Je früher desto besser: Rauchstopp in der Schwangerschaft

24.07.2019  - Die Studienlage ist eindeutig: Rauchen in der Schwangerschaft schadet Kind und Mutter erheblich. Die Liste der möglichen Folgeschäden ist lang und reicht von Früh- und Fehlgeburten über ein steigendes Risiko für den Plötzlichen Kindstod bis zu einer erhöhten Asthmaanfälligkeit bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben. Und doch hören eine ganze Reihe von schwangeren Frauen nicht auf zu rauchen.

Erfreulich: Abnehmende Tendenz beim Rauchen in der Schwangerschaft
Beginnen wir jedoch mit einer erfreulichen Entwicklung: In den letzten Jahren hat sich der Anteil der Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, halbiert. Das zeigen Erhebungen der KIGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) vom Robert-Koch-Institut. Ihre Ergebnisse zeigen unter anderem, dass 19,6 Prozent der Kinder, die in den Jahren 1996 bis 2006 geboren wurden, im Mutterleib den Schadstoffen des Tabaks ausgesetzt waren. Bei Kindern, die im Zeitraum 2007 bis 2016 zur Welt kamen, lag dieser Anteil bei 10,9 Prozent, also bei knapp der Hälfte.

Wenn trotz Schwangerschaft der Rauchstopp schwerfällt
Immer noch wird also etwa jede zehnte Schwangerschaft durch das Rauchen beeinträchtigt bzw. gefährdet. Frauen sollten möglichst frühzeitig aufhören zu rauchen – im Idealfall natürlich, bevor sie schwanger werden. Aber auch während der Schwangerschaft gelten die Prinzipien „Je früher, desto besser“ und „Es ist nie zu spät“. Das zeigte sich auch kürzlich wieder in einer Studie aus Kalifornien, die den Zusammenhang zwischen einem Rauchstopp in der Schwangerschaft (bzw. in den Monaten davor) und dem Risiko für eine Frühgeburt untersucht hat. Das Ergebnis: Je früher im Verlauf einer Schwangerschaft ein Rauchstopp gelang, desto seltener kam es zu Frühgeburten. Das Risiko einer Frühgeburt war im Vergleich zu nicht rauchenden Müttern insgesamt erhöht – deshalb sollte am besten vor dem Einsetzen der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufgehört werden.

Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) machte kürzlich darauf aufmerksam, dass insbesondere Frauen, die viel rauchen, Schwierigkeiten haben, damit aufzuhören, auch wenn sie schwanger sind. Dazu der Präsident des BVF Christian Albring: „Den Gelegenheitsraucherinnen gelingt es häufiger, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber die Kettenraucherinnen bleiben in ihrer Abhängigkeit gebunden, rauchen meistens genauso stark weiter wie vorher und fügen sowohl sich selbst als auch ihrem Baby Schaden zu.“

Unterstützung beim Rauchstopp
Obwohl eine werdende Mutter ein sehr gutes Argument für den Rauchstopp hat, fällt es vielen Frauen in dieser Lebenssituation schwer, nicht zu rauchen. Hier kann professionelle Unterstützung helfen:

  • Unter www.iris-plattform.de können Sie sich weiter über die Risiken von Tabak (und auch Alkohol) in der Schwangerschaft informieren und erhalten Tipps und Unterstützung für einen Konsumstopp.
  • 0 800 8 31 31 31 * lautet die kostenfreie Servicenummer der BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung; montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr
    freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr
    unter 0 800 8 31 31 31 * zur Verfügung; * kostenfreie Servicenummer

Broschüren zum Thema (Nicht-) Rauchen und Materialien für den Rauchstopp finden Sie hier.

Außerdem: Sprechen Sie Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt auf das Thema Rauchstopp an.

 

Quellen:

Kuntz B, Zeiher J, Starker A, Prütz F, Lampert T (2018) Rauchen in der Schwangerschaft – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. Journal of Health Monitoring 3(1): 47–54. DOI 10.17886/RKI-GBE-2018-009


Soneji S, Beltrán-Sánchez H. Association of Maternal Cigarette Smoking and Smoking Cessation With Preterm Birth.
JAMA Netw Open. Published online April 19, 20192(4):e192514. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.2514


Pressemeldung des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF) unter
https://www.bvf.de/aktuelles/pressemitteilungen/meldung/news/ohne-rauchen-durch-die-schwangerschaft-so-kann-es-klappen/