Gefühl, die Tapeten von den Wänden kratzen zu wollen. Und dann immer wieder ein sehr unangenehmes Gefühl in den Armen. Das Forum hilft sehr, da ich mich hier hemmungslos mit dem Thema beschäftigen kann. Große Unruhe und ein tigern durch die Räume.

Rauchen ist keine Option. Es ändert ja nichts. Ich versuche, das unangenehme Gefühl zu genießen. Ist ja zumindest ein sehr intensives Gefühl icon_smile.gif

LG Kristine
Verfasst am: 14.06.2019 10:34
Moni10000
Dabei seit: 26.10.2018
Rauchfrei seit: 67 Tagen
Beiträge: 148
Hallo Nino,

heart.png lich Willkommen hier!


Dann beschreibe ich mal meine ersten drei Tage:

Meine wichtigste Zigarette war die erste morgens. Aufstehen, Kaffeemaschine einschalten, Katze füttern, rauchen. Dann nach dem 1. Kaffee die zweite Zigarette. Ohne diese beiden konnte ich mir meine Tage gar nicht vorstellen, ich hatte immer Panik bei dem Gedanken, die nicht rauchen zu dürfen.
Also hab ich am 1. Tag morgens noch drei Zigaretten geraucht, die letzte aber nicht bewusster als die anderen oder irgendwie zelebriert, nur der Gedanke "jetzt ist es vorbei" und fertig.
Den Rest des Tages war ich ziemlich euphorisch, weil es schmachtermäßig echt gut lief. Einzig abends merkte ich meine Anspannung, als mir meine Tochter (22 Jahre) quer kam und ich sie am liebsten erwürgt hätte.
Mir half dann der Gedanke, sie eigenhändig ohne Hilfsmittel im Wald zu verbuddeln. Bei dem Gedanken musste ich selber so grinsen und gut wars.
.... Sie lebt bis heute Kaputtlachsmile.gif

Der zweite Tag ging eigentlich dann ganz gut los. Kennst Du das? Du hast ganz schrecklichen Bammel vor etwas und dann ist es gar nicht schlimm? So war das dann mit meinen Morgenzigaretten. Dafür kam den ganzen Tag über der Schmachter, viel heftiger als am 1. Tag, da die Euphorie bisschen abgeflaut ist.

Der dritte und der vierte Tag waren bei mir die schlimmsten, ich dachte nur ans rauchen, war total zittrig, unglücklich, schlaflos und dachte, es geht nie vorbei.
Da half wirklich nur viel trinken, Schokolade bis zum abwinken, hier viel lesen und Bewegung .... und das Wissen, ab jetzt MUSS es besser werden.

..... und es wird besser ..... EHRLICH !!!

Und es ist auszuhalten!

LG Moni

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.2019 um 10:36.]
Verfasst am: 14.06.2019 21:15
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
Viel Dank für die Berichte icon_smile.gif

Vielleicht kommt ja noch der ein oder andere dazu, aber das ganze hat mir schon sehr geholfen. Der Entschluss muss feststehen aber der Entzug kommt trotzdem und auch die Gedanken ans Rauchen gehören dazu!

Leider bin ich momentan in einer schlechten Verfassung. Ich leide momentan vermutlich unter Panikattacken, nicht ganz so heftig wie bei anderen aber trotzdem beunruhigend. Ich schreibe vermutlich, weil ich es nicht genau weiß und da liegt ein ähnlicher Teufelskreis wie beim Rauchen. Irgendetwas überkommt mich, ein Ziehen, Brennen oder ein Jucken in der Brust oder Schulter und ich gerate ins Grübeln, weiß nicht ob es nur Panik/Angst ist oder doch was Ernstes und steigere mich dort rein, werde innerlich unruhig und falle am Ende zusammen wie ein heulender Sack. Aber das gehört vermutlich in ein anderes Forum und nicht hier rein, aber es ist eine gute Überleitung für das Folgende.

