So schädlich ist Passivrauchen

14.02.2018  - Über viele Jahre wurde in der Gesellschaft unterschätzt, wie schädlich verrauchte Luft ist. Auch als sich bereits herumgesprochen hatte, dass (aktives) Rauchen zu den größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit zählt, machten sich viele Menschen noch keine Gedanken über das Thema Passivrauchen.

Das hat sich inzwischen geändert: An vielen Orten gibt es Rauchverbote und Untersuchungen zeigen, dass die Passivrauchbelastung in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken ist – glücklicherweise auch in Haushalten, in denen Kinder und Jugendliche leben. Das Thema Passivrauchen gehört aber noch lange nicht der Vergangenheit an. Längst nicht alle öffentliche Räume sind rauchfrei und auch zu Hause rauchen noch viele Menschen unfreiwillig „mit“.

Zwei Sorten Tabakrauch: eine gefährlicher als die andere
Der Rauch einer Zigarette wird nur zum Teil von dem Raucher oder der Raucherin selbst inhaliert. Der weitaus größere Teil entsteht durch das Glimmen der Zigarette, während nicht an ihr gezogen wird. Dieser Rauch wird auch als „Nebenstromrauch“ bezeichnet. Der „Hauptstromrauch“ wiederum entsteht durch das Ziehen an der Zigarette sowie das Ausatmen des Rauches. Schätzungen zufolge besteht Tabakrauch zu 80 bis 85 Prozent aus Nebenstromrauch und zu 10 bzw. 15 Prozent aus Hauptstromrauch.

Beide „Sorten“ Rauch enthalten die gleichen giftigen Inhaltsstoffe. Allerdings weist Nebenstromrauch einige der schädlichen Substanzen sogar in höherer Konzentration auf. Der Grund dafür: Nebenstromrauch entsteht bei niedrigerer Temperatur (beim Glimmen) durch einen zum Teil unvollständigen Verbrennungsprozesses. Wenn sich der Rauch mit der Umgebungsluft vermischt, verdünnen sich die Schadstoffkonzentrationen nicht unbedingt, wie man vielleicht vermuten würde. Teilweise finden chemische Reaktionen mit Partikeln aus der Luft statt, wodurch neue giftige Verbindungen entstehen können.

Das hilft gegen Passivrauchen
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Gegen Passivrauchen helfen nur konsequente Rauchverbote. Die Erfahrung zeigt, dass möglichst klare Regeln am besten funktionieren, also zum Beispiel: In der Wohnung wird gar nicht geraucht, zu keiner Zeit

Am geöffneten Fenster zu rauchen, reicht als Vorsichtsmaßnahme dagegen nicht aus. Denn so lässt sich nicht verhindern, dass Rauch in die Wohnung zieht. Dort kann er sich zum Beispiel in Teppichen und Vorhängen ablagern. Bei Berührung oder Luftzüge im Raum werden die Schadstoffe dann wieder aufgewirbelt und können eingeatmet werden. Auch Lüften ist als Strategie gegen Tabakrauch nicht wirkungsvoll genug.

Effektiver und auch einfacher ist es, den Rauch direkt zu vermeiden. Gleiches gilt natürlich auch für das Auto. Hier können sogar besonders starke Schadstoffkonzentrationen entstehen, weil sich der Rauch auf engstem Raum verteilt.

Quellen:
https://www.cancer.org/cancer/cancer-causes/tobacco-and-cancer/secondhand-smoke.html https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Deutsche_Konferenzen_fuer_Tabakkontrolle/11_Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle/Sarah_Kahnert_2013.pdf?m=1421897616