Studie: Rauchen erhöht Risiko für tödliche Hirnblutung

28.10.2020  - Der Begriff ist kompliziert und besonders für medizinische Laien nur schwer auszusprechen: Subarachnoidalblutung. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Form der Hirnblutung, oftmals ausgelöst durch das Aufplatzen einer krankhaften Erweiterung eines Blutgefäßes im Gehirn (Aneurysma).

Häufig haben solche Hirnblutungen weitreichende Folgen. Sie können zu massiven körperlichen und geistigen Einschränkungen führen, in vielen Fällen auch zum Tod.

Finnische Studie mit 16.000 Zwillingspaaren

Eine Studie aus Finnland hat jetzt genauer untersucht, welche Faktoren das Auftreten dieser Form der Hirnblutung begünstigen. Dabei war das Vorgehen der Forscher und Forscherinnen fast ebenso so interessant wie die Ergebnisse ihrer Arbeit. Sie analysierten die Daten von über 16.000 Zwillingspaaren mit jeweils gleichem Geschlecht. Darunter fanden sich sowohl eineiige als auch zweieiige Zwillingspaare sowie solche, bei denen sich aus den recherchierten Gesundheitsdaten nicht ablesen ließ, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelte.

120 dieser Zwillinge verloren in einem Zeitraum von 26 Jahren aufgrund einer Subarachnoidalblutung ihr Leben. Interessant: In 116 der 120 Fälle war jeweils nur eine(r) der beiden Zwillinge von der tödlichen Hirnblutung betroffen. Daraus lässt sich zunächst einmal (vorsichtig) schließen, dass genetische Veranlagungen bei dieser Erkrankung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielen.

Wenige Zigaretten am Tag erhöhen Risiko für Hirnblutung

Die Studienverantwortlichen sahen sich die Gesundheitsdaten der an einer Subarachnoidalblutung verstorbenen Personen genauer an. Ihr Ziel: jenen Einflussfaktoren auf die Spur zu kommen, die die Hirnblutung wahrscheinlicher machen. Dabei fiel ihnen auf, dass die verstorbenen Zwillinge im Schnitt einen erhöhten Blutdruck hatten, mehr Alkohol tranken und sich auch weniger bewegten als die Nicht-Erkrankten. Den größten Einfluss auf das Risiko für die tödliche Hirnblutung hatte allerdings das Rauchen: Gegenüber nichtrauchenden Personen stieg dieses Risiko um das Dreifache – und das schon bei wenigen Zigaretten pro Tag.

Die tägliche Zigarettenmenge war der Studie zufolge nicht der ausschlaggebende Faktor für die Wahrscheinlichkeit, eine Hirnblutung zu erleiden und daran zu versterben. Vielmehr war es die Tatsache, dass jemand rauchte, die das erhöhte Risiko ausmachte: eine Information, die vor allem alle Wenig-Raucherinnen und Wenig-Raucher interessieren dürfte.

Rauchstopp senkt Krankheitsrisiko

Ein Rauchstopp senkt das Risiko für zahlreiche ernsthafte Folgeerkrankungen, unter anderem für Hirnblutungen. Wir helfen Ihnen beim Rauchstopp, zum Beispiel mit dem kostenfreien Online-Ausstiegsprogramm oder telefonisch: Die BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung steht Ihnen montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr, freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, unter 0 800 8 31 31 31 * zur Verfügung.

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Viel Erfolg beim Rauchstopp wünscht Ihnen das rauchfrei-Team

Quellen:

Von Lutterotti, N. 2020. Forscher identifizieren das Rauchen als wichtigsten Risikofaktor für bestimmte Hirnblutungen. Neue Zürcher Zeitung. Online unter: https://www.nzz.ch/wissenschaft/rauchen-wichtigster-risikofaktor-fuer-bestimmte-hirnblutungen-ld.1577016 [Stand: 25.09.2020].

Smoking Causes Fatal Subarachnoid Hemorrhage. (2020). Stroke, 1–5. doi.org/10.1161/STROKEAHA.120.031231