Rauchen und das neuartige Coronavirus

25.03.2020  - Uns erreichen momentan sehr viele Fragen zum neuartigen Coronavirus und die Erkrankung Covid-19, darunter auch Fragen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Viruserkrankung. Wir fassen den aktuellen Wissensstand für Sie zusammen.

Das Virus ist, wie der Zusatz „neuartig“ bereits verrät, erst seit kurzer Zeit bekannt. Entsprechend gibt es derzeit noch vergleichsweise wenige Studien, etwa zu einzelnen Risikofaktoren für die Erkrankung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten jedoch mit Hochdruck an der Erforschung der Viruserkrankung und seiner Bekämpfung. Regelmäßig werden deshalb neue Studienergebnisse und Einschätzungen von Fachleuten veröffentlicht, sodass jede Stellungnahme zu dem Thema auch immer als Momentaufnahme zu verstehen ist.

Höheres Risiko für schweren Verlauf: Ältere, Rauchende und Menschen mit Vorerkrankungen
Laut Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die genauen Zusammenhänge zwischen Tabakkonsum und einer Erkrankung an Covid-19 noch nicht ausreichend erforscht. Erste Studien weisen jedoch auf ein erhöhtes Risiko von Raucherinnen und Rauchern für einen schweren Verlauf der Erkrankung hin:

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten können und auch bei jüngeren Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren)
  • Raucher

Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:

  • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung) 
  • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis) 
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison).

(Quelle: www.infektionsschutz.de)

Rauchen schädigt Atemwege und Herz-Kreislaufsystem
Worauf das erhöhte Risiko von Raucherinnen und Rauchern für einen erschwerten Krankheitsverlauf genau zurückzuführen ist, muss in wissenschaftlichen Studien noch untersucht werden. Eine mögliche Erklärung ist die schädliche Wirkung des Rauchens auf das Herz-Kreislauf-System. Eine Studie aus China zeigte, dass Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein höheres Risiko für schwerwiegende Krankheitssymptome haben. Schon seit langem ist bekannt, dass Tabakkonsum wiederum das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems erhöht.

Einen Überblick über die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit finden Sie hier: https://www.rauchfrei-info.de/informieren/rauchen-gesundheit/.

Rauchen schädigt außerdem die Atemwege. In der Folge steigt das Risiko für ernste Atemwegserkrankungen wie Lungenkrebs, Tuberkulose und COPD. Rauchen gilt auch als Risikofaktor für Infektionen der unteren Atemwege. Das neuartige Coronavirus greift ebenfalls das Atemwegssystem an. Die konkreten Verbindungen zwischen Tabakkonsum, einer dadurch bewirkten Vorschädigung der Atemwege und einer Erkrankung an Covid-19 müssen jedoch noch weiter untersucht werden.

Jetzt auf Wasserpfeife und gemeinsames Rauchen verzichten!
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) „scheint der Hauptübertragungsweg in der Bevölkerung die Tröpfcheninfektion zu sein“. Das bedeutet: Das Virus wird über Tröpfchen in der Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen. Persönliche (physische) Kontakte sollten deshalb weitestgehend vermieden bzw. auf die Kernfamilie beschränkt werden. Das bedeutet auch, dass das gemeinsame Rauchen mit anderen Menschen ein Ansteckungsrisiko bedeutet und deshalb ebenfalls unterlassen werden sollte. Gleiches gilt natürlich auch für die gemeinsame Nutzung einer Wasserpfeife.

Ein Rauchstopp ist immer eine gute Entscheidung
Bereits kurze Zeit nach der buchstäblich letzten Zigarette setzt die Regeneration des Körpers ein. Das Risiko für viele Folgeerkrankungen des Rauchens, darunter auch Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, nimmt mit der Zeit stetig ab.

Erfahren Sie auf dieser Seite mehr darüber, in welchen Zeitabschnitten die Erholung des Körpers nach einem Rauchstopp voranschreitet: https://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/vorteile-des-rauchstopps/gesundheit/

Mit einem Rauchstopp treffen Sie die beste Entscheidung für die Gesundheit (nicht nur) Ihrer Lunge
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Hinzu kommt, dass Raucherinnen und Raucher (beim Ziehen an der Zigarette) häufiger mit den Fingern ihren Mund berühren. Dieses Übertragungsrisiko fällt nach einem Rauchstopp weg.

Jetzt digitale und telefonische Angebote der BZgA nutzen
Haben Sie den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören? Wir helfen Ihnen dabei. Die BZgA hält verschiedene digitale und telefonische Beratungsangebote vor, die Sie kostenfrei und von zu Hause aus nutzen können:

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https://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/aufhoeren-start/

Online-Mentorenprogramm
Die rauchfrei-Lotsinnen und -Lotsen

Das rauchfrei-Forum mit vielen Gleichgesinnten:
https://www.rauchfrei-info.de/community/forum/


Der moderierte rauchfrei-Chat, an jedem Dienstag zwischen 20.00 und 22:00 Uhr:
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Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung
Die BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung steht Ihnen montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter 0 800 8 31 31 31 * zur Verfügung.
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Quellen: 

2020. Robert Koch-Institut. SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19). Abgerufen am 22.03. 2020; von: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html


2020. World Health Organization Regional Office For The Eastern Mediterranean. Tobacco and waterpipe use increases the risk of suffering from COVID-19. Abgerufen am 22.03. 2020; von: http://www.emro.who.int/tfi/know-the-truth/tobacco-and-waterpipe-users-are-at-increased-risk-of-covid-19-infection.html

Huang C, Wang Y, Li X, Ren L, Zhao J, Hu Y, et al. (2020). Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China. Lancet. London, England