Ich werde mich erst einmal hier in diesem Thread nicht mehr mit dem Thema des AKTIVEN Rauchstopp beschäftigen. Eure Beiträge werde ich natürlich trotzdem lesen und auch noch einige Antworten zum Thema Vorbereitung verfassen, aber ich brauche momentan Abstand von dem Thema Gesundheit/Rauchen aufhören. Ich weiß, dass mein Rauchausstieg sicher nicht der Hauptauslöser für die Panikattacken war, aber er hat unter Umständen dazu beigetragen. Denn je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige und an den Auslöser zurückdenke, desto mehr Kreisen meine Gedanken nur noch darum, desto verkrampfter werde ich, desto mehr steigere ich mich hinein, desto größer wird der Druck und die Panik beginnt von neu. Einige werden jetzt denken, aber das ändert nichts, denn wenn ich in Zukunft aufhören werde, wird vermutlich das gleiche passieren. Ja das ist möglich, aber durch den Auslöser beim Arztbesuch (der wie bereits erwähnt, etwas anderes diagnostizierte) war ich mental diesem Thema gegenüber einfach schon angeschlagen und in Panik. Und ich bin der Meinung, Panik ist kein Guter Grund oder Motivation für einen erfolgreichen Rauchstop.

Diesen Thread hier zu eröffnen hat mir Anfangs sehr geholfen, er hat mir geholfen mir einzugestehen, dass ich Angst habe und dass ich nicht anders bin als Andere was das Thema Rauchen angeht. Er hat mich aber auch erkennen lassen, dass meine Angst bzw. neu hinzugekommenen Panikattacken mich teilweise vollständig lähmen und das ist ,zumindest momentan, ein viel größeres Problem für mich. Ich werde das Wochenende etwas Abstand nehmen von dem Thema, schauen wie es mir nächste Woche geht und dann die nächsten Schritte einleiten...

Noch einmal vielen Dank für all eure lieben Worte und für das Lesen meiner ellenlangen Texte icon_smile.gif

Euer Nino



[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.2019 um 21:26.]
Verfasst am: 05.07.2019 17:03
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
Hallo Leute!

Ihr habt vermutlich nicht damit gerechnet, dass ich hier noch einmal reinschreiben werde und auch ich habe gedacht, ich werde vermutlich nie wieder in diesem Forum schreiben. Nicht weil ich euch nicht mag, aber die ganze Sache war mir etwas peinlich und nach den letzten 2-3 Wochen war das Thema Rauchstop eigentlich sehr weit weg von mir (auch auf anraten, sollte ich es erstmal beiseite legen). Es kam aber anders als ich dachte icon_biggrin.gif Die folgenden Texte und Posts werden sehr lang. Ich erwarte gar nicht dass ihr alles lest, aber mir hilft das schreiben darüber mich etwas abzulenken und vielleicht hilft es mir in dem ein oder anderen schwachen Moment. Wenn ihr nicht alles lesen wollt, sondern nur meine akuten Probleme/Schwierigkeiten, dann lest die letzten beiden Absätze icon_biggrin.gif


Die Idee kam dann am Mittwoch den 03.07 ganz spontan über mich, nachdem ich wieder etwas Panik wegen meiner Schulter/Brustschmerzen bekam. Ich rief mir die letzten Versuche in Erinnerung die aufgrund von Panik begangen und wollte die Idee schon beinahe zur Seite schieben, als ich mich an Monis Kommentar (den mit dem Morgens aufhören) erinnerte und ich es dieses mal ohne Druck versuchen wollte. Der Plan war, morgens ganz normal Rauchen und dann zur Arbeit keine Kippen mehr mitnehmen. Das Ganze scheiterte grandios nach 3-4 Stunden, weil ich morgens wohl instinktiv (ohne mir darüber bewusst zu sein) die Schachtel in meine Arbeitstasche packte. Nach dem Scheitern, wollte ich es zuhause in Ruhe nochmal versuchen. Ging auch wieder gut los, aber nach genau 3-4 Stunden hing ich wieder an einem Gedanken fest. Und zwar die Frage: ob ich wirklich aufhören will? Ich verneinte, zündete mir die Kippe an und rauchte los. Aber noch während dem Rauchen fragte ich mich, warum will ich nicht aufhören? wie kann ein rational denkender Mensch nicht aufhören wollen?

