Besondere Risiken Frauen

Frauen sind anfälliger für die Gesundheitsrisiken des Rauchens

Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass Frauen anfälliger für die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Rauchens sind als Männer. Sie reagieren offenbar empfindlicher auf den giftigen Tabakrauch und haben in der Folge ein besonders hohes Risiko für eine Reihe von Krankheiten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Rauchen führt zu einer Verengung und Verhärtung von Blutgefäßwänden (Arteriosklerose). Dadurch werden der Blutfluss und die Sauerstoffversorgung des Herzens eingeschränkt. In Folge dessen steigt das Risiko etwa für einen Herzinfarkt oder eine periphere Verschlusskrankheit (Verengung an den Arterien der Arme und Beine).
 
Eine groß angelegte Langzeituntersuchung aus Dänemark ergab, dass bei Frauen bereits geringere Tabakmengen ausreichen, um die Wahrscheinlichkeit für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich zu erhöhen. Das Risiko für einen Herzinfarkt liegt bei Raucherinnen um 140 Prozent höher als bei nichtrauchenden Frauen[1]. Im Vergleich dazu steigt bei Männern das Herzinfarktrisiko um 40 Prozent gegenüber Nichtrauchern. Raucherinnen, die Hormone einnehmen (zum Beispiel über die Antibabypille), setzen sich einem nochmals vielfach erhöhten Herzinfarktrisiko aus. Die Gefährdung, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt ebenfalls deutlich an.

Atemwegserkrankungen

Tabakrauch schädigt die Atemwege. Die im Rauch enthaltenen giftigen Substanzen führen zum Beispiel zu einer Entzündung der Bronchialzellen und sorgen für eine vermehrte Produktion von Bronchialschleim. Gleichzeitig werden die feinen Flimmerhärchen der Bronchialschleimhaut geschädigt. Dadurch wird der Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege stark beeinträchtigt. Die Folge: Menschen, die rauchen, erkranken häufiger an Bronchitis oder Lungenentzündung.
In den letzten Jahren mehren sich Hinweise auf eine stärkere Anfälligkeit von Frauen gegenüber einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). So leiden Frauen bei gleicher Rauchdauer und Zigarettenanzahl offenbar stärker unter einer COPD als Männer. Ihre Lungenwände sind zum Beispiel stärker verdickt als bei männlichen Patienten. Dadurch fällt ihnen das Atmen schwerer.

Ein konsequenter Rauchstopp ist der wichtigste Schritt bei der Behandlung einer COPD. Frauen profitieren nach einem Rauchausstieg schneller von einer Verbesserung ihrer Lungenfunktion als Männer.
Krebserkrankungen

Rauchen verursacht zwischen 25 und 30 Prozent aller Krebserkrankungen, darunter Lungen-, Mundhöhlen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Blasen- und Nierenkrebs. Bei Frauen begünstigt das Rauchen zudem die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Auch wurden vermehrt Belege für einen Zusammenhang zwischen Rauchen und der Entstehung von Brustkrebs gefunden.
Ungefähr 85 Prozent aller tödlich verlaufenden Lungenkrebserkrankungen werden durch das Rauchen verursacht. Seit vielen Jahren steigt die Anzahl der Frauen, die in Folge einer Lungenkrebserkrankung sterben, während bei den Männern ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Ein Beispiel: Während Lungenkrebs im Jahr 1985 auf dem 19. Platz in der Rangfolge der häufigsten Todesursachen bei Frauen lag, war er 2005 bereits die achthäufigste Todesursache. In dieser Entwicklung spiegelt sich – zeitversetzt – die seit den 1960er Jahren ansteigende Raucherquote bei Frauen wider.

Osteoporose

Vor allem Frauen nach der Menopause erkranken an einer Osteoporose. Bei dieser Krankheit nimmt die Dichte der Knochen ab. Diese verlieren an Stabilität und brechen bei vergleichsweise geringer Belastung. Rauchen zählt zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Osteoporose. Raucherinnen erleiden häufiger Knochenbrüche als Nichtraucherinnen.
Verschiedene Faktoren werden für die schädliche Wirkung des Rauchens auf die Knochengesundheit verantwortlich gemacht, unter anderem das frühere Eintreten der Menopause. Weitere Risikofaktoren sind ein durch das Rauchen verursachter geringerer Östrogenspiegel sowie eine Absenkung des Vitamin-D-Spiegels, wodurch die Calciumaufnahme gestört wird.

Haut

Rauchen beschleunigt die Hautalterung. Die giftigen Substanzen des Tabakrauchs sorgen dafür, dass das Kollagen der Haut schneller abgebaut wird. Kollagen ist ein wichtiger Stabilisator der menschlichen Haut und eine Voraussetzung für ein glattes und straffes Hautbild. Außerdem wird die Haut von rauchenden Menschen mit weniger Sauerstoff und Feuchtigkeit versorgt. Daher neigen sie stärker zu vorzeitiger Faltenbildung. Bei Raucherinnen altert die Haut noch schneller als bei männlichen Rauchern.
Übrigens wird auch die Wundheilung durch Tabakrauch gestört und die Entstehung verschiedener Hautkrankheiten wird wahrscheinlicher.

Menstruation und Fruchtbarkeit

Rauchen stört den weiblichen Zyklus. Raucherinnen berichten häufiger über Menstruationsschmerzen und ihr Zyklusverlauf ist unregelmäßiger als bei Nichtraucherinnen. Die Menopause (Wechseljahre) kann bei Raucherinnen früher eintreten. Rauchende Frauen sind zudem häufiger unfruchtbar als Nichtraucherinnen. Auch eine künstliche Befruchtung wird durch das Rauchen erschwert.

Während einer Schwangerschaft und auch danach gefährdet Rauchen Mutter und Kind. Dieses Thema wird gesondert aufgegriffen in der Rubrik Schwangerschaft.

Studien zeigen, dass die angesprochenen Gesundheitsrisiken durch einen konsequenten Rauchstopp deutlich gesenkt werden können.

Wie der Ausstieg gelingen kann, erfahren Sie hier

Quellen

[1]Prescott E, Hippe M, Schnohr P et al. (1998) Smoking and risk of myocardial infarction in women and men: longitudinal population study. BMJ, 316, 1043–1047

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Downloads

Frauen und Rauchen in Deutschland
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2008

Rote Reihe, Frauen und Rauchen in Deutschland
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2008