Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen

Nichtrauchen - bei Jugendlichen im Trend

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt seit 1973 in regelmäßigen Abständen Repräsentativbefragungen zum Tabakkonsum von Jugendlichen in Deutschland durch. Für diese Studie werden bundesweit mehrere Tausend Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und befragt (2014: 7.000 Jugendliche).

Bei den 12- bis 17-jährigen ist seit 2001 ein starker Rückgang des Rauchens zu erkennen. In dieser Altersgruppe lag die Raucherquote im Jahr 2001 noch bei 28 Prozent, verzeichnete dann einen Rückgang auf 20 Prozent im Jahr 2005 und sank in 2008 weiter auf 15 Prozent.

Laut aktueller Befragung aus dem Jahr 2014 liegt die Raucherquote derzeit bei knappen 10 Prozent - ein historischer Tiefstand. Der Rückgang in der Raucherquote in den letzten Jahren zeigte sich sowohl bei den weiblichen als auch den männlichen Jugendlichen. Im Jahr 2014 rauchten noch 9 Prozent der Mädchen und 11 Prozent der Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Eine erfreuliche Entwicklung nimmt auch die Quote der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben. Dieser Anteil steigt bei den 12- bis 17-jährigen seit 2001 kontinuierlich an. Im Jahr 2014 lag er bei 75 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 gaben 51 % der befragten Jugendlichen in dieser Altersgruppe an, noch nie in ihrem Leben geraucht zu haben.

Bei den 18- bis 25-Jährigen ist die Raucherquote deutlich höher als bei den jüngeren Jugendlichen. Langfristig ist jedoch auch in dieser Altersspanne ein Rückgang des Tabakkonsums zu beobachten. Aktuell rauchen etwa 30 Prozent der 18- bis 25- Jährigen (34 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe). Der Anteil der 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen, die noch nie geraucht haben, ist von 25 Prozent (2008) auf 36 Prozent (2014) angestiegen.

  12- bis 17-Jährige 18- bis 25-Jährige
  Jungen Mädchen Insgesamt Männer Frauen Insgesamt
1993[1] 21% 20% 20% 51% 44% 47%
1997[1] 27% 29% 28% 54% 47% 51%
2001[1] 27% 28% 28% 46% 42% 45%
2003[2] 22% 23% 23%      
2004[1] 24% 23% 23% 45% 44% 44%
2005[2] 21% 19% 20%      
2007[2] 18% 16% 13%      
2008[1] 15% 16% 15% 42% 44% 43%
2010[2] 14% 12% 13% 41% 37% 37%
2011[1] 11% 12% 12% 36% 37% 37%
2012[3] 12% 13% 12% 38% 33% 35%
2014[4] 11% 9% 10% 34% 26% 30%

Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt in Deutschland bei 14,8 Jahren. Unter Haupt- und Realschülerinnen und -schülern ist das Rauchen deutlich weiter verbreitet als bei Jugendlichen, die das Gymnasium besuchen.

Je früher Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen beginnen, desto schneller werden sie abhängig. Dabei haben 80 Prozent aller Raucherinnen und Raucher ihre erste Zigarette bereits vor dem 18. Lebensjahr geraucht.

Der Einstieg in das Rauchen wird gefördert durch

  • rauchende Eltern.
  • den Einfluss gleichaltriger Freunde, die rauchen.
  • Zigaretten, denen Zusatzstoffe wie Kakao und Menthol einen besseren Geschmack verleihen. Auch das anfängliche Kratzen im Hals beim Rauchen einer Zigarette kann durch Zusatzstoffe gedämpft werden. Damit wird eine weitere Schwelle von Kindern und Jugendlichen gegenüber dem Rauchen gesenkt.
  • Werbung, die gezielt die Motivation von Kindern und Jugendlichen zum Rauchen verstärkt.

Rund zwei Drittel der Rauchenden zwischen 12 und 25 Jahren möchten aufhören zu rauchen. Unterstützung finden rauchende Jugendliche und junge Erwachsene auf der Internetplattform www.rauch-frei.info.

Quellen

[1]BZgA Repräsentativerhebungen zur Drogenaffinität Jugendlicher 1993-2011

[2]BZgA Repräsentativerhebungen „rauchfrei-Studie“ 2003, 2005 und 2007

[3]BZgA Repräsentativerhebungen 2012 

[4]BZgA Repräsentativerhebungen 2014