Elektrische Zigaretten

E-Zigaretten – keine gesunde Alternative zum Rauchen

Seit einiger Zeit erfährt die elektrische Zigarette (E-Zigarette) in Deutschland eine zunehmende Aufmerksamkeit und Verbreitung. E-Zigaretten bestehen aus einem Mundstück, einem Akku, einem elektrischen Vernebler und einer Wechsel-Kartusche, in der sich eine Flüssigkeit („Liquid“) befindet. Das Liquid wird beim Ziehen am Mundstück vernebelt und inhaliert. Bei vielen Modellen leuchtet dabei eine Diode (LED) am vorderen Ende auf, die das Glimmen einer Tabakzigarette imitiert. Der Konsum von E-Zigaretten wird als „Dampfen“ bezeichnet.  

Die Liquids der E-Zigaretten enthalten als Hauptbestandteile Propylenglykol, Wasser, Glyzerin, Ethanol, Nikotin und häufig verschiedene Aromastoffe. Liquids ohne Nikotin sind ebenfalls erhältlich, werden aber selten verwendet. Einige im Labor untersuchte Liquids enthielten geringe Mengen an giftigen Substanzen wie tabakspezifische Nitrosamine und Diethylenglykol (DEG)[1], in Ausnahmefällen wurden sogar verschreibungspflichtige Medikamente gefunden (Wirkstoffe zur Behandlung von Übergewicht / Impotenz). E-Zigaretten enthalten keinen Tabak.

Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen beim Konsum der E-Zigarette sind noch unbekannt. Kurzfristige schädliche Effekte auf die Atmungsorgane wurden bereits nach wenigen Zügen an der E-Zigarette nachgewiesen[2]:

  • ausgeprägte Atemwegseinengungen
  • Absinken des Stickoxids in der ausgeatmeten Luft, dies weist auf Entzündungsvorgänge in den Bronchien hin
  • Reizungen in Rachen und Mundraum
  • trockener Husten

Die Langzeitwirkung von inhaliertem Propylenglykol ist noch unbekannt. Da es bereits kurzfristig Atemwegsreizungen auslöst, ist davon auszugehen, dass der dauerhafte Konsum ebenfalls Schädigungen der Atemwege verursachen kann. Unklar ist bislang auch, ob Propylenglykol schädliche Auswirkungen auf die Fortpflanzung hat. Das in den meisten Liquids enthaltene Nikotin ist ein Suchtstoff, der sehr schnell abhängig macht und bei langfristigem Gebrauch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Eine weitere Gefahr geht vom hohen Nikotingehalt in den Nachfüllflaschen aus. Dieser liegt ein Vielfaches über der tödlichen Dosis beim Verschlucken für Kinder und Erwachsene.  

Zurzeit unterliegen E-Zigaretten und Liquids keiner einheitlichen Regulierung oder Qualitätskontrolle. Daher kann nicht sichergestellt werden, dass tatsächlich nur die angegebenen und keine weiteren, schädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch die Produktion der übrigen Bauteile der E-Zigarette wird nicht unabhängig kontrolliert, so dass z.B. keine gleichbleibende Freisetzung der Inhaltstoffe – insbesondere des Nikotins – gewährleistet ist. Fehlende Qualitätskontrollen könnten auch für die in deutschen und US-amerikanischen Medien berichteten Vergiftungserscheinungen und Verletzungen durch explodierende Batterien mit verantwortlich sein.

Im Frühjahr 2014 hat das Europäische Parlament eine neue Tabakrichtlinie verabschiedet, die auch Regulierungsvorschriften für nikotinhaltige E-Zigaretten beinhaltet. Die Mitgliedsländer haben bis Mai 2016 Zeit, die Richtlinien in nationales Recht umzusetzen.

Die neuen Richtlinien legen einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen für nikotinhaltige E-Zigaretten fest, Produkte ohne Nikotin sind von den Bestimmungen dagegen nicht betroffen. Die Konzentration des Nikotins in den Liquids darf zukünftig maximal 20mg Nikotin pro ml betragen. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen außerdem durch Hinweise auf der Verpackung über die genauen Inhaltsstoffe des Liquids aufgeklärt werden. Bevor ein neues E-Zigaretten-Modell auf den Markt kommt, wird der Hersteller zudem verpflichtet, die Gebrauchssicherheit des Produkts nachzuweisen.

Sobald die Richtlinien in deutsches Recht umgesetzt wurde, werden wir Sie auf dieser Seite weiter informieren.

Die Sicherheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit der E-Zigarette ist nicht erwiesen. Daher kann der Gebrauch nicht empfohlen werden. Gesund ist nur der Verzicht auf jegliche Form der Zigarette.

E-Zigaretten können durch süße Aromastoffe eine hohe Attraktivität auf Kinder und Jugendliche ausüben und somit ein Eintrittstor für das Tabakrauchen und eine Nikotinabhängigkeit darstellen.  Eine Variante der E-Zigarette ist die sogenannte E-Shisha, über die wir hier informieren.

Zudem ist unklar, in welcher Zusammensetzung der von E-Zigaretten erzeugte Dampf von den Nutzern ausgeatmet wird und die Innenraumluft belastet. Gesundheitsrisiken beim passiven Einatmen können nicht ausgeschlossen werden.

Eignet sich die E-Zigarette zum Rauchstopp?

Aktuell liegen keine wissenschaftlichen Studien vor, auf deren Basis die Verwendung der E-Zigarette im Rahmen eines Rauchstopps empfohlen werden könnte.

Bei der Nutzung einer nikotinhaltigen E-Zigarette anstelle von Tabakzigaretten wird die körperliche Abhängigkeit aufrecht erhalten.  Außerdem werden vom Rauchen gewohnte Rituale und Gewohnheiten meist beibehalten.  Erfolgreiche Tabakentwöhnung erfordert jedoch eine Verhaltensänderung und Überwindung der psychischen Abhängigkeit.

Qualitätsgesicherte Methoden zum Rauchstopp finden Sie in den Angeboten der BZgA, zum Beispiel dem kostenfreien rauchfrei-Ausstiegsprogramm.

Sichere und wirksame Unterstützung beim Rauchstopp finden Sie in den Angeboten der BZgA, zum Beispiel dem kostenfreien rauchfrei Ausstiegsprogramm.

Quellen


[1]U.S. Food and Drug Administration (2009). Evaluation of e-cigarettes. www.fda.gov/downloads/Drugs/ScienceResearch/UCM173250.pdf

[2]Vardavas, C., et al. (2011). Acute pulmonary effects of using an e-cigarette: impact on respiratory flow resistance, impedance and exhaled nitric oxide. Chest, doi: 10.1378/chest.11-2443

[3]ec.europa.eu/health/tobacco/products/revision/index_en.htm

Auch interessant

Downloads

Elektrische Zigaretten
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2010
 
BfR rät zur Vorsicht im Umgang mit elektronischen Zigaretten
Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, 2008

Liquids von E-Zigaretten können die Gesundheit beeinträchtigen
Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, 2012