Ich begann zu begreifen. Nicht schlagartig aber langsam und stetig. Ich begriff, dass jeder Raucher auf der Welt und auch ich, mit dem Rauchen aufhören will. Wenn es eine Spritze gäbe, die mich sofort ohne Entzug/Konsequenzen zum Nichtraucher machen würde, würden 95% aller Raucher (inklusive mir) sie sofort nehmen. Also ist der Wille ja doch da, aber warum höre ich dann nicht auf? Warum glaube ich dann, dass mir genau das im Gegensatz zu all den anderen Ex Rauchern fehlt? Weil die Sucht es mir verbietet! Die Nikotinsucht sorgte dafür, dass ich jahrelang nie über die Folgen des Rauchens nachgedacht habe, weil sonst könnte die Angst vor den Krankheiten ja größer werden als die Angst vor dem Aufhören/Entzug. Das ist so clever von der Sucht! Die Sucht verdrängt den eigenen Willen, die eigenen Ängste! Erst als mir das bewusst geworden ist, drückte ich die angefangene Rückfallzigarette wieder aus und hörte auf!

Ich gebe zu, die ersten 5 Stunden waren wie immer hart. Mein Kopf war ok, meine Argumente zurechtgelegt, aber die Schmacht war trotzdem da. Ich habe auf jede Ausrede, auf jeden Schmachter, auf jede Entzugserscheinung ein Argument in meinem Kopf zurecht gelegt, welches mir logisch klar macht warum ich jetzt trtozdem keine anzünde! Z.b. Wenn ich kurz davor bin mir neue zu kaufen, stell ich mir folgende Frage: Leben oder Sterben? Ich weiß dass die eine mich nicht umbringen wird, aber ich vergleiche das gerne mit Dominosteinen. Diese Eine Kippe, die mich jetzt wieder zum Rauchen führt, ist dafür mitverantwortlich, wenn bald etwas schlimmes passieren sollte! Kurz vor dem Schlafen war ich aber schon mächtig stolz, mein Kopf war zwar Matsche und ich hatte keine Ahnung wie ich so einschlafen sollte, aber ich war schon stolz überhaupt 5 Stunden durchgehalten zu haben und nach dem Aufstehen dann fast 12 Stunden!

Der zweite Tag (obwohl in wirklichkeit nur die Stunden 12-30, wobei das mir völlig wurst ist) war psychisch sehr
anstrengend. Ich bin aufgewacht und hab morgens gut durchgehalten. Aber ich habe fast jede Minute, jede Sekunde immer ans Rauchen gedacht. Selbst wenn ich nicht daran gedacht habe, jetzt eine zu rauchen, dachte ich ans Aufhören oder an weitere Argumente. Das ganze schlauchte natürlich ziemlich. Ich fing ständig an zu heulen. Es hat mich richtig erwischt. Als ich meine Mutter besuchte (die auch raucht) und sie am Tisch rauchen sah, sah ich sie in einem anderen Licht. Nicht als jemand glückliches der da sitzt und nur eine rauchen will zum Entspannen, sondern als eine Art Junkie, der gerade nur versucht seine Sucht zu befriedigen und seine Probleme verdrängt. Es überkam mich aus dem nichts heraus und erwischte mich stundenlang. Dieser Tag war einfach nur zum vergessen, was wahrscheinlich auch der Grund ist warum ich das hier alles so detailliert und genau beschreibe, um irgendwie Zeit totzuschlagen.

Ich denke ständig nur ans Rauchen, muss bis zu 7-8 mal am Tag heulen aus irgendwelchen Gründen und kann mich absolut 0 ablenken. Während ich früher stundenlang im Internet surfen konnte oder irgendwelche Spiele spielen konnte, kann ich das alles ohne Kippe nicht. Ich lande mit meinen Gedanken eh wieder bei Kippen und die Ablenkung ist nach 5 Minuten vorbei. Das alles hat mich so hart mitgenommen, dass ich eben sogar im Sitzen eingepennt bin vor Erschöpfung glaube ich. Das Einzige was mich positiv stimmt und was mich überhaupt dabei hält, ist dass die Option "Ach jetzt rauch wieder" existiert in meinem Kopf irgendwie nicht mehr! Ich bin an einem Punkt, an dem kann ich nicht wieder einfach anfangen. Ich kanns nicht erklären. Liegt auf der rationalen Ebene natürlich an meinen Argumenten aber irgendwie ist in meinem Kopf jetzt so ne Sicherung/Blockade/Klick die den Gedanken ans wieder anfangen zu rauchen kategorisch abblockt.


