Geschichte & Anbau

Zunächst Heil- und Kultkraut der Indianer, dann Luxusgut der europäischen Oberschicht, schließlich Massengut der Welt:
die Geschichte des Tabaks.

Tabak war den Ureinwohnern Amerikas schon lange bekannt, bevor die ersten Europäer dort landeten. Er wurde in religiösen Kulten und zur Heilung von Krankheiten eingesetzt. Ende des 15. Jahrhunderts brachte Christoph Columbus den ersten Tabak nach Europa. Um 1560 beschreibt Jean Nicot de Villemain erstmals die medizinischen Eigenschaften der Tabakpflanze, die ihm zu Ehren „Nicotiana" benannt wurde.

Ab dem 16. Jahrhundert verbreitete sich der Tabak in Europa. Anfangs war dieser nur für die oberen Gesellschaftsschichten erschwinglich und wurde in Pfeifen geraucht. Später kamen weitere Formen des Tabakkonsums in Mode: im 18. Jahrhundert der Schnupftabak, Anfang des 19. Jahrhunderts die Zigarre. 1881 wurde die maschinelle Zigarettenherstellung in den USA erfunden.

Durch die Industrialisierung der Produktion und intensives Marketing wurden Tabakprodukte der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht und wandelten sich im 20. Jahrhundert vom Luxus- zum Massengut.

Auch der Anbau von Tabak ist umwelt- und gesundheitsschädlich

Heute wird Tabak in ungefähr 120 Ländern angebaut, hauptsächlich in Asien und Afrika. Dort werden oft massiv Pestizide eingesetzt und Kinder arbeiten als Anbau- und Erntehelfer. Zum Trocknen der Tabakblätter wird Brennholz benötigt, dafür werden ganze Wälder abgeholzt.

China ist mit einem Anteil von fast 40 Prozent der Weltproduktion der größte Produzent von Tabak. Es folgen Brasilien mit fast 15 Prozent und Indien mit ungefähr 8 Prozent (2007). Die Weltproduktion betrug im Jahre 2007 6,2 Millionen Tonnen. In Deutschland wird der Tabakanbau nur in kleinem Umfang betrieben, insbesondere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Brandenburg. Die deutsche Produktion sank um 36 Prozent von 12.122 Tonnen im Jahr 2003 auf 7.767 Tonnen im Jahr 2007.

Die Verarbeitung von Rohtabak ist wegen des Nikotingehalts der Pflanze nicht ungefährlich. Daher müssen die Arbeiter durch Handschuhe vor direktem Hautkontakt geschützt werden. Der gewonnene Tabak dient zur Herstellung von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifentabak. Einige Tabaksorten werden außerdem zu Schnupf- und Kautabak verarbeitet.

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Downloads

Umweltrisiko Tabak - von der Pflanze zur Kippe
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2009

Tabakatlas Deutschland 2009
Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, 2009