Rauchen und Stress: Welche Zusammenhänge gibt es?

10.01.2018  - Stress und Rauchen: zwei Gesundheitsthemen, die uns in den Medien besonders häufig begegnen. Und das nicht ohne Grund. Erkrankungen, die auf eine übermäßige Stressbelastung zurückgehen, nehmen in unserer Gesellschaft zu. Tabakkonsum wiederum stellt das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit da.

Beide Themen hängen aber auch ganz eng miteinander zusammen. Anlass für uns, eine dreiteilige News-Serie ins Leben zu rufen, die diese Zusammenhänge näher beleuchtet und Lösungswege aufzeigen soll.

Bei Stress greifen Menschen besonders häufig zur Zigarette

Beginnen wir ganz vorne: Wie hängen Rauchen und Stress zusammen? Befragt man Menschen, die mitten in einer Tabakentwöhnung stecken, stellt man oft fest: Wenn bei ihnen der Stresslevel steigt – ihre innere Anspannung also zunimmt – steigt zeitgleich meist auch ihr Verlangen nach einer Zigarette. Als Raucher bzw. Raucherin haben sie in genau solchen Phasen nämlich verstärkt geraucht. Und: Die Zigarette hat ihrem Tag eine Struktur gegeben und Anlässe geschaffen, den unaufhörlichen Strom an täglichen Aufgaben und Belastungen immer wieder zu unterbrechen. Verständlich, dass der Glimmstängel nach dem Rauchstopp vielen erst einmal fehlt. Vor allem wenn keine Alternativen zum Stressabbau entwickelt wurden – aber dazu mehr in Teil 3 unserer Serie. Vor diesem Hintergrund verwundert es ebenso nicht, dass es in Zeiten hoher Belastung besonders häufig zu Rückfällen kommt.

Stress macht das Gehirn „unvernünftig“

Bei einem stressbedingten Rückfall greift das Gehirn auf ein altes Verhaltensmuster, das Rauchen, zurück. Dass es sich dabei um eine schädliche Gewohnheit handelt, ist natürlich auch irgendwo im Gehirn – als Wissen – abgespeichert. Aber gerade diese Hirnbereiche, die für „vernünftige“ Verhaltensweisen zuständig sind, sind bei Stress überlastet und können deshalb ihre kontrollierende Funktion nicht mehr wirkungsvoll ausüben.

Es ist eines der zentralen Ergebnisse der Stressforschung: Stress ist auch deshalb so gesundheitsschädlich, weil gestresste Menschen weniger auf sich und ihre Gesundheit achten. Im Gegenteil: Viele neigen dann verstärkt zu ungesunden Verhaltensweisen: Sie trinken beispielsweise mehr Alkohol („Feierabendbier, „Wein zur Entspannung“), nehmen sich weniger Zeit für Sport und andere ausgleichende Aktivitäten – und manche greifen zur Zigarette.

Rauchen und Stress: So geht es weiter

Die Zusammenhänge sind also eindeutig: Vor allem anhaltender Stress ist gesundheitsschädlich und ist für ehemalige Raucherinnen und Raucher ein Rückfallrisiko. Aber was für den einen stressig ist, stellt für den Anderen eher eine willkommene Herausforderung dar: Stress ist nämlich ein ziemlich persönliches Thema und es gibt ganz verschiedene „Stress-Typen“.

Woher kommt also Ihr Stress? In Teil 2 unserer Serie stellen wir Ihnen fünf Fragen, mit denen Sie Ihrem Stresserleben auf die Spur kommen – eine gute Voraussetzung, um erfolgreiche Bewältigungsstrategien (Teil 3) zu entwickeln.