Puh, was ein langer Text. Ich habe den ganzen Tag über hier dran geschrieben. Mal 10min, mal 20min, alles
wieder gelöscht, dann wieder neu angefangen. Ich hab jetzt gar keine direkten Fragen an euch, weil ich weiß
dass ich das alleine durchstehen muss aber ich mache mir Sorgen wo ihr mir vielleicht helfen könnt. Ich hab einfach Sorge, dass diese momentane geistige Überleegenheit gegenüber der Sucht irgendwann (vor allem nach dem aufstehen irgendwann) nachlässt. Das irgendwann wieder ein schwacher Moment kommt und meine Überlegenheit anfängt zu bröckeln....Und als nächstes natürlich die Sorge, was ist wenn der körperliche Entzug länger anhält als gedacht(3-4Tage)? Was wenn ich in einer Woche immernoch so kämpfen muss? Immer noch ständig anfange zu heulen? Warum muss ich überhaupt ständig heulen? Wie soll ich diese geistige Stärke die mich momentan oben hält, aber schon so viel Kraft kostet, beibehalten wenn es nicht besser wird?

Euer Nino

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.07.2019 um 17:09.]
Verfasst am: 05.07.2019 17:40
Elisienne1.0
Dabei seit: 28.01.2019
Rauchfrei seit: 261 Tagen
Beiträge: 232
Hallo Nino, Ich weiß gar nicht, was ich zu deiner riesigen Gedankenflut sagen soll. Begriffen hast du alles, denke ich. Viel klarer kann es eigentlich nicht werden. Dein Rauchausstieg im Kopf, ist meiner Meinung nach schon sehr weit vorangeschritten. In meiner Welt zählen auch fast nur Argumente, die Taten sind nicht mehr meine Obliegenheit. Ich bin die Dozentin. Daher bin ich sehr vertraut mit den Strukturen, in denen du denkst.
Ich habe mich beim Lesen gefragt: Warum glaubt er (oder sie?) der Kopf sei das Problem? Dann habe ich es begriffen: Ja irgendwie ist er es schon. Bei all deiner Rationalität und deiner glasklaren Analyse der Nikotin-Suchtstrukturen, gibt es noch die irratio. Du weißt schon: Alles kommt paarweise daher Positiv-negativ, Neutron-Elektron, Materie-Antimaterie.

Ratio-Irratio

Deine Ratio hast du im Griff. Die Irratio hat dich im Griff. Das Heulen und die Angst, das ist das irrationale. Da helfen deine rationalen Argumente nicht. Wir machen mal ein sehr berühmtes gedankliches Experiment zusammen:

Versuch bitte mal zwei Minuten lang, nicht an einen rosa Elefanten zu denken.

Und was hast du gemacht? Du hast an einen rosa Elefanten gedacht.

Jetzt versuchst du permanent nicht ans Rauchen zu denken. Denk nicht ans Rauchen... und was tust du?

Die Antwort hast du hier selbst gegeben. Es ist schwer, ich habe auch gelitten und gestritten mit meinem Innersten, denn die Frage: Warum tue ich mir das eigentlich an?, kommt immer wieder. Dummerweise gibt es diese einfache Lösung nicht. Wir befinden uns in einem Prozess, der vollständig durchlaufen werden will. Bitte geh immer Schritt für Schritt. Viele unserer Mitstreiterinnen haben ein Motto: Heute rauche ich keine...
Und vielleicht kommunizierst du mit uns ein wenig. Aber na ja, wenn dir nach Monologen ist, dann ist das ebenfalls in Ordnung.

Mit lieben Grüßen Elisienne

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.07.2019 um 17:48.]
Verfasst am: 06.07.2019 09:34
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
hey Elisienne,

vielen dank für deine Antwort. Ich glaube den Punkt den du ansprichst, den habe ich verstanden. Es ist die Sucht bzw das irrationale in mir was mir sagt: Du schaffst es eh nicht! Du kannst das nicht! und was mich zum heulen bringt. Das Gedankenexperiment kenne ich, aber es ist ja nicht so, dass ich mir sage denk nicht ans rauchen. Ich sage mir sogar, es ist ok wenn die Gedanken hochkommen oder es ist ok wenn ich den ganzen scheiss Tag daran denke. Aber es ist natürlich lästig und macht den Entzug schwieriger als er eigentlich schon ist icon_frown.gif

