Tabakwerbung

Tabakwerbung beeinflusst das Rauchverhalten - deshalb unterliegt sie in Europa eindeutigen Regeln

Studien belegen, dass Zigarettenwerbung insbesondere bei Jugendlichen das Risiko erhöht, mit dem Rauchen zu beginnen. Werbung für Tabakprodukte unterliegt in Deutschland deshalb genauen Regeln. Bereits seit 1975 ist das Bewerben von Tabakprodukten im Hörfunk und Fernsehen verboten. Im Januar 2007 wurde die deutsche Gesetzgebung an die Tabakwerberichtlinie der EU (2003/33/EG) von 2003 angepasst. Diese Richtlinie sieht eine einheitliche Regelung von Tabakwerbung und -sponsoring für alle EU-Mitgliedsländer vor. So ist seit Anfang 2007 Werbung für Tabakprodukte auch in Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen und im Internet verboten. Ausgenommen sind Veröffentlichungen, die für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tabakindustrie gedacht sowie Printmedien, die nicht für den EU-Markt bestimmt sind.

Ab dem Jahr 2021 gilt ein Verbot von Tabakwerbung in Kinos, wenn der jeweilige Film für Kinder und/ oder Jugendliche freigegeben ist. Außerdem dürfen außerhalb von Fachgeschäften keine Gratisproben mehr verteilt werden. Ab 2022 wird Tabakwerbung auf Außenwerbeflächen (z.B. Plakatwände und Bushaltestellen) verboten sein. Ab 2023 gilt das auch für Werbung für Tabakerhitzer, ab 2024 darf auf Außenwerbeflächen nicht mehr für E-Zigaretten geworben werden.

Quellen

Bundesrat KOMPAKT. Ausgewählte Tagesordnungspunkte der 993. Sitzung am 18.09. 2020 unter www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/20/993/993-node.html

Morgenstern M, Sargent JD, Isensee B, Hanewinkel R. From never to daily smoking in 30 months: The predictive value of tobacco and non-tobacco advertising exposure. BMJ Open 3, e002907 (2013).

Auch interessant

Links

Das deutsche Tabakgesetz: Inhaltsverzeichnis mit Links
Bundesministerium der Justiz, 2009

Die Tabakwerberichtlinie der EU 2003
Europäische Union, 2011

Downloads

Das deutsche Tabakgesetz
Bundesministerium der Justiz, 2009