Krebserkrankungen

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle sind auf das Rauchen zurückzuführen.

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs und Mundhöhlenkrebs. Darüber hinaus spielt es eine Rolle bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Harnblasenkrebs, Nierenkrebs, Magenkrebs sowie Leukämie. Für Frauen ist Rauchen zudem ein Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs und wahrscheinlich auch für Brustkrebs.

Lungenkrebs

Die häufigste Krebserkrankung bei Rauchenden ist der Lungenkrebs. Bei ca. 90 Prozent der Männer und ca. 60 Prozent der Frauen, die in Deutschland an Lungenkrebs erkranken, ist Rauchen die Ursache. Das Erkrankungsrisiko hängt u. a. von der Dauer des Rauchens, der Anzahl der gerauchten Zigaretten, der Inhalationstiefe und der Teer- und Nikotinkonzentration der Zigaretten ab. Auch Passivrauchen erhöht das Erkrankungsrisiko für Lungenkrebs erheblich.

Seit den 80er Jahren sind Lungenkrebserkrankungen bei Männern rückläufig. Dagegen steigt die Anzahl der Erkrankungen bei Frauen. Ursache dieser unterschiedlichen Trends sind vor allem veränderte Rauchgewohnheiten.

Die Behandlung von Lungenkrebs ist schwierig und verläuft häufig ungünstig. Fünf Jahre nach der Diagnose leben nur noch 15 Prozent der männlichen und 18% der weiblichen Erkrankten. 27 Prozent aller Krebstodesfälle bei den Männern und zehn Prozent bei den Frauen sind auf Lungenkrebs zurückzuführen.

Der beste Schutz gegen Lungenkrebs ist, mit dem Rauchen aufzuhören:
Zehn Jahre nach einem Rauchstopp ist das Lungenkrebsrisiko
um die Hälfte gesunken.
Kehlkopfkrebs

Etwa 3.400 Männer und 460 Frauen erkranken jährlich an Kehlkopfkrebs. Für Rauchende ist das Erkrankungsrisiko besonders hoch. Es nimmt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten zu und in der Kombination mit Alkohol steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung noch einmal erheblich.

Speiseröhrenkrebs

In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.100 Männer und 1.100 Frauen an Speiseröhrenkrebs. Ursachen sind oft Alkohol- und Tabakkonsum. Vor allem die Kombination von Alkohol und Rauchen, aber auch eine unausgewogene Ernährung mit zu wenig Obst und Gemüse, erhöhen das Erkrankungsrisiko deutlich.

Mundhöhlenkrebs

Rauchende haben ein sechsmal höheres Risiko als Nichtrauchende, an bösartigen Tumoren im Mundbereich zu erkranken. Mundhöhlenkrebs kann Lippen, Zunge, Mundboden, Gaumen, Speicheldrüsen und Rachen befallen. Das Erkrankungsrisiko steigt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten und in Kombination mit Alkohol um ein Vielfaches. Mundhöhlenkrebs tritt etwa doppelt so häufig bei Männern wie bei Frauen auf. Allerdings hat die Zahl der Fälle bei Frauen in den letzten Jahren zugenommen, weil die Anzahl der Raucherinnen gestiegen ist.

Die beste Vorbeugung gegen Mundhöhlenkrebs ist ein Rauchstopp: Fünf bis zehn Jahre nach der letzten Zigarette liegt das Erkrankungsrisiko wieder auf das Niveau eines Nichtrauchenden.

Ein umfangreiches Informationsangebot zum Thema „Alkohol“ finden Sie unter
www.kenn-dein-limit.de.

Ein Rauchstopp vermindert Ihr Krebsrisiko deutlich.

Quellen

Robert Koch-Institut: Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland. Robert-Koch-Institut, 23. Februar 2010, abgerufen am 25. Januar 2011 (deutsch).

http://www.cancer.gov/newscenter/pressreleases/2011/SmokingBladderRisk


http://www.genomics.unc.edu/news_events/96_Baan_alcohol.pdf

American Association for Cancer Research (2010, October 1). Breast cancer linked to environmental smoke exposure among Mexican women.

Carcinogenicity of alcoholic beverages, Robert Baan et al., Policy Watch, The Lancet Oncology, Volume 8, Issue 4 , April 2007, Pages 292-293

Hunt et al. (2011).Contribution of smoking-related and alcohol-related deaths to the gender gap in mortality: evidence from 30 European countries; in Tob Control doi:10.1136/tc.2010.037929; MRC/CSO Social and Public Health Sciences Unit, 4 Lilybank Gardens, Glasgow G12 8RZ, Scotland, UK

Auch interessant

Links

Früherkennung von Krebs
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2011

Smoking and Tobacco Control Monographs
U.S.
National Cancer Institute

Tobacco Smoking - Conclusions and Evaluations
International Agency for Research on Cancer (IARC) IARC Monograph, Tobacco Smoking Volume 38, 1986 (1998)

Krebshäufigkeit - die aktuellen Zahlen
Deutsche Krebsgesellschaft, Berlin

Die 20 häufigsten KrebstodesursachenDeutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2010

Downloads

Durch Rauchen und Passivrauchen verursachte Krebserkrankungen
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2008