Für die ZUkunft habe ich mir hier vorgenommen, meine Posts etwas anders zu strukturieren, weil das Thema ja auch aufkam icon_biggrin.gif ich werde mehr auf Dialoge eingehen als auf Monologe. Falls mal wieder ein Monolog kommen sollte, werde ich ihn kennzeichnen und gesondert hochladen..Warum? Ich glaube die Monologe helfen mir selber sehr viel und ich will sie deshalb nicht einfach vergessen

Es sind jetzt schon knapp 42-43 Stunden um. Eine Wahnsinns Zeit. Das ist kein Witz, aber ich glaube so lange war ich noch nie in meinem Leben rauchfrei seit ich angefangen habe. Die Nacht war ok. Ich werde leider sehr sehr oft kurz wach für ca 10 Sekunden, was natürlich die Schlafqualität raubt. Es ist morgens und mein Körper und meine Psyche schreien gerade nahezu nach Nikotin...ein ziemlich beschissenes Gefühl aber ich weiss, dass es mit der Zeit besser wird! Ich hoffe dass ich etwas finde um mich abzulenken oder diesen Schmachter durchzustehen...
Verfasst am: 06.07.2019 12:46
Mitgard
Dabei seit: 18.03.2019
Rauchfrei seit: 187 Tagen
Beiträge: 185
Hi Nino

Fast 2 Tage... Gemäß Deinen vorherigen Versuchen ist das ein Quantensprung!!!!!! Du bist dabei, den Panzer zu durchbrechen und das scheinbar undurchtrennbare Band zur Scheissdroge, dem Möchtegernbestenfreund, zu zerschneiden!!!!! Schau nur weiter nach vorne, so wie jeder andere kannst Du das genauso packen....

Was sind schon ein paar Tage schlecht schlafen gegen die FREIHEIT, die Du Dir dafür erkämpfst.... Schluss damit, dass der Sklavenhalter Dir diktiert, dass Du ihm zu Diensten zu sein hast....Von mir aus, lass doch die Gedanken an den Stengel zu, aber forme Dir die RICHTIGEN Gedanken und sehe die Droge genauso wie sie ist!!!! Du willst unbedingt Rauchen??? Willst Du auch unbedingt sterben??? Könntest Du auch Schmacht auf ne Zyankalikapsel haben??? Da Du sicherlich Leben möchtest, denke ich nicht.... Sicher tötet Dich der Giftprügel nicht sofort, nicht morgen, nächste Woche oder Monat.... Aber irgendwann kommt er Dich holen, auf welche Art auch immer, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkei WEIT vor der Zeit, die Dir ohne vorbestimmt wäre, vielleicht gnädig kurz per Herz oder Schlag, oder langsam, quälend langsam.... Er ist da sehr erfinderisch, der allerbeste Freund des Menschen...

Es gibt NICHTS aber auch wirklich NICHTS objektiv positives, was das Rauchen bewirkt. Wer was anderes sagt, werfe den ersten Stein und ich werde das widerlegen.... Wir haben uns sooo viele Jahre von der Droge bescheissen lassen, ok insgeheim wußten und wollten wir das ja auch.... Aber nun ist endgültig Feierabend damit!!! Wenn Du für Dich an diesem Punkt der Erkenntnis angekommen bist, verinnerlicht hast, was für ein Scheisskerl die Droge in Wahrheit ist, hast Du gewonnen!!! Scheissegal ob Tag 2, 20 oder 200.... Die Droge kann Dir NICHTS MEHR anhaben!!!!

Ich wünsche Dir viel Glück und Durchhaltewillen auf Deinem weiteren RAUCHFREIEN Weg!!!!!

LG Uwe
Verfasst am: 06.07.2019 13:04
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
Bitte helft mir.

Mir ist grade was aufgefallen, was wahrscheinlich auch der Grund für meine Gedanken bzw. meine Nicht ablenkbarkeit ist. Mein Leben ist Langweilig! Ich weiß das klingt hart, aber es ist die Wahrheit. Ich tue in meinem Leben nichts. Ich schlafe, gehe zur Arbeit, mache 2 mal die Woche Sport aber tue sonst nach der Arbeit enifach nichts. Entweder besuche ich meine Familie oder ich schlage die Zeit vor dem Rechner im Internet tot.

