Studie zu Warnbildern auf Zigarettenschachteln

22.08.2018  - Seit etwas mehr als zwei Jahren sind sie in Deutschland auf Zigarettenpackungen zu sehen: Bilder, die vor den Folgen des Rauchens warnen.

Steigendes Interesse an Telefonberatung 
Wer ins europäische Ausland reist, sieht die Warnbilder auch dort. Inzwischen sind die Bilder nämlich in ganz Europa eingeführt worden. Die Maßnahme geht zurück auf einen Beschluss aller Mitgliedsländer der Europäischen Union aus dem Mai 2014. Ihr Ziel: die Raucherquote in der Europäischen Union zu senken und vor allem dazu beizutragen, dass junge Menschen gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen.

Für eine zuverlässige Einschätzung, wie sich die Warnbilder langfristig auf das Rauchverhalten der Menschen in Europa auswirken, dürfte es noch zu früh sein. Ein Effekt der Maßnahme zeigte sich jedoch bereits sehr schnell nach Einführung der Warnbilder: Die Apparate der BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung stehen seitdem so gut wie nicht mehr still. Unter den Anrufenden sind erfreulicherweise auch viele junge Erwachsene.

Mit welchen Gefühlen reagieren Jugendliche auf die Bilder?
Offenbar erzeugen die Bilder also auch und gerade bei jüngeren Menschen eine Aufmerksamkeit für das Thema „(Nicht-)Rauchen“, die nicht folgenlos bleibt. Mit einer Beraterin oder einem Berater ins Gespräch zu kommen über die Risiken des Rauchens und die Möglichkeiten des Aufhörens: das ist oft ein erster Schritt in Richtung eines Rauchstopps (oder festigt die Entscheidung, gar nicht erst damit anzufangen).

Wie aber wirken die Bilder ganz konkret, zum Beispiel auf Jugendliche? Diese Frage hat das in Kiel ansässige Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung für eine Krankenkasse untersucht. An der Studie nahmen nahezu 7.000 Schülerinnen und Schüler aus fünften bis zehnten Klassen teil. Ihnen wurden die Warnbilder gezeigt. Danach sollten sie mit Hilfe von Skalen einschätzen, wie stark ihre Gefühle (zum Beispiel Angst, Traurigkeit oder Ekel) sind, wenn sie das jeweilige Bild anschauen. 

Bilder lösen Angst und Ekel aus
Der Warnhinweis „Rauchen verursacht 9 von 10 Lungenkarzinomen" löste bei nichtrauchenden Jugendlichen demnach die stärksten Emotionen aus, insbesondere „Ekel" und „Angst". Bei gleichaltrigen Raucherinnen und Rauchern fielen die Gefühlsreaktionen insgesamt deutlich schwächer aus. Warum das so ist, hat die Studie nicht näher untersucht. Möglicherweise lassen die rauchenden Jugendlichen die Bilder nicht so „nahe an sich heran“. Von erwachsenen Raucherinnen und Rauchern weiß man schließlich, dass sie die Folgen des Rauchens oftmals ausblenden oder sich ihren Zigarettenkonsum „schön reden".

(Erstes) Fazit: Die großflächigen Bilder auf Tabakverpackungen lösen bei jungen Erwachsenen offenbar Gefühle aus und sorgen für Interesse am Thema (Nicht-)Rauchen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert und berät am Telefon und auf der rauchfrei-Website. Hier haben wir Ihnen die wichtigsten Daten und Fakten zu den einzelnen Warnhinweisen zusammengestellt. 

Auch unsere Kontroverse beschäftigt sich mit dem Thema „Warnbilder" – schauen Sie doch mal vorbei. 

Quelle:
https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=95494&s=Rauchen