[quote=Bolando | 09.02.2026 14:20]
[quote=Klicker | 09.02.2026 06:50]
Lieber Klaus,
Das Rauchen ist kein Teil von uns. Es ist eine Flucht. Es ist ein Hilfsmittel. Es ist ein gewählter Weg, um von etwas bewusst oder auch unbewusst zu dissozieren, oftmals von etwas, von dem wir nicht einmal wissen, wovor wir gerade weglaufen.
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Klicker
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Da denkst du, lieber Klicker. einen ganz ähnlichen Gedanken wie ich. Was wäre das bei mir?
Der alte Mann trauert seiner Jugend nach?
Die Zigarette war mal das Zeichen, dass ich auch zu den (fast) Erwachsenen gehöre, vollwertiges Mitglied der Halbstarken-Klicke ... Sie hat gute Tage begleitet und an schlechten abgelenkt, sogar ein wenig getröstet ... Sind diese Erinnerungen Trigger für psychisches Craving?
Sorry, nur ein Gedanke - keine Erklärung :wink:
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Lieber Bolando,
Ich antworte Dir einmal hier und hoffe, dass es Dich lieber Klaus, nicht stört, Dein wertvolles Tagebuch zu stören. Aber so bleibt der Faden am Stück.
Lieber Bolando,
Wenn Du noch Rauchen tätest und es wäre für Dich wie eine Flucht in ein älteres jüngeres ich, in dem Du noch voller Saft und Kraft stecktest und Du damit angenehme Erinnerungen aktivierst, dann... ja, dann wäre es zum Beispiel so. Und ich kann mir gut vorstellen, dass solche Erinnerungen auch Trigger für psychisches Craving sein können - das hast Du echt treffend formuliert: Du würdest im gecravten Zustand beim Gedanken von Nikotinkonsum das aktuelle eher (vielleicht) belastende "Alter-Mann-sein" vernebeln wollen, gerätst vielleicht ins Träumen, bist nicht mehr im Hier und Jetzt, Du würdest Dich quasi in einem dissoziativen Zustand befinden.
Ich gehe allerdings in meiner Betrachtung noch etwas weiter und behaupte: JEDE Zigarette, JEDE irgendwie beeinflussende Droge ist im Grunde der Versuch, sich abzulenken: Jemand steht vor einer Aufgabe, mag sie noch so klein oder gross zu sein, wer zur Droge greift will sich einen Freiraum verschaffen, will die Aufgabe etwas nach hinten schieben.
Ich denke, so mancher Griff zur Zigarette brachte meinem Tun nur einen Zeitverzögerung, erledigt werden musste es dennoch. Geholfen hat die Zigarette nie wirklich - ausser sie hat mir vielleicht die nötige Zeit verschafft sich noch einmal in Ruhe alles zu überdenken.
Als Nichtmehrraucher bin ich wieder viel mehr gegenwärtig. Wenn ich jetzt eine Überforderung verspüre, wo ich vormals zur Zigarette gegriffen hätte, muss ich mich selbst regulieren, muss ich kreativ und aktiv werden, um mit der Situation umzugehen. Rauchfrei werden und bleiben bedeutet für mich, echtes Glück dabei zu empfinden, wieder Herr seiner selbst sein zu können. Und das fühlt sich unbeschreiblich an.
Alles Liebe,
Klicker