Inwiefern das Rauchen da mit reinspielt, damit ich diesen Zyklus täglich ertrage, weiß ich nicht. Aber es ist der Grund, warum ich mich nicht ablenken kann bzw. ständig nur an Kippen denke. Ich kann nicht am Rechner dauernd sitzen, weil das Thema Kippen (aufgrund des Entzugs) immer wieder aufkommt und mich das Zocken/Surfen/Video gucken einfach nicht genug interessiert. Es interessiert mich sonst auch nicht genug, aber irgendwie durch das Rauchen lass ich mich zunebeln und ablenken...ganz verrückte Geschichte icon_biggrin.gif
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Momentan halte ich durch, der Körper ruft ständig nach Kippen. Dieses Gefühl auf der Lunge, was jeder Raucher kennt wenn er mal 2-3 Stunden nicht geraucht hat, macht sich schon den ganzen Tag breit....auch dieser Speichelfluss im Mund macht mir zuschaffen...aber ich halte durch, vor allem aus zwei Gründen:
Nummer 1 ist genau der gleiche, der mich die letzten Tage hat durchstehen lassen. Wieder anfangen ist keine Option für mich. Die Option Anfangen und sterben zu wollen, ist keine Option. Und Nummer 2 ist, ich habe es schon so weit geschafft! Der Körperliche Entzug soll noch ungefähr 24 Stunden anhalten laut diverser Quellen. Das heißt ich habe schon 2/3 also über 66% geschafft!

Aber immoment kommen die Ängste hoch. Ängste die meinen Rauchstop sehr gefährden könnten und auch jetzt schon tun. Ich hoffe ihr könnt mir helfen diese Ängste zu beseitigen. Nummer 1 ist die Angst, dass es nach 72 Stunden gar nicht besser wird. Dass der körperliche Entzug noch anhält, vielleicht sogar noch stärker wird. Ich kann solangsam einfach nciht mehr kämpfen, mir geht die Kraft aus, das merke ich. Gestern konnte ich diese Gedanken durch meine Logik einfach wegschieben, heute nicht...der Gedanke eine zu rauchen ist realistischer als die letzten 2 Tage. Die zweite Angst schließt sich daran an. Ich hab Angst, dass ich Montag, wenn ich wieder Arbeiten muss nicht funktionieren kann. Dass ich mich wie immoment nciht konzentrieren kann und schlechte Arbeit leiste, was ich mir immoment einfach nciht erlauben kann, weil ich in der Probezeit bin...

Helft mir bitte!


Verfasst am: 06.07.2019 13:29
Baldso
Dabei seit: 10.01.2019
Rauchfrei seit: 312 Tagen
Beiträge: 710
Salü Nino

gratuliere Dir zu Deinem Entschluss nicht mehr zu rauchen. Niemand kann Dir genau schreiben wann es besser wird, aber es wird besser. Hut ab vor Deiner Leistung. Du bist stark und stur geblieben. Aber da musst Du durch. Es gibt hier im Forum sehr gute Lotsen. Die kannst Du direkt anschreiben. Geh doch mal in die Natur in den Wald und lass Dich vollkommen darauf ein. Mir hat und hilft dies immer. Tu etwas was Du noch nie getan hast. Ich habe das Buch von Allan Carr Endlich Nichtraucher gelesen und danach nicht mehr geraucht. Aber ich glaube Du hast dieses schon gelesen. Aber seit vor allem stolz auf Dich. Seit ca. 46 Std. nicht mehr Raucher. Wie Du schon beschrieben hast, jeder Raucher würde gerne aufhören. Du bist auf bestem Weg dazu. Lg baldso
Verfasst am: 06.07.2019 13:44
sosprosse1118
Dabei seit: 23.03.2019
Rauchfrei seit: 96 Tagen
Beiträge: 364
Hallo Nino,

Es ist gut, dass du dich hier angemeldet hast. Du bist hier nicht allein und bekommst hier Ratschläge, wenn du möchtest, Hilfe, wenn du möchtest und manchmal einfach nur andere Süchtige die dich verstehen.

Es ist bei jedem anders deshalb ist es schwer zu sagen, wann dein körperlicher Entzug erledigt ist. Bei mir waren es 3 bis 4 Tage. Depri-Phasen hatte ich auch, viel geweint und alles war schwarz. Ich gehöre zu den Leuten, die sich sagen, heute rauche ich nicht. So bin ich jetzt bei 83 Tagen angekommen. Bei mir kam nach 3 Tagen der Punkt, dass ich mir gesagt habe, wenn ich jetzt rauchen würde, würde ich die ersten 3 Tage wegwerfen. Also hab ich mich abgelenkt. Manchmal bin ich einfach durch den Wald gegangen. Mal mit mal ohne meinen Hund. Hier auf der Seite findest du viele Tipps zur Ablenkung. Trotzdem muss du manches durchstehen. Aber ... ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, es wird besser.

