Rauchen und Diabetes

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Etwa 7,5 Millionen Menschen sind in Deutschland von Diabetes betroffen[1]. Bei Diabetespatientinnen und -patienten ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, deshalb wird Diabetes häufig auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet.

Diabetes: erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen
Die Körperzellen von Menschen mit Diabetes sprechen schlechter auf das Hormon Insulin an. Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt, dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Weil bei Diabetes dieser Mechanismus gestört ist, verbleibt mehr Zucker im Blut. Das hat negative gesundheitliche Auswirkungen, insbesondere für die Blutgefäße, in denen sich Zucker ablagern kann. Zu den Folgeerkrankungen von Diabetes zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augen- und Nierenschäden sowie Durchblutungsstörungen, insbesondere an den Füßen. Mit über 90 Prozent der Fälle kommt am häufigsten der sogenannte Typ-2-Diabetes vor, der im Laufe des Lebens, zumeist im höheren Alter, auftritt. In den vergangenen Jahren erhielten jedoch auch vermehrt jüngere Menschen die Diagnose Typ-2-Diabetes. Zu den Risikofaktoren eines Typ-2-Diabetes zählen genetische Faktoren, Übergewicht, Mangel an Bewegung, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und das Rauchen. Der deutlich seltenere Typ-1-Diabetes tritt meist schon im Kindes- und Jugendalter in Erscheinung.

Rauchen erhöht Risiko für Typ-2-Diabetes...
Eine Reihe von Untersuchungen belegen einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Entstehung von Typ-2-Diabetes sowie den Begleiterscheinungen einer Diabeteserkrankung. So erhöht Rauchen Studien zufolge das Risiko für Typ-2-Diabetes auf etwa das Doppelte[2]. Welche Schadstoffe im Tabakrauch für das erhöhte Krankheitsrisiko verantwortlich sind und welche biologischen Prozesse sie auslösen, ist aktuell noch nicht hinreichend geklärt. Möglicherweise wird durch die Bestandteile des Tabakrauchs die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse so nachhaltig gestört bzw. beeinträchtigt, dass sich in der Folge eine Diabeteserkrankung entwickelt. Außerdem gibt es Hinweise aus Studien[3], dass auch Passivrauchen das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen kann.

und erschwert die Folgeerkrankungen
Rauchen erhöht zudem zusätzlich das Risiko für die oben genannten Folgeerkrankungen von Diabetes. So greifen die Substanzen im Zigarettenrauch ebenfalls die Blutgefäße an und tragen zur Entstehung von Arteriosklerose bei, eine Erkrankung, bei der die Gefäße zunehmend verkalken und verhärten. Dadurch steigt wiederum das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten (unter anderem auch für Herzinfarkte) – Krankheiten also, von denen Diabetespatientinnen und -patienten ohnehin vermehrt betroffen sind.

Rauchstopp senkt Diabetesrisiko
Rauchen ist prinzipiell schädlich für die Gesundheit. Das gilt umso mehr für Menschen mit Vorerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes. Umgekehrt gilt: Ein Rauchstopp senkt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes und verringert das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen. Eine Studie aus Schweden[4] kam zu dem Schluss, dass Menschen, die an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, durch einen entsprechenden Lebensstil und Umgang mit der Krankheit ein etwa gleich hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und außerdem eine vergleichbare Lebenserwartung haben. Dafür mussten sie insgesamt 5 Risikofaktoren in den Griff bekommen: die erhöhten Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte, ihre Nierenwerte und das Rauchen. Wenn Menschen also nicht rauchten und die anderen Werte (in der Regel mit Unterstützung von Medikamenten) in einem Normbereich hielten, verringerte sich ihr Krankheitsrisiko erheblich.

Ein Rauchstopp lohnt sich. Wir unterstützen Sie dabei.

Quellen

[1]reports.instantatlas.com/report/view/704ee0e6475b4af885051bcec15f0e2c/DEU

[2]Tenenbaum A, Fisman EZ, Adler Y et al. (2005) Smoking and development of type 2 diabetes in patients with decreased functional capacity. Int.J.Cardiol., 104, 275-281

[3]Endocrine Society (2012, June 25). Secondhand smoke is linked to type 2 diabetes and obesity. ScienceDaily. Retrieved July 4, 2012, from www.sciencedaily.com­/releases/2012/06/120625125044.htm

[4]N Engl J Med 2018; 379:633-644; DOI: 10.1056/NEJMoa1800256