Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Rauchen – einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland für jährlich über 350.000 Todesfälle (Jahr 2015) verantwortlich und damit hierzulande die häufigste Todesursache (rund 39 Prozent aller Todesfälle). Einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Rauchen.

Rauchen schädigt die Blutgefäße 
Tabakkonsum trägt erheblich zur Verhärtung und Verstopfung der Blutgefäße bei. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkte, die periphere arterielle Verschlusskrankheit (insbesondere am Bein, deshalb wird diese Erkrankung auch von einigen als „Raucherbein“ bezeichnet) und für einen Schlaganfall.

Die Verhärtungen in den Blutgefäßen werden „Arteriosklerose“ genannt. Gleich mehrere Eigenschaften des Tabakrauchs fördern eine Arteriosklerose. So wird die Muskulatur der Herzwand schlechter mit Sauerstoff versorgt. Außerdem erhöht sich der „LDL-Cholesterinspiegel“ (LDL = low density lipoprotein). Das LDL-Cholesterin wird manchmal auch als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet, weil es als eigener Risikofaktor für die Entstehung von Arteriosklerose gilt.

Eine zentrale Rolle bei der Verhärtung der Blutgefäße spielt das sogenannte „Endothel“, die Innenwand der Blutgefäße. Sie wird durch die giftigen Substanzen im Tabakrauch, zum Beispiel Kohlenmonoxid oder Benzypren, angegriffen. Die Fettmoleküle des LDL-Cholesterin können sich dadurch in diesen Schichten ablagern. Muskelzellen aus der äußersten Wand der Blutgefäße produzieren zudem Bindegewebsfasern. Diese Bindegewebsfasern plus die LDL-Fettmoleküle ergeben sogenannte „Plaques“, die den Blutfluss zu den Herzmuskelzellen erschweren. Auch die Eigenschaften des Blutes verändern sich durch den Tabakrauch: Es wird zähflüssiger und es können Blutgerinnseln entstehen. 

Rauchen führt in Deutschland zu fast 40.000 Herztoden pro Jahr

Die beschriebenen Wirkungen vom Tabakrauch auf die Blutgefäße sind massiv: Jedes Jahr sterben fast 40.000 Menschen an einer tabakbedingten Herz-Kreislauferkrankung. Weitere Risikofaktoren für eine Erkrankung des Herzens: Übergewicht, zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle bei Herzerkrankungen.

Bereits eine Zigarette pro Tag schadet
Je mehr jemand raucht, desto stärker schädigt er bzw. sie sich. Allerdings lässt sich der Zusammenhang zwischen der konsumierten Zigarettenmenge und einer Erkrankung am Herzen nicht als eine stetig ansteigende (gerade) Linie vorstellen, sondern eher als eine Kurve, die „anfangs“ – also bei wenigen Zigaretten pro Tag – ziemlich steil ansteigt. Und dieser steile Anstieg beginnt schon ganz früh, bereits bei einer Zigarette am Tag. Eine groß angelegte Studie aus England konnte zeigen, dass bereits eine Zigarette am Tag das Risiko für eine Herzkrankheit verdoppelt.
Auch Passivrauchen schädigt das Herz-Kreislaufsystem. 

Schlaganfall

Schon geringe Zigarettenmengen erhöhen das Krankheitsrisiko deutlich – das gilt auch für das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Unter einem Schlaganfall versteht man einen schlagartigen Ausfall von Gehirnfunktionen. Dabei werden bestimmte Hirnbereiche akut geschädigt. Schlaganfälle sind hierzulande die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für eine bleibende Behinderung. Die bereits zitierte englische Studie ergab, dass schon eine Zigarette am Tag das Risiko eines Schlaganfalls verdreifacht.Die groß angelegte Studie „Interstroke“ kam zu dem Schluss, dass fünf Risikofaktoren ungefähr 80 Prozent der Schlaganfallserkrankungen erklären können: Bluthochdruck, eine ungesunde Ernährung, eine bestimmte Form der Fettleibigkeit, zu wenig Bewegung und eindeutig auch das Rauchen. Ein erfolgreicher Rauchausstieg trägt somit zu einer Verringerung des Erkrankungsrisikos bei. 

Ein konsequenter Rauchstopp senkt das Risiko für Herzkrankheiten. Schon in den ersten Monaten verbessert sich die Herz-Kreislauf-Funktion merklich. Nach zwei Jahren entspricht das Risiko für eine Herzkrankheit nahezu dem eines Nichtrauchers. Wer fünf Jahre rauchfrei ist, liegt beim Risiko für einen Herzinfarkt gleichauf mit nicht rauchenden Menschen.

 

 

Quellen

Todesursachen in Deutschland. Fachserie 12 Reihe 4 – 2015. Sterbefälle nach ausgewählten Todesursachen, Altersgruppen und Geschlecht; Gestorbene in Deutschland.

Quelle: Hackshaw Allan, Morris Joan K, Boniface Sadie, Tang Jin-Ling, Milenković Dušan. Low cigarette consumption and risk of coronary heart disease and stroke: meta-analysis of 141 cohort studies in 55 study reports BMJ 2018; 360 :j5855 

https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring

https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Tabakatlas-2015.pdf