Halt durch und sei stur banghead.gif

Lg Rita
Verfasst am: 06.07.2019 15:52
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
ich habs nicht geschafft!

ich empfinde euch gegenüber die Pflicht, euch das mitzuteilen (auch wenn ich es am liebsten erst morgen oder gar nicht tun würde wenn ich ehrlich bin), aber bevor hier noch jemand mühevoll einen text schreibt oder sich gedanken macht, muss ich das jetzt tun.

die ängste wurden zu groß, die sucht rief zu stark und ich griff, wie in einer Trance zu einer Kippe und zündete sie an. Da ich in einer WOhnung im gleichen Haus wie meine Eltern wohne, war die Verfügbarkeit von Kippen immer da, was aber nicht als Ausrede gelten soll jetzt. Was ich sofort merkte, war dass mein Körper schon gar nicht mehr an das Nikotin gewöhnt war, beim Rauchen bekam ich dieses Gefühl, was ich sonst nur von der allerersten Kippe kannte (Schwindel,Groggy fühlen usw.). Angefangen hat mein Versagen mit dem Denken über Entzugserscheinungen und einem Werbespot zu E-Zigaretten...ich fragte mich ob es eine Möglichkeit gibt ohne Entzugserscheinungen aufzuhören und irgendwann gewann die Stimme, dass ich diesen Entzug nicht durchhalte und es irgendwann nochmal mit Ersatzpräparaten versuchen sollte...

ich fühle mich so dämlich. 2 Tage gelitten, gequält und gekämpft...und kurz bevor der entzug nachlassen sollte, aufgegeben...auf der anderen seite kann ich einiges mitnehmen aus diesem versuch. ich weiß es ist möglich, ich weiß wie es sich anfühlt. Es wird definitiv nicht mein letzter Versuch sein. Wie und mit welcher Strategie ich das nächste Mal angehe weiß ich noch nicht. Ich werde mir gedanken dazu machen und mich wieder melden!

Mfg
euer leider wieder rauchender nino icon_frown.gif
Verfasst am: 06.07.2019 16:00
sosprosse1118
Dabei seit: 23.03.2019
Rauchfrei seit: 96 Tagen
Beiträge: 364
Hinfallen ist keine Schande, man muss nur einmal mehr wieder aufstehen.

Nino, du bestimmst das Tempo. Niemand hat das Recht, dich zu beurteilen oder sogar zu verurteilen. Also mach dir keine Gedanken über andere icon_wink.gif wenn du soweit bist,dann wirst du es neu angehen.

Bis dahin alles Gute

Lg Rita
Verfasst am: 06.07.2019 17:59
nino460
Themenersteller
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 15
Ich bin noch am überlegen wie ich es angehen soll und will mal eure Meinungen hören. Ich schwanke zwischen 2 optionen:
1. So schnell wie möglich aufhoren
Sprich ich höre heute oder morgen wieder auf. Nachteil wäre, dass ich die ersten kritischen Tage mitten in meine Arbeitszeit verlegen. Wie erwähnt bin ich momentan noch in der probezeit und diese gefühlsausbrüche und konzentrationsstörungen könnten meine Arbeit und meine Leistung gefährden. Ich Weiss dass ist so ne typische ausrede, aber gerade der körperliche Entzug sollte meiner Meinung nach günstig gelegt werden. Vorteil wäre aber, dass ich aufgrund der Arbeit eventuell nicht in dieses langeweile und stundenlange nachdenken falle..

2. Ich setzte mir ein Datum (vermutlich wieder Donnerstag)
Vorteil ist dass ich meine Arbeit nicht gefährde aber Nachteil, dass ich eben danach das ganze Wochenende wieder zuhause sitze und langeweile schiebe und es mir schwer mache. Weiterer Vorteil wäre, dass ich mich besser vorbereiten könnte, evtl einige beschaftigungen/aufgaben/ablenkungen überlegen könnte..

Schreibt mir einfach mal eure Meinung, was ihr mir raten würdet und wie ihr persönlich besser gefahren seid icon_smile.gif

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 06.07.2019 um 18:05.]