Rauchen und Depression

11.04.2017  - Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert zum Weltgesundheitstag am 7. April.

Am 7. April 1948 wurde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet. Aus diesem Anlass findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Jedes Mal steht ein anderes Schwerpunktthema im Mittelpunkt, im Jahr 2017 lautet es: „Depression – let's talk“ (übersetzt: „Depression – lasst uns drüber sprechen“). Laut einer Studie liegt die Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Leben einmal an einer Depression zu erkranken, zwischen elf und 15 Prozent. Typische Symptome einer Depression sind anhaltende Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und Schlafprobleme. Am Weltgesundheitstag wird verstärkt über die Krankheit informiert, unter anderem über mögliche Ursachen und wo es für die Betroffenen Hilfe gibt.

Wie bei anderen psychischen Erkrankungen auch, gibt es unter Menschen, die an einer Depression leiden, einen erhöhten Anteil von Raucherinnen und Rauchern. Daraus folgt, dass diese Personengruppe auch vermehrt von den Folgeschäden des Tabakkonsums betroffen ist. Fachleute nehmen an, dass der Zigarettenkonsum für depressive Menschen oftmals eine Art „Selbstmedikation“ darstellt. Denn Rauchen wirkt sich bekanntermaßen auf den Hirnstoffwechsel aus. So wird zum Beispiel durch das Rauchen einer Zigarette vermehrt Dopamin ausgeschüttet – ein Botenstoff, der manchmal auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird. Und noch weitere Botenstoffe im Gehirn werden durch das Rauchen beeinflusst. Selbstmedikation bedeutet in diesem Fall also, dass geraucht wird, um darüber die eigene Befindlichkeit zu beeinflussen – ein Vorgang, der oftmals gar nicht oder nur teilweise bewusst abläuft.

Darüber hinaus gibt es auch noch Wechselwirkungen zwischen dem Tabakrauch und den Medikamenten, die die betroffenen Menschen einnehmen müssen. Es wird deutlich: Eine Depression ist eine komplexe psychische Erkrankung, die im Einzelfall betrachtet und ärztlich behandelt werden muss.

Zahlreiche Menschen mit einer depressiven Erkrankung haben erfolgreich ihren Rauchstopp geschafft. Einige davon haben über ihre Erfahrungen in unserer rauchfrei-Community (Forum und Chat) geschrieben.

Unsere Empfehlung: Menschen mit depressiver (Vor-) Erkrankung sollten ihren Rauchstopp mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt besprechen. Dafür gibt es zwei Gründe:

1. Die Expertin /der Experte kennt aus sich mit den möglichen Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nikotin bzw. kann einschätzen, wie sich das Rauchen, aber auch der Entzug vom Nikotin auf den Hirnstoffwechsel auswirken kann.

2. Die behandelnde Ärztin / der behandelnde Arzt kennt vor allem die Patientin bzw. den Patienten oftmals gut und kann deshalb zum Beispiel optimal bei der Frage beraten, wann ein Rauchstopp angegangen werden sollte und was in der persönlichen Lebenslage zu beachten ist.

Viele weitere Informationen zum Thema Depression und zu Beratungs- und Hilfsangeboten finden Sie hier.

Auch über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Depression ist inzwischen einiges bekannt. Die wichtigsten Informationen finden Sie jetzt in einem Faktenblatt zusammengefasst, zu finden unter www.kenn-dein-limit.de.

Quellen:

www.weltgesundheitstag.de

Batra A (2000) Tabakabhängigkeit und Raucherentwöhnung bei psychiatrischen Patienten. Fortschr Neurol Psychiatr, 68:80-92